Der Titelverteidiger testet seine Alternativen

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Tag eins in Schruns ist vorbei.

Nach der Ankunft am Dienstagabend hat die spanische Nationalmannschaft ihre ersten beiden Trainingseinheiten absolviert.

Frühstück – Training – Pressekonferenz – Mittagessen – Training – Abendessen lautete der Plan für die Mannen von Vicente del Bosque am Mittwoch.

So viel sei verraten: Große Aha-Erlebnisse blieben bislang aus.

"Freunde, die Fußball spielen"

Wer den amtierenden Welt- und Europameister beobachtet, erstaunt höchstens ob der Normalität. Aufwärmen, „Hösche“, kurze Spielchen untereinander, ausdehnen, fertig.

Natürlich alles auf höchstem technischen Niveau und mit Präzision und Intensität durchgeführt, aber keine Gurus, keine Tricks, keine taktischen Finessen – bis jetzt zumindest.

Es wird gescherzt, Alvaro Arbeloa macht ein kleines Tänzchen vor einem Betreuer, Sergio Ramos wird verhöhnend beklatscht, weil er als Letzter aus der Kabine kommt.

Die Stimmung ist gut, oder wie es David de Gea umschreibt: "Wir sind Freunde, die nur ein bisschen Fußball spielen."

"B-Elf-Trainingslager"

"Das ist wichtig, um locker zu werden und das Ballgefühl nach dem Meisterschafts-Ende wiederzuerlangen", betont ein Betreuer des Verbandes. "Zudem fehlt ja noch ein großer Teil der Mannschaft."

So bildete Javi Garcia im Team Orange etwa gemeinsam mit Sergio Ramos, Arbeloa und Jordi Alba die Viererkette. Angesichts der Tatsache, dass diese in der EM-Abwehr als gesetzt gelten, kein uninteressanter Fakt.

Der Benfica-Legionär brillierte im Duett mit Ramos durch Robustheit und Spielintelligenz und hatte seinem ersten Konkurrenten Raul Albiol, der weit weniger Pässe aus der Bedrängnis heraus an den Mann brachte, da etwas voraus.

Tor um Tor

Im Angriff, wo es ja die Position des verletzten David Villa zu besetzen gilt, setzte del Bosque auf beiden Seiten drei Spitzen ein. Neben einem klassischen Neuner, Roberto Soldado bzw. Alvaro Negredo, spielten Isco und Jesus Navas bzw. David Silva und Adrian weiter außen.

Um möglichst viele Abschlüsse zu erzwingen (und gleichzeitig das Abwehrverhalten der beiden Innenverteidiger-Duos zu testen), wurde beim Vormittags-Training jeder Konter drei gegen zwei Überzahl gespielt. Die restlichen Spieler durften nicht aktiv eingreifen.

Wirklich hervorgestochen ist keiner der Stürmer, weil – anders gesagt – keiner der sechs große Schwächen offenbarte.

Eines bleibt somit abschließend festzuhalten: Tore schießen können auch andere als Villa.


Christian Eberle

Die derzeit kasernierten Spieler sind das Aufgebot für das Freundschaftsspiel gegen Serbien am 26. Mai. Danach werden sich einige wieder Richtung Heimat verabschieden.

Nach dem Finale der Copa del Rey (25. Mai, 21:30 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv) wird "La Roja" durch die Kicker des FC Barcelona, Athletic Bilbao und nicht zuletzt Chelsea ergänzt. Knapp zehn Mann sollten das sein.

Das spanische Betreuerteam nutzt die Tage in Vorarlberg, um "Backups" besser kennenzulernen und bei eventuellen Negativ-Botschaften a la Carles Puyol gerüstet zu sein.

Blick hinter die Fassade

Die Protagonisten auf der Anlage der Aktivsportwelt wissen um diese Situation und die wenigen freien Plätze, was aus dem offenbar lockeren Trainingsspielchen dann doch ernsthafte Castings macht.

Bei einem Blick auf die Aufstellung des internen Matches lassen sich kleine Tendenzen erkennen.

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