Eine ganze Nation trauert über Rooneys Rote

Aufmacherbild

Schon acht Monate vor dem ersten Anpfiff blickt Fußball-England der Europameisterschaft mit Bangen entgegen.

Nach der drei Spiele währenden Sperre für Stürmerstar Wayne Rooney ist die Hoffnung auf ein erfolgreiches Turnier rapide gesunken. "Rooneys Sperre ist ein Stich in Englands Herz", sagte der frühere Profi Garth Crooks und brachte die Stimmung damit auf den Punkt.

Ohne ihren Angreifer scheinen die Engländer nur halb so viel wert - ausgerechnet Rooney hat den "Three Lions" einen Bärendienst erwiesen.

Komplette Vorrunde out

Die Hiobsbotschaft aus Nyon erreichte Englands Teamchef Fabio Capello am späten Donnerstagabend. Die Disziplinarkommission der UEFA hatte Rooney für drei Pflichtspiele gesperrt.

Der Italiener wird in allen drei Vorrundenpartien bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine auf seinen wichtigsten Angreifer verzichten müssen.

"Drei Spiele sind für England ein herber Rückschlag", kommentierte der frühere Nationalspieler Terry Butcher, "das Team erreicht ohne Rooney nicht annähernd das zuletzt gezeigte Leistungsvermögen."

Völlig verzichten

Der Rooney-Faktor überzeugt Capello nicht.

Der 65-Jährige hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, den Angreifer unabhängig von der zu erwartenden Sperre bis zur EURO nicht mehr für die Anfangsformation zu nominieren.

Medienberichten zufolge soll Capello sogar erwägen, den 25-Jährigen für das Turnier komplett aus dem Aufgebot zu streichen. "Capello überlegt, Rooney zurückzulassen", titelte am Freitag der "Independent".

Heilsbringer und doch Problemkind

Rooney war im letzten Qualifikationsspiel am vergangenen Freitag in Montenegro (2:2) nach einem bösen Tritt vom Platz geflogen.

"Ich bin enttäuscht und schockiert", kommentierte Rooney nun die von der UEFA ausgesprochene Verbannung.

Der vor den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 mit aufwendigen Werbekampagnen zum "Heilsbringer" stilisierte Rooney ist Englands Problemkind.

Vorfreude adé

Die souveräne EM-Qualifikation des Weltmeisters von 1966 war angesichts des Aufruhrs um den skandalerprobten ManUnited-Profi Nebensache.

Der Ärger über den Rotsünder und die Enttäuschung über die UEFA-Entscheidung ließen bei Fans und Experten kaum Vorfreude auf die EM aufkommen.

"Ich bin absolut enttäuscht. Mit seiner Unreife schadet Rooney dem gesamten Team", ärgerte sich Mark Perryman vom Fanklubverband England Supporters Club.

Sturmkollegen halten zusammen

Unterstützung erhielt Rooney vom ehemaligen englischen Kapitän Alan Shearer.

"Man könnte jeden anderen zu Hause lassen, aber nicht Rooney. Er ist Englands bester Spieler", sagte der einstige Klassestürmer von Newcastle United.

"Wayne weiß, dass er alle im Stich gelassen hat und er wird hoffentlich daraus lernen."

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen