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"Als Außenseiter ist aber vieles möglich"

Noch lebt im Lager des FK Wiener Austria die Hoffnung auf das Erreichen des Sechzehntelfinales in der Fußball-Europa-League.

Schwächen darf sich der Bundesliga-Tabellenführer in den letzten beiden Partien der Gruppe G aber keine leisten.

"Wir werden wohl zwei Siege brauchen", sagte Trainer Karl Daxbacher im Hinblick auf das Auswärtsspiel gegen Metalist Charkiw am Mittwoch (19.00 Uhr MEZ) bzw. das Heimduell mit Malmö FF am 15. Dezember.

Gegen den ukrainischen Tabellenführer ist man aber "krasser Außenseiter", wie Daxbacher es formulierte.

Charkiw-Elf, die in der nationalen Liga nach 18 Runden fünf Punkte hinter Leader Dynamo Kiew sowie vier hinter Schachtjor Donezk auf Platz drei rangiert, erlitt in der aktuellen Saison erst zwei Pflichtspielniederlagen (einmal im Cup, einmal in der Liga gegen Dynamo Kiew) und führt die Austria-Gruppe mit 10 Punkten aus 4 Spielen vor AZ Alkmaar (6) und den Favoritnern (5) an.

Ein Punkt am Mittwoch und ein Sieg gegen Malmö wären also wohl zu wenig - denn dann würden die Niederländer, die im direkten Vergleich mit einer um drei Treffer besseren Tordifferenz dastehen, schon ein Sieg aus den beiden Partien in Malmö bzw. gegen Charkiw reichen.

Gerade in der Ost-Ukraine nahe der russischen Grenze hängen die Trauben aber hoch, gilt das spielerisch starke Kollektiv rund um zahlreiche südamerikanische Legionäre in der EM-Arena der 1,5 Millionen-Einwohner Stadt als klarer Favorit.

Aussenseiterchancen leben

"Als Außenseiter ist aber vieles möglich", meinte Daxbacher, der mit seiner Elf im Heim-Hinspiel am 15. September trotz 1:0-Führung noch 1:2 verlor hatte. "Da spielt es sich normalerweise ein bisserl leichter. Aber es wird alles andere als leicht."

Neun Südamerikanische Legionäre warten auf die Austria

Denn die vom Bauunternehmer und Banker Alexander Jaroslawski aufgepäppelten "Metaller" verfügen unter anderem über drei Brasilianer und sechs Argentinier und damit viel spielerische Klasse.

Daxbacher: "Charkiw hat hervorragende Kicker und große finanzielle Möglichkeiten, Qualität, die für uns gar nicht erreichbar ist. Metalist ist die stärkere Mannschaft, das ist Fakt."

"Trotzdem optimistisch bleiben"

Und doch blickt man dem Spiel in der 2009 für die EURO im kommenden Jahr neu renovierten 40.000er-Arena mit Optimismus entgegen.

"Wir haben beim 1:2 gezeigt, dass auch ein Sieg möglich ist", erinnerte der Niederösterreicher an die Auftaktniederlage in der Gruppenphase, bei der nach früher 1:0-Führung durch Tomas Jun zwei Standards - nach einem Eckball und einem Elfmeter - zum Verhängnis wurden.

"Sie waren spielerisch sehr stark, und trotzdem hätten wir es rüberbringen können", sagte Daxbacher.

Trotz geschenktem Tor ein 2:2 gegen Wr. Neustadt

"Zu viele Eigenfehler gegen Wr. Neustadt"

Der Ärger über den verschenkten Heimsieg gegen SC Wiener Neustadt (2:2) am Samstag war bei Daxbacher bereits gewichen.

"Natürlich habe ich mir erwartet, dass wir aggressiver agieren. Aber es war ja nicht alles schlecht, schließlich waren wir die klar spielbestimmende Mannschaft, und dann haben wir uns mit Eigenfehlern um die Früchte unserer Arbeit gebracht", meinte der 58-Jährige, der nicht glaubt, dass man am Mittwoch von der Sperre des brasilianischen Charkiw-Stürmers Cristaldo profitieren könnte.

"Nein, dafür steht Devic bereit", merkte er über den eingebürgerten Serben und ukrainischen Nationalspieler an, der Österreich im Länderspiel am 15. November in der 92. Minute k.o. geschossen hatte.

Austria ohne Ortlechner und Linz

Nicht mit von der Partie ist Stamm-Innenverteidiger Manuel Ortlechner. Der Oberösterreicher zog sich gegen Wiener Neustadt einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und ist neben dem schon seit längerem verletzten Kroaten Kaja Rogulj (Rücken-OP) bereits der zweite Ausfall in der Innenverteidigung.

"Wallner, Dilaver und Hlinka kommen als Ersatz infrage", erklärte Daxbacher.

Auch über Roland Linz braucht sich der Trainer den Kopf nicht zu zerbrechen. Der Stürmer, der zuletzt zum Bankdrücker geworden ist, laboriert seit dem Spiel gegen Wiener Neustadt an einer Blessur im Adduktorenbereich und musste sich nach dem Montagtraining abmelden.

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