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Platini sieht kein Qualitätsproblem

Am Sonntag beginnt die Qualifikation für die Fußball-EM 2016 in Frankreich. Sie könnte für die Top-Teams zu einer besseren Testphase werden.

Denn nach der Aufstockung der Endrundenteilnehmer auf 24 wird 2016 in Frankreich fast die Hälfte aller 54-UEFA-Teams am Start sein. Selbst UEFA-Präsident Michel Platini, der Initiator der Veränderungen, kann Kritik am Format teilweise nachvollziehen.

"Die Qualität bei der Endrunde wird unter der Aufstockung nicht leiden. Wir haben in Europa 24 Mannschaften von mehr oder weniger gleichem Niveau", versicherte der Franzose, gab ab zu: "Das einzige kleinere Problem ist die Qualifikationsphase, weil es einige Partien von geringerer Bedeutung geben wird."

Die Ersten und Zweiten der neun Gruppen sowie der beste Dritte qualifizieren sich direkt für das Turnier. Die restlichen Gruppendritten haben in Play-off-Partien eine zweite Chance, sich das Ticket zu sichern. Nicht nur für Österreich ist das eine verlockende Perspektive.

Auch für Länder wie Albanien, Israel, Litauen, Montenegro oder Finnland war die Gelegenheit, zu einem großen Turnier zu kommen, noch nie so groß wie diesmal.

In einigen Qualifikationsgruppen für die WM 2014 war der Abstand, den der Zweit- auf den Drittplatzierten hatte, beträchtlich. Mit dem EM-Qualifikationsmodus wäre etwa die Gruppe I mit Spanien und Frankreich von geringem Interesse gewesen: Die beiden Topnationen kämpften um das einzige direkte WM-Ticket und waren dabei ohne Konkurrenten. Der Gruppendritte Finnland wies nach acht Partien acht respektive elf Punkte Rückstand auf die beiden Favoriten auf.

Die Qualifikationsspiele werden erstmals durch die UEFA zentral vermarktet und in einer "Woche des Fußballs" ausgetragen. Ein Spieltag umfasst immer drei Kalendertage. An jedem Tag finden acht bis zehn Partien statt.

Die Doppelspieltage sind von Donnerstag bis Dienstag terminiert. Ein Team spielt dann donnerstags und sonntags, freitags und montags oder samstags und dienstags. An Einzelspieltagen wurden die Begegnungen durch die UEFA entweder von Sonntag bis Dienstag oder von Freitag bis Sonntag angesetzt.

Damit wird erreicht, dass mindestens ein Drittel aller Spiele an einem Wochenende ausgetragen werden.

Die UEFA hat zum ersten Mal auch Testspiele für den EM-Gastgeber festgelegt. Frankreich trifft an jedem Qualifikationsspieltag auf die jeweils spielfreie Mannschaft aus der Fünfergruppe I. Zum Auftakt geht es gegen Serbien.

Die Franzosen sind aber nicht nur Lückenfüller: Sie streichen pro Spiel auch die normale Vermarktungssumme von 4,2 Millionen Euro ein.

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