"Ich bin froh, dass ich es bewiesen habe"

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LAOLA1: Was wisst ihr schon über das aktuelle Ajax-Team? Was erwartet euch?

Ulmer: Eine junge Mannschaft, die im Offensivspiel eine sehr, sehr hohe Qualität hat. Sie haben vorne sehr gute Spieler. Aber auch wir haben in jedem Spiel unsere torgefährlichen Szenen.

LAOLA1: Wie gut bist du schon auf Lasse Schöne vorbereitet? Der hat sich mit seinem Triplepack beim 3:0 gegen Heerenveen am Wochenende ja schon warmgeschossen.

Ulmer: Da waren aber zwei Elfmeter dabei (lacht). Wir werden im direkten Duell sehen, wie stark er ist. Natürlich schauen wir auf den Gegner, auf seine Stärken und Schwächen. Aber wir haben auch unsere Stärken, die wir auf dem Spielfeld durchbringen wollen.

LAOLA1: Das Offensivspiel hast du ja schon als Stärke von Ajax genannt. Wo habt ihr die Schwächen ausgemacht?

Ulmer: Das kann ich noch nicht verraten (lacht). Wenn wir schnell umschalten und den Gegner so bald wie möglich unter Druck setzen, kommen wir zu unseren Möglichkeiten. Egal, ob das Sturm Graz oder Ajax Amsterdam ist – man hat immer seine Chancen. Das haben wir gegen die Bayern gesehen – auch wenn es nur ein Testspiel war, verlieren wollten die trotzdem nicht. Wenn wir als Team konsequent attackieren und nach vorne verteidigen, haben wir unsere Möglichkeiten. Vor allem wenn, wir dann schnell nach vorne und unsere Eins-gegen-Eins-Situationen ausspielen.

LAOLA1: 1200 Salzburg-Fans kommen nach Amsterdam. Durchaus beeindruckend.

Ulmer: Ich habe mich richtig gefreut, als ich das gehört habe. Es ist cool, dass ein Haufen Leute mitfahren, um uns dort zu unterstützen. Es wird richtig cool im Stadion.

"Wir haben genug Selbstvertrauen getankt, daran darf es nicht scheitern", sagt Andreas Ulmer vor dem Spiel in Amsterdam.

Der 28-Jährige und seine Salzburg-Kollegen sind frohen Mutes zum Hinspiel gegen Ajax (Do., 21:05 Uhr) angereist.

"Egal, ob das Sturm Graz oder Ajax Amsterdam ist – man hat immer seine Chancen", meint der Oberösterreicher im LAOLA1-Interview.

Der Linksverteidiger spricht über den namhaften Gegner, die Euphorie, die in der Mozartstadt herrscht und seinen Wunsch, im ÖFB-Team zu spielen.

LAOLA1: Mit welchem Gefühl seid ihr heute nach Amsterdam angereist?

Andreas Ulmer: Wir freuen uns riesig auf dieses Spiel. Es wird eine richtig schwere Partie. Ajax ist eine große Mannschaft. Als ich noch ein kleines Kind war, war Ajax noch eine Spur erfolgreicher als aktuell. Wenn man sich aber die jüngsten Ergebnisse in der Champions League ansieht, dann sind die wieder richtig da. Eine gute Truppe.

LAOLA1: Die meisten Experten beziffern die Aufstiegschancen mit 50:50. Wie siehst du das?

Ulmer: Sie haben international wahrscheinlich eine Spur mehr Erfahrung. Immerhin kommen sie aus der Champions League und haben dort Barcelona geschlagen. Wir haben aber durchaus Chancen, aufzusteigen.

LAOLA1: An Selbstvertrauen dürfte es euch angesichts der jüngsten Ergebnisse nicht mangeln.

