Das EURO-Finale im Head to Head

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Italien und Spanien im LAOLA1-Check

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In wenigen Stunden ist es soweit. Das Finale der EURO 2012 zwischen Spanien und Italien wird angepfiffen.

Damit treffen zwei Teams im Endspiel aufeinander, die sich bereits in der Gruppenphase duelliert haben. Das Ergebnis in einer recht ausgeglichenen Partie lautete 1:1 - Für Spannung ist also gesorgt.

LAOLA1 vergleicht die einzelnen Mannschaftsteile der beiden letzten Weltmeister:

Die Torhüter

Buffon und Casillas bei der EURO 2008

Im Tor der Finalisten stehen zwei absolute Champions. Sowohl Iker Casillas, als auch Gianluigi Buffon werden stets mit Superlativen bedacht. Und das zu Recht. Beide wurde je viermal Welttorhüter, sind Weltmeister und mehrfache Landesmeister mit ihren Klubs Real Madrid beziehungsweise Juventus Turin.

Naturgemäß spielen sowohl der Spanier als auch der Italiener bis jetzt eine überzeugende EM, und sind der sichere Rückhalt, den man für einen Turniersieg braucht. Casillas wurde noch nicht so oft geprüft, aber wenn man ihn brauchte, war er da. So bewahrte er beispielsweise sein Team gegen Kroatien mit einem unglaublichen Reflex gegen Rakitic vor einem Rückstand und dem drohenden EM-Aus.

Buffon ließ seine Klasse unter anderem gegen England aufblitzen, als er einen Johnson-Schuss aus kürzester Distanz mit einer Hand parieren konnte. Der Höhepunkt war allerdings sein Auftreten im Elfmeterschießen: Als England-Keeper Joe Hart schon bis in die Haarspitzen angespannt war, scherzte der 34-Jährige noch während des Münzwurfs mit dem Schiedsrichtergespann und hielt in Folge den Elfmeter von Ashley Cole.

LAOLA1-Fazit: Ein gerechtes Unentschieden. Hier stehen sich die wohl besten Torhüter der Welt gegenüber. Punkt für beide – 1:1

Die Verteidigung

Der Defensivverbund beider Teams ist kaum zu knacken. Italien kassierte bislang drei Gegentreffer, Spanien sogar erst einen.

Vor dem Turnier stand hinter der spanischen Verteidigung ein großes Fragezeichen, da Kapitän und Abwehrchef Carles Puyol verletzungsbedingt absagen musste. Die neu formierte Viererkette der „Furia Roja“ brachte die Kritiker jedoch rasch zum Verstummen. Sergio Ramos bildet mit Gerard Pique ein beinahe unüberwindbares Innenverteidiger-Duo. Der als Schwachpunkt ausgemachte Alvaro Arbeloa lässt auf der rechten Seite wenig anbrennen und traut sich auch nach vorne mehr zu, als man erwarten durfte. Auf der anderen Seite ist der junge Jordi Alba eine der Entdeckungen des Turniers.

Das Rückgrat der italienischen Defensive bilden Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini von Meister Juventus Turin – jener Mannschaft, die in der Liga in 38 Spielen nur 20 Tore zugelassen hat. Dazu kommt mit Federico Balzaretti eine der Überraschungen der EURO. Der 30-Jährige in Diensten von US Palermo hat erst elf Länderspiele absolviert, macht aber seine fehlende internationale Erfahrung mit Einsatz und Leidenschaft wett.

LAOLA1-Fazit: Obwohl die Eingespieltheit der Juve-Abwehr nicht zu unterschätzen ist, sind vor allem Spaniens Außenverteidiger in der Vorwärtsbewegung etwas stärker einzuschätzen. Punkt für Spanien - 2:1.

Die Spielmacher

Sowohl Xavi, als auch Andrea Pirlo sind das Herz ihrer Mannschaften, interpretieren ihre Rolle jedoch unterschiedlich. Der Spanier agiert meist vor den beiden „Sechsern“ Alonso und Busquets und zieht mit den beiden das berühmte „Tiki-Taka“ der Iberer auf. Kurze, genaue Pässe sind sein Spiel, er scheut den langen Ball wie der Teufel das Weihwasser, selbst Ecken spielt er fast nur kurz ab, und das, obwohl die Spanier durchaus den einen oder anderen kopfballstarken Spieler in ihren Reihen haben. Der 32-Jährige sucht im Gegensatz zu seinem Konterpart immer wieder per Dribbling oder Doppelpass den Weg in den Strafraum und sorgt so für reichlich Torgefahr.

