Der große Check der EURO-Quali-Gruppen

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Österreich ist als Sieger der Gruppe G bereits fix bei der EM-Endrunde in Frankreich.

Soweit keine Neuigkeit für jeden fußballaffinen Menschen in diesem Land. Doch wie steht es um die anderen Nationen? Wer fährt nächsten Sommer ebenfalls nach Frankreich?

LAOLA1 macht vor den letzten beiden Spieltagen den Gruppen-Check und schaut sich an, welche Teams sich noch berechtigte Hoffnungen auf die EURO-Teilnahme machen dürfen und welche mit dem Rücken zur Wand stehen.

 

Gruppe A:

Ausgangslage: Völlig überraschend konnten sich der vermeintliche Fußball-Zwerg Island sowie Tschechien bereits fix für die Endrunde qualifizieren, sie duellieren sich lediglich um den Gruppensieg.

Profitiert haben die beiden vom enttäuschenden Abschneiden der Türkei und den Niederlanden. Die vermeintlichen Favoriten kämpfen um Platz drei und den Einzug in die Playoffs. Bester Gruppendritter zu werden, und damit direkt qualifiziert zu sein, ist nicht mehr möglich. Die besseren Vorzeichen hat die Türkei, zumal man zwei Punkte Vorsprung hat. Das leichtere Restprogramm haben jedoch die Niederlande, die noch gegen Tschechien und Kasachstan ran müssen. Türkei spielt gegen die beiden Gruppenführer.

Lettland und Kasachstan haben keine Chance auf eine EM-Teilnahme, können aber im Kampf um den Gruppensieg und den Playoff-Platz das Zünglein an der Waage sein.

Spannungsfaktor: Obwohl die beiden Fix-Plätze bereits vergeben sind wartet jede Menge Spannung in dieser Gruppe, immerhin wird es ein fußballverrücktes Land nicht ins Playoff schaffen.

 

 

Gruppe B:

Ausgangslage: Abgesehen vom punktelosen Andorra können sich noch alle Nationen zumindest theoretische Hoffnungen auf die Europameisterschaft machen. Wales und Belgien werden sich voraussichtlich die Fix-Plätze schnappen, beide spielen noch gegen Andorra, wo man mit je drei Punkten rechnen darf.

Im Kampf um das Playoff-Ticket gilt Israel als Favorit. Gewinnt man im direkten Duell gegen Zypern und Bosnien und Herzegowina verliert gegen die starken Waliser, ist man nicht mehr von Platz drei zu verdrängen. Am letzten Spieltag gastiert man in Belgien, während die Bosnier gegen Zypern antreten müssen. Bester Gruppendritter wird sich selbst bei zwei Siegen Israels wohl nicht ausgehen.

Spannungsfaktor: Wales und Belgien werden sich die ersten beiden Plätze nicht mehr nehmen lassen. Dahinter könnte es noch spannend werden, wenngleich Israels Ausgangslage durchaus komfortabel erscheint.

 

 

Gruppe C:

Ausgangslage: Spanien, Slowakei und die Ukraine machen sich hier die ersten drei Plätze untereinander aus. Die „Seleccion“ wird voraussichtlich am Freitag gegen den krassen Außenseiter Luxemburg das Ticket für die Endrunde lösen. Für den zweiten Platz haben die Slowaken alle Trümpfe in der Hand, es reichen vier Punkte gegen Luxemburg und Weißrussland. Die Ukrainer (spielen gegen Mazedonien und Spanien) könnten selbst mit dem dritten Platz aufsteigen, da sie momentan bester Gruppendritter sind, dafür muss man allerdings wohl gegen Spanien punkten.

Spannungsfaktor: Auch hier scheinen die Würfel weitgehend gefallen, Spanien und Slowakei werden die ersten zwei Plätze behaupten. Spannend wird lediglich, ob es die Ukraine schafft, bester Gruppendritter zu werden.

 

Gruppe D:

Ausgangslage: Die Gruppe D verspricht an den verbleibenden beiden Spieltagen viel Spannung. Weltmeister Deutschland könnte noch das Playoff drohen, Polen und Irland kämpfen um einen Fix-Platz und Schottland macht sich noch Hoffnungen auf den dritten Rang.

Den Deutschen reicht im direkten Duell gegen Irland am Donnerstag ein Unentschieden, um sich zu qualifizieren. Spätestens beim Heimspiel gegen Georgien sollte es endgültig klappen. Die Polen mit Stürmerstar Robert Lewandowski müssen noch gegen Irland und Schottland ran, die Schotten spielen das letzte Gruppenspiel gegen Zwergenstaat Gibraltar.

Spannungsfaktor: Die direkten Duelle zwischen Polen und Irland bzw. Schottland werden wohl entscheidend für Platz zwei und drei sein. Den besten Gruppendritten wird man hier tendenziell eher nicht stellen.

