Gebrochene Herzen bei England

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"Wieder sind unsere Herzen gebrochen worden"

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England hat wieder einmal in der Entscheidung vom Elfmeterpunkt versagt. Gegen völlig überlegene, aber ineffiziente Italiener retteten sich die "Three Lions" im EM-Viertelfinale in Kiew am Sonntag zwar in die Verlängerung sowie ins Elfmeterschießen, zogen dort aber mit 2:4 den Kürzeren.

"So auszuscheiden ist extrem bitter, aber es ist schon oft passiert. Es wird an der Zeit, dass wir einmal ein Elfmeterschießen gewinnen", sagte Stürmerstar Wayne Rooney nach Englands sechster Pleite im siebenten Elfmeterschießen-Anlauf bei großen Turnieren seit 1990.

Gebrochene Herzen

Nach Treffern von Steven Gerrard und Rooney sowie Riccardo Montolivos Fehlschuss durften die Engländer auf den Sieg und ersten Halbfinaleinzug bei einem großen Turnier seit 1996 (EM) hoffen, Ashley Young traf in der Folge mit einem wuchtigen Schuss aber nur die Latte und Gianluigi Buffon hatte mit einem schwach geschossenen Versuch von Ashley Cole keine Mühe.

"Ich habe echt geglaubt, dass wir dieses Mal im Elfmeterschießen das nötige Glück haben, aber es hat wieder nicht sein sollen", sagte Gerrard.

Der Teamkapitän war verständlicherweise traurig, vor allem auch da eine "fantastische" Abwehrleistung nicht belohnt wurde. "Jedes Mal, wenn wir eingelaufen sind, haben wir unser Land stolz gemacht, aber wieder sind unsere Herzen gebrochen worden, das ist ganz schwer zu akzeptieren", sagte der Mittelfeldspieler.

Engländer mit realistischer Einschätzung

Gerrard vergaß aber im Moment des bitteren Out auch nicht auf eine realistische Einschätzung der Partie. "Ich muss Italien loben, sie haben eine fantastische Mannschaft."

Die Überlegenheit der Italiener gestand auch Rooney ein, der seinen Elfmeter souverän verwandelte. "Sie hatten mehr Ballbesitz und Chancen, aber viele Hochkaräter waren nicht dabei", resümierte der Manchester-United-Stürmer.

Rooney kehrte trotz des bitteren Ausscheidens vor allem das Positive hervor. "Niemand hat von uns viel erwartet bei diesem Turnier, aber wir haben gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft haben", erinnerte der 26-Jährige.

Blick ist bereits auf die Zukunft gerichtet

"Wir müssen den Kopf jetzt wieder hoch nehmen. Wir sind gut organisiert und das ist gut für die Zukunft", blickte Rooney optimistisch in die Zukunft.

Die nächste Aufgabe startet bereits im Herbst mit den Qualifikationsspielen zur WM 2014 in Brasilien, in der die Engländer in der Gruppe H auf Montenegro, die Ukraine, Polen, Moldawien und San Marino treffen.

Teamchef Roy Hodgson ist fix dabei, hatte er doch erst Anfang Mai einen Vierjahresvertrag unterzeichnet. Nach dem letzten Auftritt beim Turnier in Polen und der Ukraine lobte der 64-Jährige die Courage seiner Mannschaft.

Hodgson ist zufrieden

"Die Mannschaft hat alles gegeben", betonte Englands Trainer. "Es war eine sehr gute Leistung, ich bin sehr zufrieden, wie die Spieler England vertreten haben."

Hodgson räumte allerdings ein, dass seine Truppe nicht gut genug gewesen sei, um die Partie vor dem Elfmeterschießen für sich zu entscheiden.

"Und jetzt müssen wir wieder einmal nach Hause fahren, weil wir einfach kein Elfmeterschießen gewinnen können", ärgerte sich Englands Teamchef.

Die Entscheidung vom Punkt sei ein anderer Bewerb wie ein Fußballspiel. Und in diesem hatten die Italiener die nervenstärkeren Spieler in ihren Reihen.

Die Coolness von Pirlo

Hodgson imponierte vor allem der Treffer von Andrea Pirlo, der mit einem in Panenka-Manier verwandelten Elfmeter den Umschwung zugunsten der Italiener eingeleitet hatte.

"Die Coolness, die Pirlo an den Tag gelegt hat, hast du einfach als Spieler oder nicht", sagte der Ex-Trainer von Paul Scharner bei West Bromwich Albion. "So etwas kann man nicht trainieren."

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