Deutschland und Portugal sind gefordert

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Das 0:2 in Polen soll nur ein Betriebsunfall gewesen sein. Mit einem Dreipunkter am Dienstag in Gelsenkirchen gegen Irland will Weltmeister Deutschland die Kräfteverhältnisse in der EM-Qualifikation wieder zurechtrücken. Eine Diskussion um einen möglichen Qualitätsverlust seit der erfolgreichen WM in Brasilien soll gar nicht erst aufkommen.

Drei Punkte fehlen den Deutschen in Gruppe D auf das Spitzenduo Polen, das zeitgleich Schottland empfängt, und Irland. Einen weiteren Punkteverlust will sich der Weltmeister nicht erlauben, um im Rennen um die beiden fixen EM-Tickets nicht in Bedrängnis zu geraten. Die Stimmung in der Mannschaft sei nach wie vor gut, versicherte Teamchef Joachim Löw.

Wiedergutmachung ist angesagt

Zwei Niederlagen in Serie hat es in seiner Amtszeit (seit 2006) noch nie gegeben. Seine Spieler sind nach der historischen Pleite in Polen auf Wiedergutmachung aus. "Wut ist vielleicht das falsche Wort. Aber wir haben den Vorsatz, dass wir gegen Irland unbedingt die drei Punkte einfahren wollen", sagte Löw.

Die Personalsorgen sind aber nicht kleiner geworden. Mittelfeldspieler Christoph Kramer fällt wegen einer Magen-Darm-Grippe aus. Kapitän Bastian Schweinsteiger, Spielmacher Mesut Özil, Sami Khedira, Marco Reus oder Benedikt Höwedes fehlten bereits in Polen. Mit der Spielanlage dort war Löw zufrieden. "Konsequenz im Abschluss ist noch mal das Thema mit der Mannschaft."

Mangels Alternativen dürfte Löw personell kaum Veränderungen vornehmen. Schalke-Jungstar Julian Draxler hofft in seinem Heimstadion auf einen Platz in der Startformation. Bayern Münchens Offensivallrounder Thomas Müller dürfte erneut an vorderster Front agieren. "Wir müssen das Ding noch mehr erzwingen", sagte der 25-Jährige über die mangelnde Chancenauswertung.

Selbstbewusste Iren

Darüber konnten sich die Iren zuletzt nicht beschweren. Am Wochenende tankten sie mit einem 7:0 gegen Gibraltar Selbstvertrauen. "Es gibt keinen Grund, warum wir gegen Deutschland nichts holen sollten", sagte Kapitän Robbie Keane. Der 34-Jährige erzielte gegen das jüngste UEFA-Mitglied bereits in den ersten 18 Minuten einen Hattrick - und ist mit mittlerweile 21 Treffern erfolgreichster Torschütze in der Geschichte der EM-Qualifikation.

"Gegen Deutschland wird es aber ein komplett anderes Spiel", weiß Teamchef Martin O'Neill. Zu großer Respekt vor dem Weltmeister sei dennoch das falsche Rezept. "Wenn wir nur abwartend agieren, wird Deutschland einen Weg finden. Wir haben Alternativen. Ich denke, dass wir ihnen damit Probleme bereiten können." Co-Trainer Roy Keane sprach gar von einem "verwundeten Tier", auf das man in Gelsenkirchen treffen werde.

Ein Pflichtspiel gegen Deutschland haben die Iren allerdings noch nie gewonnen. In der vergangenen WM-Qualifikation setzte es in einer Gruppe mit Österreich ein 1:6 (h) und ein 0:3 (a). Nachbar Nordirland gastiert in Gruppe F als Tabellenführer ohne Punktverlust in Griechenland. Die Griechen stehen nach einem 0:1 gegen Rumänien und einem 1:1 in Finnland bereits unter Druck.

Für Portugal ist verlieren verboten

Ähnlich ergeht es Portugal. Der Favorit der Gruppe I darf sich nach einem blamablen 0:1 zum Auftakt gegen Albanien, das Teamchef Paulo Bento den Job gekostet hat, in Dänemark (mit Salzburg-Verteidiger Peter Ankersen) keine weitere Niederlage leisten. Ob Nachfolger Fernando Santos in Kopenhagen auf der Bank sitzen darf, war am Montag noch offen.

Der griechische Ex-Teamchef hat wegen seiner Acht-Spiele-Sperre für Schiedsrichterbeleidigung bei der WM den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) angerufen. Das Ansetzen einer Anhörung hätte aufschiebende Wirkung.

Zumindest Cristiano Ronaldo steht den Portugiesen zur Verfügung. Der Superstar von Real Madrid hatte nach einer 1:2-Niederlage am Samstag im Test gegen Frankreich über Knieprobleme geklagt, gab aber mittlerweile Entwarnung.

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