Souverän, ohne zu glänzen

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Alonso ballert Spanien ins Halbfinale

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Titelverteidiger Spanien steht im Halbfinale der EM. Die Spanier gewannen am Samstag ein meist von Taktik und Vorsicht geprägtes Viertelfinale in Donezk gegen Frankreich 2:0 (1:0).

Der amtierende Welt- und Europameister setzte sich ohne Glanz dank eines Doppelpacks von Xabi Alonso durch.

Jubiläums-Doppelpack

Alonso traf in seinem 100. Länderspiel in der 19. Minute per Kopf und in der 91. Minute per Foul-Elfmeter.

Im vierten und letzten Viertelfinale treffen am Sonntag in Kiew England und Italien aufeinander.

Im Halbfinale bekommen es die Spanier am Mittwoch in Donezk im iberischen Derby mit Portugal zu tun, am Donnerstag spielt in Warschau Deutschland gegen England oder Italien.

Spanien ohne echten Stürmer

Spanien startete ohne seinen Stürmerstar Fernando Torres. Stattdessen setzte Trainer Vicente del Bosque im Angriff auf den gelernten Mittelfeldspieler Cesc Fabregas.

Bei Frankreich fehlte erstmals in diesem Turnier Samir Nasri in der Startelf von Coach Laurent Blanc, er wurde in der sehr defensiv ausgerichteten Anfangsformation von Yohan Cabaye ersetzt.

Neben Nasri mussten auch Alou Diarra und Hatem Ben Arfa auf der Ersatzbank Platz nehmen. Dieses Trio war beim Kabinen-Zoff nach der enttäuschenden 0:2-Pleite zum Vorrunden-Anschluss gegen Schweden federführend gewesen.

Taktisch geprägter Beginn

Vorsichtig wie die Aufstellungen war auch die Anfangsphase. Spanien diktierte wie fast immer dank deutlich mehr Ballbesitz das Geschehen, brachte den Gegner aber zunächst nicht in Verlegenheit.

Die Franzosen konzentrierten ihre Abwehrarbeit vor allem auf die linke spanische Angriffsseite rund um Andres Iniesta.

Gleich die erste gelungene Aktion von Iniesta und Co. über links brachte den Spaniern aber die 1:0-Führung.

Mit "Köpfchen" zur Führung

Nach Lochpass von Iniesta und Flanke von Jordi Alba setzte Alonso einen Kopfball aus sieben Metern überlegt und aufgesetzt ins linke Eck (19.). Würdiger hätte Alonso seinen 100. Länderspiel-Einsatz kaum eröffnen können.

Nach einer halben Stunde wurden die Franzosen am 40. Geburtstag von Zinedine Zidane etwas mutiger. Einen Freistoß von Cabaye aus knapp 30 Metern holte Spanien-Tormann Iker Casillas aus dem Kreuzeck (32.).

Ansonsten bemühte sich vor allem Franck Ribery, mit ambitionierten Vorstößen das Ruder herumzureißen.

Frankreich im zweiten Durchgang entschlossener

Die Franzosen zeigten sich nach der Pause aggressiver und entschlossener. Im spanischen Spiel zeigten sich wie schon in der Gruppenphase durchaus Schwächen, in der Defensive zeigte vor allem Gerard Pique immer wieder kleinere Unsicherheiten.

Der entscheidende letzte Pass der Franzosen kam aber meist nicht an, deshalb war einer Kopfball von Mathieu Debuchy über die Latte zunächst die größte Ausgleichschance (60.).

Die Spanier lauerten auf Konter. Frankreichs Tormann Hugo Lloris rettete genauso im letzten Moment vor Fabregas (62.) wie Laurent Koscielny vor dem eingewechselten Torres (69.).

Endgültige Entscheidung durch Elfmeter

Im Finish hetzten die Franzosen verzweifelt dem Rückstand hinterher, tauchten aber abgesehen von einem Ribery-Querpass (71.) nicht mehr gefährlich vor Casillas auf.

Den Schlusspunkt setzten stattdessen die Spanier.

Anthony Reveillere rempelte im Strafraum Pedro Rodriguez um, den Elfer verwandelte Xabi Alonso souverän ins linke Eck zum 2:0 (91.).

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