Italien und Niederlande mit Problemen

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Das Fußball-Nationalteam der Niederlande hat am Samstagabend eine Negativpremiere in extremis noch verhindert.

Beim 1:1 gegen die Türkei schaffte der WM-Dritte erst in der Nachspielzeit den Ausgleich und vermied damit die erste Heimpleite überhaupt im Rahmen einer EM-Qualifikation. Trotz des glücklichen Endes müssen die Niederlande ernsthaft um die Teilnahme in Frankreich 2016 bangen.

Der Rückstand in der Tabelle der Gruppe A auf das auf Platz zwei liegende Island beträgt nach der Hälfte des Qualifikation bereits fünf Punkte. "Oranje" dürfte sich demnach mit der Türkei ein Fernduell um Platz drei liefern. Dieser berechtigt zumindest zum Start im Play-off.

Für den polarisierenden Bondscoach Guus Hiddink steht die Reise nach Frankreich ohnedies außer Frage.

Kritik am Spiel

"Natürlich wird uns das gelingen, auch wenn ich noch nicht weiß, auf welche Art", sagte der Nachfolger von Louis van Gaal nach der Partie in Amsterdam. Der Punkt gegen die Türken, die nach einem Treffer von Burak Yilmaz (37.) lange Zeit voran gelegen waren, könne sich noch als sehr wichtig erweisen.

Hiddink gab jedoch zu, dass sich die Elftal gegen defensiv agierende Gäste schwergetan habe: "Wir haben alles gegeben, aber es war kein gutes Spiel von uns. Wir haben fast keine Chancen vorgefunden."

In Abwesenheit der verletzten Stützen Arjen Robben und Robin van Persie sprach der bei Galatasaray Istanbul engagierte Wesley Sneijder als Retter ein.

Der Schuss des Kapitäns, der mit seinem 112. Länderspiel in der ewigen Rangliste der Niederlande hinter Ex-Torhüter Edwin van der Sar (130 Länderspiele) auf Platz zwei vorstieß, prallte vom Rücken von Klaas-Jan Huntelaar ins Tor. Der Treffer wurde schlussendlich dem Schalke-Angreifer gutgeschrieben.

Snejder mit Lob

Sneijder wollte nach Schlusspfiff eine überaus engagierte Heimelf gesehen haben. "Von der ersten Minute an wollten wir den Sieg", betonte der Mittelfeldmann. Davon werden nun noch einige nötig sein, um die EM nicht aus den Augen zu verlieren.

Am Dienstag wartet nun einmal ein Freundschaftsspiel gegen Spanien, in der EM-Qualifikation geht es im Juni auswärts gegen Lettland weiter.

Conte droht in Turin ein Spießrutenlauf

Brasilianer rettet Italien

Nicht unbedingt in Galaform zeigte sich auch Italien. Zum Retter für die "Squadra Azzurra" beim 2:2 gegen Bulgarien avancierte ausgerechnet der in Brasilien geborene Eder.

Der in der 58. Minute eingewechselte Stürmer von Sampdoria Genua traf bei seinem Länderspieldebüt mit einem herrlichen Schuss aus der Drehung zum späten Ausgleich (84.).

Im Zuge der in Italiens Fußball-Szene geführten Diskussion um ausländische Spieler im Nationalteamtrikot offenbarte Eders Tor eine humoristische Note. Der 28-Jährige selbst wollte davon nichts wissen.

"Diese Diskussionen führen zu nichts", meinte Eder auf die Frage, ob er Italien nur aufgrund seiner Nichtberücksichtigung in Brasilien gewählt habe.

Aufregung um Marchisio

Dank des Remis hielten die Italiener die in der Tabelle viertplatzierten Bulgaren auf Distanz. Der Rückstand auf Spitzenreiter Kroatien, der den Dritten Norwegen mit 5:1 abfertigte, beträgt nun zwei Punkte.

Mehr als das EM-Rennen schien in Italien dieser Tage ohnedies die Diskussionen um die Verletzung von Juventus-Profi Claudio Marchisio zu interessieren.

Teamchef Antonio Conte sah sich nach der vermeintlich schweren Verletzung des Mittelfeldspielers im Teamtraining Anfeindungen aus Turin ausgesetzt. Am Dienstag tritt Italien im Test gegen England nun ausgerechnet im Juventus-Stadion an.

Die Teamspieler aus den Reihen des Rekordmeisters bemühten sich im Vorfeld um eine Beruhigung der Lage. "Wir müssen uns an das Vergangene erinnern, ich bin sicher, dass der Trainer willkommen geheißen wird", sagte Verteidiger Andrea Barzagli. Conte war vor seinem Engagement als Teamchef höchst erfolgreich als Juventus-Trainer tätig.

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