Die Luxus-Schoner der Fußballstars

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Eigentlich sollen sie nur die wertvollen Kicker-Beine schützen, einige aber sind wahre Kunstwerke: Schienbeinschützer mit persönlichen Motiven der Stars. Die exklusiven Schienbeinschützer des ehemaligen Ferrari-Manns Enrico Campari sind der Renner bei der Fußball-EM in Polen und der Ukraine.

Der Deutsche Lukas Podolski kickt mit dem Kölner Wappen auf dem Schienbein, Italiens Abwehrchef Giorgio Chiellini mit King Kong, sein Teamkollege Daniele De Rossi trug das römische Kolosseum und Frankreichs Jeremy Menez den Pariser Eiffelturm über den Platz.

Enrico Campari, ein Ferrari-Tüftler aus Italien, beliefert die Weltklassekicker fast aller Nationen mit den bis zu 3.000 Euro teuren Hightech-Schützern. Die individuellen Schoner zieren Monumente, Smileys, Spitznamen, die Namen der Kinder, Comic-Helden und Nationalflaggen.

Schienbeinschützer im Museum

Podolski hat sich neben seinem Spitznamen Poldi den Namen seines Sohnes Louis aufdrucken lassen. Auf Jerome Boatengs schwarzen Schützern ist neben seinen Vornamen und seiner Rückennummer ein Kreuz abgebildet, Ilkay Gündogan hat in Borussia-Gelb "Illy" drauf drucken lassen.

Auch der Franzose Franck Ribery trägt in München die Spezial-Schoner mit seinem Namen und dem Bayern-Logo drauf. Spaniens Mittelfeld-Star Xabi Alonso hat sich für Exemplare in edlem Weiß mit seinem Namen und dem Emblem von Real Madrid entschieden.

Selbst Argentiniens Stürmerstar Lionel Messi trägt sie beim FC Barcelona in den Farben der Nationalflagge und einem großen "Leo"-Schriftzug. Die "historischen Schützer", die Ex-Azzurri-Kapitän Fabio Cannavaro beim Gewinn des WM-Finales 2006 in Berlin trug, sind sogar im italienischen Fußballmuseum in Coverciano zu bewundern.

Ferrari-Tüftler auf Abwegen

Geschaffen wurden die funktionellen Kunstwerke von Enrico Campari. "Meine Produkte sind die Ferraris unter den Schienbeinschützern", sagte der passionierte Formel-1-Fan der Nachrichtenagentur dpa.

Vier Jahre lang arbeitete er bei Ferrari, seit fast zehn Jahren beliefert der Tüftler Italiens Edelschmiede als selbstständiger Unternehmer mit Sicherheitsausstattung für die Rennwagen.

Bei der "Scuderia" lernte er, mit modernen Hightech-Kunststoffen umzugehen. Jetzt setzt der 45-Jährige sie zum Schutz der Fußballerbeine ein. "Ehrensache, dass ich damals Michael Schumacher sofort ein Paar geschenkt habe, als er 1996 zu Ferrari kam", erzählte Campari. Der Formel-1-Rekordweltmeister ist leidenschaftlicher Fußballer.

Auch Ex-Italien-Legionär Marko Stankovic trägt die Luxus-"Deckl"

F1-Technologie für Kickerbeine

"Schön, funktional und kompromisslos hochwertig", meinte Signor Campari über seine Werke. Neben Karbon und Kevlar verarbeitet er auch Zylon. "Eine extrem leichte, aber teure Kunstfaser, die in der Formel 1 zum Schutz der Benzintanks in den Boliden eingesetzt wird", erklärte er.

Den Profis werden die Schoner anatomisch passgenau maßgeschneidert. "Wir arbeiten mit 3 D-Scannern, um die Beine der Fußballer millimetergenau zu vermessen", erklärt Diego Penocchio. Der Vize-Präsident des FC Parma ist gerade bei Campari eingestiegen.

Ihre neue Gesellschaft wird die begehrten Schienbeinschoner jetzt in größeren Mengen herstellen. Bisher produzierte Campari in seiner Manufaktur nur 4.000 Stück pro Jahr. "Durch die industrielle Produktion werden die Einstiegsmodelle auch für Freizeitkicker günstiger", erklärt Penocchio.

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