Die Spielweise des Italieners wird hingegen gerne mit der eines Football-Quarterbacks verglichen. Pirlo lässt sich zumeist tief fallen und zieht das Angriffsspiel der Italiener von ganz hinten auf. Jede Offensivaktion geht über den 34-Jährigen. Was recht ausrechenbar klingt, ist aufgrund Pirlos individueller Klasse genau das Gegenteil. Er weiß, was er macht, bevor die Kugel bei ihm ist und beherrscht den kurzen Pass genauso wie den langen Ball in die Spitze. Darüberhinaus ist er durch seine Technik jederzeit in der Lage, sich aus brenzligen Situationen zu befreien. Ihn in Manndeckung zu nehmen, ist quasi unmöglich, was Joachim Löw, der Toni Kroos auf ihn angesetzt hat, schmerzlich erfahren musste. Last but not least ist Pirlo ein hervorragender Freistoßschütze, wie er gegen Kroatien bereits unter Beweis gestellt hat.

LAOLA1-Fazit: Xavi ist zweifelsfrei ein Weltklassespieler, aber keiner drückt einer Mannschaft so sehr den Stempel auf wie Pirlo, der die Saison und das Turnier seines Lebens spielt. Punkt für Italien – 2:3

Der Angriff

Balotelli hat bereits drei Treffer erzielt

Die Angriffsreihen sind wegen ihrer sehr unterschiedlichen Formationen schwer miteinander zu vergleichen.

Vincente del Bosque lässt neben den Außen David Silva und Andres Iniesta mal mit, mal ohne echter Spitze spielen. Er hat mit der „falschen Neun“ Cesc Fabregas und den Stürmern Fernando Torres, Fernando Llorente und Alvaro Negredo allerdings auch die Qual der Wahl. Während der EURO wurde Kritik laut, dass das System ohne richtigen Stürmer nicht für genügend Torgefahr sorgen würde, doch der Erfolg gibt dem Trainer Recht.

Cesare Prandelli setzt mit Antonio Cassano und Mario Balotelli auf zwei Stürmer. Dahinter agiert der offensive Mittelfeldspieler Riccardo Montolivo, der sowohl die Aufgabe hat, den letzten Pass zu spielen, als auch selbst immer wieder den Weg in den Strafraum zu suchen, wenn sich Cassano nach außen fallen lässt. Balotelli spielt den klassischen Mittelstürmer und hat spätestens mit seinem Auftritt im Halbfinale gegen Deutschland bewiesen, welche Klasse er besitzt.

LAOLA1-Fazit: Was die reinen Stürmerqualitäten betrifft, verfügt Italien mit Balotelli sicher über den momentan formstärksten Einzelspieler, die Spanier haben aber im Laufe des Turniers bewiesen, dass sie auch mit drei Mittelfeldspielern an vorderster Front immer für ein Tor gut sind. Punkt für beide – 3:4

Italien entscheidet den Vergleich ganz knapp für sich.

 

Fabian Santner

Das defensive Mittelfeld

Das defensive Mittelfeld der Spanier setzt sich aus den beiden Sechsern von Real Madrid und dem FC Barcelona zusammen. Während Sergio Busquets bei den Katalanen die Fäden in der Zentrale meisterhaft zieht, ist das Zusammenspiel mit Xabi Alonso nicht immer perfekt. Auch im Abwehrverhalten unterlief dem 23-Jährigen schon der eine oder andere Fehler.

Die Arbeiter im Mittelfeld der Italiener heißen Daniele de Rossi und Claudio Marchisio. Der designierte Roma-Kapitän zählt auf dieser Position zur absoluten Weltspitze. Nicht umsonst stand der 28-Jährige immer wieder auf dem Einkaufszettel der „Königlichen“. Früher als Raubein verschrien, fällt de Rossi mittlerweile nicht mehr durch unnötige Härteeinlagen, sondern Übersicht und Zweikampfstärke auf. Marchisio war diese Saison bei Juventus Turin einer der besten Spieler, in der Nationalmannschaft steht er nicht so sehr im Rampenlicht wie bei seinem Kub, erledigt seine Defensivaufgaben aber bravourös.

LAOLA1-Fazit: Die beiden Sechser der "Squadra Azzurra" leisteten sich bei dieser EURO praktisch noch keinen Fehler und setzten jeden Gegner mit frühem Pressing unter Druck, bei den Spaniern läuft es hingegen nicht mehr so geschmiert wie bei der WM. Punkt für Italien - 2:2

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