Ulmer: Wir haben genug Selbstvertrauen getankt, daran darf es nicht scheitern. Nicht nur in den letzten Spielen, sondern in der ganzen bisherigen Saison. Es wird wichtig sein, dass wir das, was wir uns vornehmen, auch umsetzen und das auch durchziehen. Wir dürfen nie locker lassen, nie unkonzentriert sein. Wir brauchen nicht nur eine gute Hälfte, sondern zwei gute Spiele, um aufzusteigen.

LAOLA1: Wie schmal ist der Grat zwischen Selbstvertrauen und Überheblichkeit?

Ulmer: Wir haben das gut im Griff. Wir freuen uns auf jedes Spiel und wollen es unbedingt gewinnen. Es ist nie viel Zeit, um darüber nachzudenken, wie die letzten Spiele ausgegangen sind. Wir schauen immer sofort wieder nach vorne. Wir sind so fokussiert, dass wir nicht überheblich werden.

LAOLA1: Glaubst du, dass es euch schwer fallen wird, wieder von der Bundesliga auf die Europa League umzuschalten?

Ulmer: Nein. Im Herbst hatten wir auch nie Schwierigkeiten.

LAOLA1: Merkst du, dass da in Salzburg eine richtige Euphorie entsteht?

Ulmer: Gerade in Salzburg fällt mir das auf. Die Fans im Stadion verbreiten eine sehr positive Stimmung. Ich bin ja schon länger hier beim Klub und es gab eine Zeit, in der es nicht so war. Mittlerweile haben wir es aber hingebracht, dass man sich Red Bull Salzburg gerne anschaut.

LAOLA1: Man fühlt sich ein bisschen an die Zeiten von vor 20 Jahren erinnert, als die Salzburger Austria im Europacup für Furore gesorgt hat. Kannst du dich an das Spiel erinnern, als Salzburg in Amsterdam 1:1 gespielt und Tomislav Kocijan das Kopfballtor erzielt hat?

Ulmer: An das Ergebnis schon, die Bilder habe ich nicht mehr so richtig im Kopf. Ich glaube jedenfalls, dass so ein Ergebnis auch für uns drinnen ist. Wir können auswärts ein oder zwei Tore schießen, daran glaube ich fest.

LAOLA1: Für dich persönlich wird es das 37. Europacup-Spiel sein. Bist du noch nervös oder ist das schon Routine?

Ulmer: Vorfreude ist da. Ein bisschen eine Nervosität gehört aber immer dazu, um das auch richtig ernst zu nehmen und niemanden zu unterschätzen. Es ist schon gut, ein bisschen nervös zu sein.

LAOLA1: Du hast in dieser Saison deinen Stammplatz zurückerobert.

Ulmer: Das ist schön. Ich bin ja schon lange bei Red Bull Salzburg und habe unter jedem Trainer gespielt, immer wieder meinen Stammplatz gehabt. Derzeit macht es richtig Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen. Man sieht es ja jede Woche, dass es momentan einfach das Schönste ist, auf dem Platz zu stehen. Letzte Saison habe ich im Frühjahr weniger gespielt, durch meine eigene Leistung habe ich mir aber einen Stammplatz erarbeitet. Ich bin froh, dass ich schon seit einem längeren Zeitraum so gut drauf bin und bewiesen habe, in dieser Mannschaft mitspielen zu können.

LAOLA1: Wenn man Linksverteidiger beim überlegenen Tabellenführer der Bundesliga ist und im Nationalteam auf Abruf dabei ist, will man sicher mehr, oder?

Ulmer: Es wäre großartig, würde ich für die nächsten Länderspiele einberufen werden. Ich habe ja erst zwei Länderspiele bestritten, es könnte schon noch das eine oder andere dazu kommen. Ich mache mir darüber aber weniger Gedanken. Wenn ich im Klub meine Leistungen bringe, werde ich ein Thema im Nationalteam. Letztendlich entscheidet der Teamchef. Mehr als aufzuzeigen, kann ich nicht.

Das Gespräch führte Harald Prantl

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