Jordi Alba - die Ausnahme unter den Titelsammlern

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Iker Casillas, vierfacher Welttorhüter, fünffacher spanischer Meister, zweifacher Champions-League-Sieger, Welt- und Europameister.

Xavi, Spieler des Turniers 2008, sechsfacher Meister, dreifacher Champions-League-Sieger, Welt- und Europameister.

Derartige Auflistungen im spanischen Kader ließen sich beliebig lange fortführen.

Selbst Spieler mit wenig Einsatzzeit, wie etwa Juan Mata (Weltmeister, Champions-League-Sieger, U21-Europameister), Juanfran (Europa-League-Sieger) oder Alvaro Negredo (Pokalsieger) können namentlich Erfolge vorweisen.

Es gibt eine einzige Ausnahme: Jordi Alba. Beim Linksverteidiger vom FC Valencia prangert bei der Erfolgsbilanz eine dicke Null. Ein Umstand, der sich wohl bald ändern wird.

Endlos-Transfer besiegelt

Am Donnerstag wurde bekannt, dass der Transfer zum FC Barcelona in trockenen Tüchern ist. Für 14 Millionen Euro sichern sich die Katalanen die Dienste des 23-Jährigen und statten ihn mit einem Vertrag über fünf Jahre aus.

In der Mittelmeer-Metropole soll Alba zum Nachfolger von Eric Abidal, der nach seiner Lebertransplantation mit 32 Jahren körperlich wohl nicht mehr auf 100 Prozent kommen wird, auf der linken Außenbahn aufgebaut werden.

Damit haben die „Blaugranes“ eine der wichtigsten Personalentscheidungen in diesem Sommer früh geklärt und gleichzeitig eine „semi-interne“ Lösung gefunden.

Rückkehr nach Hause

Alba wurde 1989 in L’Hospitalet de Llobregat, der Nachbarstadt Barcelonas, geboren und absolvierte seine ersten fußballerischen Schritte in der Jugendabteilung des FCB.

Sieben Jahre, von 1998 bis 2005, blieb der 1,70-Meter-Wirbelwind dem Verein treu, ehe ihn sein Weg über UE Cornella zum FC Valencia führte, wo er sich zum Leistungsträger und eben auch zum Nationalspieler entwickelte.

Gegen Portugal sah sich Alba meist mit Nani konfrontiert

Leistungssteigerung bei der EM

Große Fußstapfen auszufüllen, wie es bei Barca der Fall sein wird, ist eine Rolle, die Alba nicht fremd sein wird, übt er diese doch aktuell im Nationalteam schon mit Bravour aus.

Nach dem Aus von Joan Capdevila, immerhin von 2002 bis 2011 in 60 Spielen Teil der „Seleccion“, hat Vicente del Bosque einen adäquaten Ersatz für den Welt- und Europameister gefunden.

In den Gruppenspielen noch von einer merklichen Nervosität beschränkt, blühte der Abwehrspieler mehr und mehr auf, lieferte gegen Frankreich den entscheidenden Assist zum 1:0 durch Xabi Alonso und wusste auch im Halbfinale gegen Portugals starke Außenspieler zu überzeugen.

Wenig verwunderlich, dass der spanische Cheftrainer seinem Team-Baby eine große Zukunft prophezeit.

Diese beginnt am Sonntagabend um 20:45 Uhr, wenn Spanien im EM-Endspiel gegen Italien antritt.

Vielleicht ist es wenig später dann mit Albas Titellosigkeit auch schon vorbei.


Christian Eberle

Nun folgt die Besinnung auf seine Wurzeln, die Alba selbst in seinem ersten offiziellen Statement trocken ausdrückt: „Ich bin sehr glücklich, nach Hause zu kehren. Es war eine doppelte Befriedigung, sich für das Finale zu qualifizieren und die Transfer-Bestätigung zu erhalten.“

„Er ist einer von uns“

Freude über die Verpflichtung kam auch bei den Neo-Teamkollegen sehr schnell auf. „Er ist ein spektakulärer Fußballer, kompetitiv, aggressiv und liest das Spiel sehr gut“, lobt etwa Mittelfeld-Stratege Xavi.

Andres Iniesta, der mit Alba gemeinsam bei der EM die linke Seite der „Roja“ beackert, betont, dass „er weiß, wann er in den Angriff umschalten muss, gut kombiniert und aus der Barca-Schule stammt“ und fügt hinzu: „Er ist einer von uns.“

Große Anpassungsschwierigkeiten hält auch Pedro für ausgeschlossen, der in Partien gegen Valencia im direkten Duell mit seinem neuen Mitspieler stand: „Er ist schnell, hat einen starken linken Fuß und kann sowohl als Außenverteidiger als auch als Flügel agieren.“

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