Immer wieder England

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Umstrittene Tor-Entscheidungen bei WM oder EM

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Das nicht gegebene Tor von EURO-Co-Gastgeber Ukraine im Spiel der Fußball-EM gegen England erregte bei der 0:1-Niederlage am Dienstagabend die Gemüter.

Seit dem Wembley-Tor im WM-Finale 1966 ist es erst der dritte derartige Fall bei einem großen Turnier, bei dem ein Treffer zu Unrecht anerkannt wurde oder nicht zählte.

Auffällig: Bei solch strittigen Entscheidungen - war der Ball mit vollem Durchmesser hinter der Linie oder nicht? - bei WM oder EM war bisher immer Englands Team beteiligt.

DAS WEMBLEY-TOR (30. Juli 1966 in London/WM-Finale): Das 3:2 des Engländers Geoff Hurst im Endspiel der Weltmeisterschaft 1966 gegen Deutschland bleibt ein Rätsel. Bis heute ist ungeklärt, ob der Ball nach dem Schuss von Hurst an die Unterkante der Latte mit vollem Durchmesser hinter der Torlinie aufgesprungen ist oder nicht. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst befragte damals den sowjetischen Linienrichter Tofik Bachramow, der Aserbaidschaner sah den Ball hinter der Linie. In der Schlussminute der Verlängerung traf Hurst noch zum 4:2-Endstand für die Gastgeber.

DIE SPÄTE REVANCHE FÜR DAS WEMBLEY-TOR (27. Juni 2010 in Bloemfontein/WM-Achtelfinale): 44 Jahre später hatte Deutschland in Südafrika im WM-Achtelfinale das Glück auf seiner Seite. Kurz nach dem 1:2-Anschlusstreffer der Engländer sprang der Ball nach einem Schuss von Frank Lampard von der Lattenunterkante klar mehrere Meter hinter der Torlinie auf. Die Unparteiischen um Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay ließen jedoch weiterspielen. "Das Spiel wäre nach dem 2:2 völlig anders verlaufen", wetterte der damalige England-Coach Fabio Capello nach dem deutschen 4:1-Erfolg.

DAS UKRAINE-TOR (19. Juni 2012 in Donezk/abschließendes EM-Spiel der Gruppe D): Bei der EM hat England 46 Jahre nach dem Wembley-Tor wieder Glück. Marko Devic schoss beim Stand von 0:1 am Dienstagabend Englands Torhüter Joe Hart an, der Ball segelte Richtung Tor, wo ihn John Terry erst hinter der Linie abwehrte. Während dies die TV-Bilder eindeutig zeigten, ließ Referee Viktor Kassai aus Ungarn die Partie weiterlaufen. Auch der Torrichter reagierte nicht, obwohl er eigentlich perfekt gestanden war. "Die Schiedsrichter haben uns ein Tor gestohlen, das war ein klarer Treffer", echauffierte sich der ukrainische Teamchef Oleg Blochin zurecht. Allerdings muss auch angemerkt werden, dass Passgeber Artem Milevskyi zu Beginn des Angriffs im Abseits stand. Schwacher Trost für den EM-Co-Gastgeber: Auch ein 1:1 hätte das Aus nach der Gruppenphase bedeutet. Allerdings hätte der Ausgleich auch die Wende und noch den Sieg bringen können.

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