Die Tops und Flops der EURO 2012

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Die EURO 2012 ist vorbei, das runde Leder ruht.

Spanien darf sich erneut Europameister nennen. Die Iberer gehen damit in die Geschichte ein.

Doch dieses Turnier schrieb noch ganz andere Geschichten. Wir haben darüber gelacht oder deswegen gelitten, wir haben uns darüber gefreut oder aufgeregt.

LAOLA1 hat die Tops und Flops der Endrunde in Polen und der Ukraine:

DIE TOPS

Irlands Fans

Was tun, wenn das eigene Team hoffnungslos unterlegen ist und kurz vor Schluss gegen in alle Belangen bessere Spanier 0:4 hinten liegt? Einfach auf anderen Ebenen überzeugen! Die Iren haben bei der EURO gezeigt, dass man für gute Stimmung nicht unbedingt gute Ergebnisse braucht. Über fünf Minuten sangen die Fans wie aus einer Stimme den Folksong „Fields of Athenry“ und ernteten dafür weltweite Anerkennung. „Die irischen Fans haben uns gezeigt, worum es im Fußball wirklich geht“, brachte es Spanien-Teamchef Vicente del Bosque auf den Punkt.

Balotellis Jubel

Als ob Mario Balotelli mit seinem 122,3 km/h schnellen Kracher noch nicht genug Kraft bewiesen hätte… Nach seinem zweiten Tor gegen Deutschland ließ der Italiener seine Muskeln spielen. Eine Pose, die in jedem Lehrbuch für Bodybuilding-Wettbewerbe unter den Top fünf zu finden ist. Damit lieferte der Stürmer DAS Bild der EURO 2012. Einfach nur episch!

 

 

0:0-Flaute

Sie sind der zeitlose Klassiker des Fußballs, sie sind wie Schwarz, sie kommen einfach nie aus der Mode - die Tore. Wer ins Stadion geht, will sie sehen. Und die Fans bekamen auch welche geboten. Immer. Lediglich zwei Spiele endeten mit einer Nullnummer. Und beide Male wurden die Zuseher mit spannenden Elfmeterschießen versöhnt. Mal ehrlich: Auch sonst waren England-Italien und Portugal-Spanien nicht die schlechtesten Partien.

Fernando Torres

Kennt jemand einen guten Torres-Witz? Wir hätten da zwei: Wer hat in den letzten zwei Monaten mehr Titel geholt, als Arsenal in den letzten 98? Fernando Torres! Wer benötigt nur 189 Minuten, um bei einer Europameisterschaft Torschützenkönig zu werden? Fernando Torres. Wer zuletzt lacht,…

 

 

Italien

Catenaccio ist ja dermaßen von vorgestern! Wir sind uns nicht einmal sicher, ob Cesare Prandelli dieses Wort unfallfrei buchstabieren kann. Denn was seine „Squadra“ bei dieser Endrunde gezeigt hat, ist ungefähr so unitalienisch wie Paella. Mit erfrischendem Offensiv-Fußball eroberten die „Azzurri“ die Herzen der Fans. Wettskandal? Was war da nochmal?

 

DIE FLOPS

Stimmungsmache

Während der Spiele durften die Fans manchmal sogar singen, was sie wollten. Immerhin! Denn was sich an künstlicher Stimmungsmache vor den Partien abspielte, hatte mit Fankultur so gar nichts mehr zu tun. Ein initiierter Countdown für die Tanz-Choreo vor dem Spiel, einer für den Anpfiff. Wann die Welle gemacht wird, sagt einer der drei (!) Stadionsprecher ebenfalls an. Man wollte Events, keine Spiele…

 

"Falsche" TV-Bilder

Was tun, wenn keine der Dutzenden Kameras in den Stadien zum rechten Moment das rechte Bild einfängt? Einfach vorher Aufgezeichnetes einspielen und es den TV-Zusehern als live verkaufen. Guter Plan, liebe UEFA. Dumm nur, dass sich die Beteiligten zu Wort gemeldet haben. So geschehen bei Jogi Löw, der dem Balljungen das Leder vor, nicht während des Spiels aus der Hand geschlagen hat, und einer deutschen Dame, die aus Rührung während der Hymne, nicht wegen der italienischen Tore eine Träne vergoss.

Hollands Bauchfleck
Vom Vizeweltmeister zum punktelosen Vorrunden-Aus in nur zwei Jahren. Hollands Abstieg war rasant. Dabei hatte Bondscoach Bert van Marwijk fast die identische Mannschaft wie in Südafrika zur Verfügung, allerdings stimmte diesmal - ähnlich wie bei Frankreich - die Chemie innerhalb der Mannschaft nicht mehr. „Es ist schwer, füreinander zu kämpfen, wenn das Vertrauen weg ist. Wir haben es nicht geschafft, unsere Egos beiseitezuschieben“, gab Spielmacher Wesley Sneijder zu. Van Marwijk zog nach der blamablen Nullnummer die Konsequenzen und trat zurück.

Frankreichs Stinkstiefel

Für viele Experten waren sie die Geheimfavoriten und ein echter Konkurrent für Spanien. Aber Frankreich sabotierte sich wieder einmal selbst. Samir Nasri legte sich mit Journalisten an, Hatem Ben Arfa wollte nach seiner Auswechslung gegen Schweden sogar nach Hause fahren, Yann M'Vila und Jeremy Menez müssen sich demnächst auch wegen diverser Verfehlungen vor dem Verband rechtfertigen. Bereits bei der WM vor zwei Jahren sorgte das vergiftete Klima dafür, dass Frankreich in der Vorrunde ausschied. Viel gelernt hat die „Equipe tricolore“ daraus offenbar nicht.

Gastgeber-Teams

Wie vor vier Jahren war auch bei dieser EURO für die Veranstalter schon nach der Vorrunde Schluss. Die von vielen Experten hoch eingeschätzten Polen blieben in einer machbaren Gruppe überhaupt ohne Sieg, die Ukraine hatte im abschließenden Spiel gegen England viel Pech. Stichwort: Nicht gegebenes Tor. Das Ausscheiden der beiden Gastgeber war auch für die allgemeine EM-Stimmung nicht unbedingt förderlich. Richtige Euphorie wollte danach nicht mehr aufkommen.


Harald Prantl/Kurt Vierthaler

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