"Squadra Azzurra" von Qualifikation überrascht

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Aus dem Trio Polen, Ukraine und Deutschland ist ein Quintett geworden.

Neben den beiden EM-Gastgebern sowie Österreichs Gruppen-Gegner haben am Dienstagabend auch Spanien und Italien die Teilnahme an der EURO 2012 fixiert.

Der Titelverteidiger und Weltmeister jubelt in Gruppe I nach dem erwarteten Heimsieg über Liechtenstein, der in Logrono mit 6:0 überzeugend ausfiel.

Auch die "Squadra" ist im Pool C durch das 1:0 in Florenz gegen Slowenien nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen.

Qualifikation in Rekord-Tempo

Die Azzurri haben ein Jahr nach ihrem desaströsen WM-Debakel in Südafrika so früh wie noch nie zuvor die EM-Fahrkarte gelöst.

"Italien fliegt zur EM", jubelte "Tuttosport" und Abwehrchef Giorgio Chiellini gab zu: "Nie hätten wir gedacht, dass wir nach einem Jahr schon so weit sein würden."

Der Europameister von 1968 hat sich bereits zum fünften Mal in Serie für das UEFA-Turnier qualifiziert, worüber sich Kapitän Gianluigi Buffon sogar selbst wunderte: "Das ist ganz untypisch für uns, weil wir doch sonst immer bis zum Schluss zittern."

Prandelli prägend

Das Comeback der Italiener, die die Slowenen vom zweiten auf den vierten Rang verwiesen, ist ein Verdienst von Cesar Prandelli.

Mutig und ohne Rücksicht auf alte Stars krempelte der Teamchef, der das Amt von Marcello Lippi übernommen hatte, um.

Prandelli gab dem genauso genialen wie exzentrischen Antonio Cassano als Antreiber im offensiven Mittelfeld noch einmal eine Chance. Auch den eigenwilligen Stürmer Mario Balotelli resozialisierte der 54-Jährige - mit Erfolg. Gegen den WM-Starter 2010 zählten beide zu den wichtigsten Spielern.

Erfolg kehrt nach Italien zurück

Prandelli vermied es aber tunlichst, diese Duo herauszuheben und lobte seine ganz Elf: "So bringen wir wieder die Fans in die Stadien".

Mit seiner souveränen und offenen Art hat der Feldherr der "Squadra" eine neue Mentalität und ein neues Image verpasst.

Und den Erfolg zurückgebracht, wie neun Siege und drei Unentschieden, darunter ein 2:1 über Weltmeister Spanien und ein 1:1 in Deutschland gegen den EM-Zweiten, in 14 Länderspielen beweisen.

Auch Oranjes qualifiziert

Fix für die EM-Endrunde von 9. Juni bis 1. Juli 2012 planen können auch die Niederlande.

Die Oranjes haben nach dem 2:0 in Finnland je sechs Zähler Vorsprung auf Schweden (5:0 in San Marino) und Ungarn (2:0 in Moldawien).

Wenngleich die Schweden dem WM-Zweiten den Gruppensieg noch streitig machen können, ist die Elf von Bert van Marwijk mit 24 Punkten auf jeden Fall zumindest als bester Gruppenzweiter qualifiziert.

Für Platz eins in Gruppe E müsste das Drei-Kronen-Team am 11. Oktober in Stockholm aber höher gewinnen, als die Niederländer im Hinspiel vor einem Jahr in Amsterdam.

"Three Lions" vor Endspiel in Podgorica

Zwar haben die Engländer, die am Dienstag das britische Duell mit Wales in Wembley dank eines Tores von Ashley Young 1:0 gewannen, auch sechs Punkte Vorsprung auf die diesmal spielfrei gewesenen Montenegriner.

Aber die Südeuropäer haben im Hinspiel auf der Insel ein torloses Remis erreicht und haben die "Three Lions" in deren letzten Spiel am 7. Oktober in Podgorica zu Gast.

"Manchmal ist das Resultat wichtiger als alles andere", sagte Englands italienischer Teamchef Fabio Capello nach der bescheidenen Leistung seiner Elf.

Führungswechsel in Gruppe F

Während es in der Österreich-Gruppe A (Aserbaidschan - Kasachstan 3:2, Österreich - Türkei 0:0) keine einzige Änderung in der Reihung gab, kam es im Pool F zum einzigen Führungswechsel des Abends.

Griechenland, Europameister von 2004, verlor mit dem 1:1 in Lettland den ersten Platz an die Kroaten, die in Zagreb Israel 3:1 besiegten.

In Gruppe H liegen mit Portugal, Dänemark und Norwegen drei Länder gleichauf, wobei die Dänen durch das 2:0 in Kopenhagen im direkten Duell die Norweger vom zweiten Platz verdrängten.

Slowakei läuft in Debakel

Die Überraschung des Abends ereignete sich in Gruppe B, wo Armenien in Zilina (Sillein) nach torlosen 45 Minuten die Slowakei nach der Pause 4:0 deklassierte und die Gastgeber, die im August in Klagenfurt Österreich 2:1 besiegt hatten, vom dritten Tabellenrang verdrängten.

Russland wahrte durch ein 0:0 in Moskau gegen die zweitplatzierten Iren den Zwei-Punkte-Vorsprung. Torhüter Shay Given vereitelte gegen die überlegenen Russen eine Niederlage.

Bosnien verkürzte im Pool D durch den 1:0-Heimsieg über Weißrussland den Rückstand auf Spitzenreiter Frankreich (0:0 in Rumänien) auf einen Zähler.

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