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Dibons Feuertaufe auf der internationalen Bühne

Er galt als eines der größten Nachwuchstalente des Jahres, mittlerweile ist der Defensivspieler 22 Jahre alt.

Trotzdem hat der Innenverteidiger bereits für Admira, Salzburg und jetzt Rapid gespielt. National, denn international steht Christopher Dibon nun die Feuertaufe bevor.

Abgesehen von Einsätzen mit der U21-Nationalmannschaft oder einem im A-Team sowie Reisen in Trainingslager saß der Neo-Rapidler erstmals in einem Flieger zu einem Europacup-Spiel.

Nachdem er bei Admiras internationalem Auftritt bereits Salzburg gehörte und bei den Bullen nicht berücksichtigt wurde, ehe gegen Düdelingen das Aus folgte, steht der Premiere in Rapids Auswärtsspiel in der dritten Quali-Runde für die Europa League bei Asteras Tripolis nichts mehr im Wege.

Bei Admira und RBS blieb Dibon Europacup verwehrt

Wenn am Donnerstag der niederländische Schiedsrichter Kevin Blom im Theodoros-Kolokotronis-Stadion anpfeift, wird Dibon zusammen mit Mario Sonnleitner Rapids Innenverteidiger-Duo bilden.

"Es ist ein sehr schönes Gefühl. Letztes Jahr war ich mit Salzburg ja nicht dabei, da kam ziemlich schnell das Aus. Für mich ist das Neuland, aber ich freue mich auf die Herausforderung und werde mein Bestes geben", kann der Schwechater im Gespräch mit LAOLA1 sein Europacup-Debüt kaum erwarten.

Während er in den ersten Partien der noch jungen Saison nach seinem missglückten Engagement in der Mozartstadt wieder versuchte, Fuß zu fassen, darf er sich nun erstmals auf internationaler Bühne beweisen.

"Sicher ist das etwas Besonderes. Man will sich ja auch persönlich weiterentwickeln, sich mit guten Mannschaften matchen und beweisen. Das ist der nächste Schritt."

"Das, was ich am liebsten tue"

Mit seinem leihweisen Wechsel nach Wien hat der Jungspund bereits einen Schritt gesetzt, den er so schnell nicht bereuen wird.

War er unter Trainer Roger Schmidt in der Mozartstadt nur einer von vielen namhaften Spielern, trägt er bei den Grün-Weißen schon nach wenigen Wochen Verantwortung.

Endlich wieder Woche für Woche auf dem grünen Rasen zu stehen, ist für Dibon das, was er in der vergangenen Saison am meisten vermisst hat.

"Das ist sowieso das, was ich am liebsten tue – trainieren und das Fußball spielen an sich. Natürlich arbeitet man die ganze Woche daraufhin, dass man am Wochenende am Platz steht."

"Dibon ist schon richtig weit für sein Alter"

Unter Neo-Trainer Zoran Barisic nahm er von Beginn an eine gewichtige Rolle in der Viererkette ein. Für den Neuzugang ist das alles andere als eine Selbstverständlichkeit, gerade deshalb fühlt er sich aber pudelwohl.

"Das ist einfach so, weil ich mich richtig wohl fühle, von Anfang an gut aufgenommen wurde und mir das Vertrauen gegeben wurde. Das versuche ich dann so gut wie möglich auf den Platz zu bringen."

Die Harmonie zwischen Dibon und dem weitaus erfahreneren Sonnleitner ist offensichtlich gut – auf und abseits des Platzes. Der Steirer spart auch nicht mit Lob für seinen neuen Nebenmann.

"Er ist schon richtig weit für sein Alter. Er kennt sich gut aus, weiß, was zu tun ist", beschreibt er die Zusammenarbeit auf dem Platz.

Gute Kommunikation als Basis

Einen kleinen Seitenhieb auf seinen ehemaligen Innenverteidiger-Kollegen Gerson, bei dem Rapid die Option nicht zog, kann sich Sonnleitner dabei nicht verkneifen.

"Wir können uns immer verständigen. Das ist auch sehr wichtig in der Innenverteidigung, dass man miteinander sprechen kann. Ich glaube, das passt ganz gut mit uns", spielt er auf die mangelhafte Kommunikation mit seinem brasilianischen Ex-Kollegen an.

Auch Dibon hebt das blinde Verständnis und die gute Zusammenarbeit hervor, die seine Eingliederung in die Viererkette um einiges erleichtert hat.

"Wir verstehen uns auch so ganz gut. Ich denke, das sieht man dann auch auf dem Platz. Ich glaube, bis jetzt haben wir die Aufgaben sehr gut gemeistert, was aus dem Spiel heraus war. Bei den Standardsituationen muss die ganze Mannschaft defensiv gut arbeiten. Aber insgesamt stehen wir ganz gut."

Von der Innenverteidigung in die Spitze

Auffallend bei den ersten Auftritten von Dibon im Rapid-Dress war die gute Aufgabenverteilung, die seine Stärken besonders zur Geltung kommen ließen.

Mit 75,0 (12/4) Prozent gewonnenen Zweikämpfen in Wolfsberg und 71,4 (5/2) Prozent gewonnenen gegen Wiener Neustadt stellte er seine Qualitäten unter Beweis, zudem versuchte er die Bälle aus der Abwehr heraus zu verteilen.

Mit 94,1 (48/3) Prozent angekommenen Pässen beim WAC und 100 (58/0) Prozent im Heimspiel gegen das Pfeifenberger-Team wusste er auch in dieser Hinsicht zu überzeugen.

"Man muss immer schauen, wie es im Match kommt. Ich bin natürlich ein spielerischer Typ. Ich liebe es, den Ball in die Spitze zu spielen. Das ist mein Spiel, das werde ich auch nicht verändern. Wichtig ist aber, dass wir eine gute Mischung haben, uns gegenseitig gut absichern und da sind wir auf einem sehr guten Weg."

Bei der Feuertaufe im Europacup kann er dann beweisen, dass er der Rapid-Abwehr auch im internationalen Vergleich Sicherheit verleiht.


Aus Tripoli berichtet Alexander Karper

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