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Slowaken "völlig aus dem Häuschen"

Nach dem frühen WM-Aus hat Spanien am Donnerstag einen weiteren Tiefschlag hinnehmen müssen.

Das 1:2 in der Slowakei war die erste Niederlage in einer EM- oder WM-Quali seit 7. Oktober 2006 (0:2 in Schweden), Trainer Vicente del Bosque nahm die Blamage aber gelassen.

"So ist halt Fußball", erklärte der Coach, dessen slowakischer Kollege Jan Kozak "völlig aus dem Häuschen" war.

"Das ganze Land glücklich gemacht"

"Das ist ein ganz besonderer Sieg für uns, meine Spieler sind heute über sich hinausgewachsen", jubelte Kozak, der nach der Sensation in Zilina nicht zuletzt die Einstellung seiner Truppe - mit Ersatzgoalie Jan Novota von Rapid - lobte.

"Einige meiner Spieler hatten am Ende Krämpfe, aber sie haben auf die Zähne gebissen und das ganze Land glücklich gemacht", sagte Kozak.

Während die Slowaken Gruppe C nun mit dem Maximum von sechs Punkten vor Spanien, der Ukraine und Mazedonien (je 3 anführen) und mit breiter Brust ins Sonntag-Duell in Weißrussland gehen, sehen sich die Titelverteidiger neuerlich mit viel Kritik konfrontiert.

"Nicht am absteigenden Ast"

"Wir hätten ein Remis verdient, und ich denke nicht, dass wir am absteigenden Ast sind", ließ sich Del Bosque nicht aus der Ruhe bringen.

"Wir hatten genügend Chancen, um in Führung zu gehen", behauptete Del Bosque, dessen Truppe zwar viel Ballbesitz hatte, von der massierten Defensive der Hausherren bzw. Goalie Matus Kozacik aber meist kalt gestellt wurde.

Einzig Paco Alcacer traf in der 82. Minute zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Der eingebürgerte Chelsea-Stürmer Diego Costa hingegen blieb auch in seinem sechsten Spiel für "La Roja" ohne Erfolg.

Kritik an Casillas

"Spanien war nicht schlechter als die Slowakei, es ist nur so, dass sie in jüngster Zeit den Ruf der Unbesiegbarkeit verloren haben", befand die Sportzeitung "As". Ähnlich sah es "El Pais": "Sie haben ihren Glanz verloren."

Im Zentrum der Kritik stand Goalie Iker Casillas, der beim 0:1 eine schlechte Figur machte. "Casillas im Sinkflug" schrieb die Online-Ausgabe der "Marca". Die Chancen für ManUnited-Tormann David de Gea dürften sich weiter erhöht haben.

Auch wenn Del Bosque den aktuellen Rekordteamspieler verteidigte: "Der Ball hat etwas eigenartiges gemacht und den Tormann getäuscht", meinte er zu Juraj Kuckas Freistoßtreffer in der 17. Minute.

Schweizer Ernüchterung

Noch größere Ernüchterung herrschte bei WM-Achtelfinalist Schweiz. Trotz großem Chancenplus ging die Truppe von Vladimir Petkovic in Slowenien gegen Salzburg-Star Kevin Kampl und Co. durch einen Novakovic-Elfer als 0:1-Verlierer vom Platz und hält weiter bei null Punkten.

"Diese Niederlage darf nicht passieren", erklärte Stürmer Haris Seferovic.

Der mit den Eidgenossen noch punktelose Petkovic musste vor dem Kellerduell gegen San Marino einen "Fehlstart" eingestehen: "Wir haben eine gute Leistung gebracht, aber das reicht nicht. Man braucht auch ein bisschen Cleverness und Selbstbewusstsein vor dem Tor."

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