Aufmacherbild

"Es war eine wohlüberlegte, aber harte Entscheidung"

Die Entscheidung ist gefallen.

Vicente Del Bosque hat seine 23 Spieler beisammen, mit denen er das Unternehmen Titelverteidigung in Angriff nehmen will.

Auf große Überraschungen verzichtet der spanische Teamchef dabei:

"Eine Revolution war nicht von Nöten. Wir müssen nicht wechseln, nur um zu wechseln. Unseres Erachtens ist es eine angemessene Erneuerung."

Vier Neue seit Südafrika

Im Vergleich zum siegreichen Kader von 2010 gibt es nur vier Veränderungen.

Die bereits vorab ausgeschiedenen Capdevila und Marchena sowie die beiden verletzten Barca-Stars Villa und Puyol werden durch Juanfran, Alba, Cazorla und Negredo ersetzt.

Letztgenannter gewann also den Kampf um den ausstehenden Platz im Angriff gegen Valencias Soldado und Jungstar Adrian, der am Samstag im Testspiel gegen Serbien noch der Matchwinner war.

"Ich werde nicht ins Detail gehen. Die Einberufung des einen stellt nicht gleichzeitig die Schwächen des anderen dar. Mit Torres, Negredo und Llorente haben wir drei Angreifer, die sich gut ergänzen und unterschiedliche Qualitäten beitragen", erklärt der 61-jährige Übungsleiter.

Soldado konnte Teamchef nicht überzeugen

Kein Geburtstagsgeschenk

Soldado trifft die Entscheidung wohl am härtesten, feiert er doch genau am Sonntag seinen Geburtstag.

"Ich glaube, wir haben unseren Teil schon mit der Einberufung in das Trainingslager erfüllt, aber da geht es nicht um Geschenke, sondern um den Verdienst. Wir haben nun einmal ein Limit von 23 Spielern", gibt del Bosque zu verstehen und hofft, "dass keiner glaubt, dass wir mit Böswilligkeit handeln."

Der nun 27-Jährige tritt nach Ende des Aufenthalts in Schruns die Heimreise an, gemeinsam mit Benat, Javi Garcia, Adrian, Dominguez, Monreal und Bruno. De Gea und Isco sind bereits in der Früh Richtung U21-Team aufgebrochen.

Wer verteidigt rechts?

Während auf links mit Alba nur ein Außenverteidiger zu Verfügung steht, können diese Position auf der rechten Seite gleich drei Spieler ausüben.

Da Sergio Ramos aber wohl in der Abwehrzentrale gesetzt ist, duellieren sich Juanfran, dessen Nominierung in den EM-Kader zumindest teilweise durch die Verletzung von Bilbaos Iraola bedingt ist, und Arbeloa.

Der frühere Angreifer Juanfran wurde bei Atletico zum Defensiv-Mann umfunktioniert und profitiert dabei von seiner fußballerischen Vergangenheit.

"Er hat sich sehr gut an die neue Position angepasst und eine hervorragende Saison gespielt. Darüber hinaus ist er mit Enthusiasmus dabei und besitzt ein gutes Mittelmaß zwischen Offensive und Defensive", charakterisiert der Trainer den 27-Jährigen, der beim 2:0 gegen Serbien sein Debüt feierte.

Barca-Spieler wie erwartet

Eine weitaus durchwachsenere Saison erlebte indes Pedro. Dank aufstrebender Form zu Meisterschaftsende und nicht zuletzt wegen des Doppelpacks im Finale der Copa del Rey (Highlights) schenkte del Bosque dem Kanarier weiter sein Vertrauen.

"Er hat sich gegen Ende stets verbessert, deshalb ist er dabei. Außerdem ist er auf beiden Flügeln einsetzbar und passt deshalb hervorragend ins Team."

Gemeinsam mit Valdes, Pique, Busquets, Xavi, Iniesta und Fabregas stellt der FC Barcelona somit wieder die meisten Kaderspieler.

Manch ein Kollege wird den Iberer ob der gebotenen Optionen beneiden, für del Bosque heißt es allerdings angesichts der nun auftauchenden Fragen nach der Stammelf:

Nach der Entscheidung ist vor der Entscheidung.

Tor: Iker Casillas (Real Madrid), Victor Valdes (FC Barcelona), Jose Reina (FC Liverpool)

Abwehr: Alvaro Arbeloa, Sergio Ramos, Raul Albiol (Real Madrid), Gerard Pique (FC Barcelona), Juanfran (Atletico Madrid), Jordi Alba (Valencia CF)

Mitelfeld: Xabi Alonso (Real Madrid), Sergio Busquets, Xavi Hernandez, Andres Iniesta, Cesc Fabregas (FC Barcelona), Javi Martinez (Athletic Bilbao), Santi Cazorla (FC Malaga), Juan Mata (FC Chelsea), David Silva (Manchester City), Jesus Navas (FC Sevilla)

Angriff: Pedro Rodriguez (FC Barcelona), Fenrando Llorente (Atheltic Bilbao), Fernando Torres (FC Chelsea), Alvaro Negredo (FC Sevilla)


Christian Eberle aus dem Trainingslager der spanischen Nationalmannschaft

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»