 

Gruppe E:

Ausgangslage: England ist mit überragenden acht Siegen aus ebenso vielen Spielen als Gruppensieger durch. Den zweiten Platz belegt momentan die Schweiz, die mit dem vermeintlich leichten Restprogramm (San Marino und Estland) alle Trümpfe in der Hand hat.

Wer sich Platz drei sichert ist dagegen noch unklar. Slowenien, Estland und Litauen haben noch zumindest die theoretische Chance dafür. Estland und Litauen müssen jeweils noch gegen die „Three Lions“ ran, Kevin Kampls Slowenen treffen auf die Litauer und San Marino.

Spannungsfaktor: Die Schweiz kann (und wird wohl) mit einem relativ hohen Sieg über San Marino das Ticket lösen. Im Playoff-Kampf könnte entscheidend sein, mit welchem Ehrgeiz England die restlichen Spiele bestreitet. Im Normalfall sollte es aber für Slowenien reichen.

 

Gruppe F:

Ausgangslage: Während sich Griechenland blamiert hat und sogar noch hinter den Färöer Inseln liegt, tobt ein harter Kampf um die ersten drei Plätze. Spitzenreiter Nordirland kann mit einem Sieg über die Griechen fix mit der Endrunde planen. Dahinter kämpfen Rumänien (gegen Finnland und Färöer), Ungarn (vs. Färöer und Griechenland) und Finnland (letzter Gegner Nordirland) um die Plätze. Die Nation, die am Ende den dritten Rang belegt, darf sich aber berechtigte Hoffnungen machen, das Playoff zu umgehen.

Spannungsfaktor: Ungarn hat von den drei Verfolgern das leichteste Restprogramm, zeitgleich könnten sich Rumänien und Finnland gegenseitig  die Punkte wegnehmen. Lediglich Nordirland kann mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der EURO-Teilnahme rechnen, zumindest über den Weg des besten Gruppendritten sollte es klappen.

 

Gruppe G:

Ausgangslage: Wer fährt zusammen mit Österreich nach Frankreich? Russland, Schweden und Montenegro können sich allesamt noch direkt qualifizieren. Die „Sbornaja“ und Schweden spielen am Freitag gegen die beiden Außenseiter Moldawien und Liechtenstein, während Montengro bekanntlich gegen das ÖFB-Team ran muss. Es droht das vorzeitige Aus des Teams rund um Stevan Jovetic.

Schweden bekommt es zum Abschluss der Qualifikation noch mit Moldawien zu tun, während Russland Montenegro als Gegner erwartet.

Spannungsfaktor: Das Restprogramm spielt Schweden in die Karten, doch Russland hat dank des Sieges im direkten Duell ein Polster von zwei Punkten auf die „Wikinger“ - es könnte reichen. Bei Montenegro wird es wird es wohl nur Platz vier werden.

 

Gruppe H

Ausgangslage: Italien führt die Gruppe überraschend vor Norwegen an. Nur auf Platz drei findet sich Kroatien wieder, das aufgrund des Hakenkreuz-Skandals einen Punkt abgezogen bekam. Spannung kommt vor allem durch das Restprogramm auf. Die „Squadra Azzurra“ und Norwegen treffen am letzten Spieltag aufeinander, davor müssen sie gegen Aserbaidschan bzw. Malta ran.

Gewinnt Kroatien zweimal (gegen Bulgarien und Malta) könnte am Ende sogar das Torverhältnis entscheiden, was den Kroaten zu Gute kommen würde.

Spannungsfaktor: In der Gruppe H kann an den letzten beiden Spieltagen noch viel passieren. Möglicherweise müssen sogar die inkonstanten Italiener ins Playoff. Es scheint allerdings durchaus möglich, dass man den besten Gruppendritte der Qualifikation stellt.

 

Gruppe I:

Ausgangslage: Portugal, Dänemark und Albanien spielen die ersten drei Plätze aus, Serbien und Armenien bleibt jeweils nur die Rolle des Zusehers. Am Donnerstag könnte im direkten Duell zwischen Portugal und Dänemark die erste Vorentscheidung fallen. Bei einem Unentschieden sind die Iberer durch, da Dänemark bereits ein Spiel mehr absolviert hat.

Albanien trifft noch auf die beiden Letzten Serbien und Armenien, Portugal und Superstar Cristiano Ronaldo müssen zum Abschluss ebenfalls gegen die Serben ran.

Spannungsfaktor: Portugal muss in zwei Spielen lediglich einen Punkt holen, um nach Frankreich zu fahren – das sollte machbar sein. Dahinter scheint Albanien Favorit auf den zweiten Platz zu sein, zumal das Restprogramm vermeintlich leicht ist und Dänemark maximal noch drei Punkte holen kann.

 

Rangliste der Gruppendritten:

Anm.: Bei dem Vergleich der Gruppendritten werden die Resultate der Partien gegen den Gruppenletzten in den Sechsergruppen nicht berücksichtigt. Der Beste dieser Tabelle qualifiziert sich direkt für die EM, die anderen Acht treffen im Playoff aufeinander.

 

Julian Saxer

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