UKR - SWE: Keiner will der Favorit sein

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Am Montag steigt auch der zweite Gastgeber der Fußball-EM ins Turnier ein. Und die Ukraine will es in Gruppe D gegen Schweden (Kiew, 20.45 Uhr im LIVE-Ticker) besser machen als die Polen, die am Freitag zum Auftakt über ein 1:1 gegen Griechenland nicht hinausgekommen waren.

Auch wenn die Vorzeichen nicht für die Elf von Oleg Blochin sprechen, die sich zuletzt mit Testspielniederlagen und einer angeblichen Lebensmittelvergiftung herumschlagen musste.

Coach Blochin, der die Ukraine 2006 überraschend bis ins WM-Viertelfinale geführt hatte, will die Erwartungen vor dem ersten EM-Auftritt einer ukrainischen Auswahl aber niedrig halten.

Große Defizite

"Ich denke, der Umstand, dass wir nicht als Favoriten gesehen werden, ist gut. Dann lastet weniger Druck auf dem Team", meinte der 59-Jährige. Freimütig plauderte er am Samstag noch über schwere Defizite in Offensive und Defensive und wollte dieser Einschätzung seiner Truppe so noch zusätzliche Nahrung geben.

Tatsächlich konnte die Ukraine in der Vorbereitung aber kaum überzeugen, die jüngsten Testniederlagen gegen Österreich und die Türkei haben bei Fans und Medien für Unruhe gesorgt.

Der Umstand, dass Altstar Andriy Shevchenko noch immer als Galionsfigur herhalten muss, spricht Bände. Der ehemalige Stürmer des AC Milan, der zu Beginn wohl nur auf der Bank sitzen wird, gelobte freilich Besserung.

"Es stimmt, dass gegen die Türkei und Österreich Dinge passiert sind, die alles andere als beabsichtigt waren. Aber ich kann versichern, dass man im Spiel gegen Schweden eine völlig andere Ukraine sehen wird", erklärte Shevchenko.

Torhüter-Problem beim Gastgeber

Sorgenfalten bereitet Blochin, der zumindest im Mittelfeld zentral mit Bayerns Anatoliy Tymoshchuk sowie den Flügeln Andriy Iarmolenko und Yevgen Konoplyanka über verlässliche Kräfte verfügt, in jedem Fall der Ausfall seiner drei besten Torhüter.

Oleg Blochin meint, keinen Druck zu haben

So darf sich Andriy Pyatov, der mit bisher 26 Teameinsätzen der Erfahrenste des "Restkontingents" ist, gute Chancen auf einen Einsatz ausrechnen.

Auch die Schweden gehen als Außenseiter in die Gruppe, in der Frankreich und England als klare Favoriten auf den Aufstieg ins Viertelfinale gelten. Zwar ist man seit 2000 stets bei der Kontinentalmeisterschaft vertreten, nur 2004 erreichte man aber die K.o.-Runde.

Für Trainer Erik Hamren ist die Sache klar: "Die Ukraine tritt vor Heimpublikum an, deshalb ist sie gegen uns Favorit", sagte er.

Torgefährliche Schweden

Nach mehreren Jahren recht konservativen Spiels unter dem pragmatischen Lars Lagerbäck hat der 2009 ins Amt gelangte Hamren dem Tre Kronor-Team mehr Spielfreude und Lust auf Offensive verordnet. In den drei Testspielen 2012 erzielten die Schweden acht Treffer, fünf davon bei den jüngsten Siegen gegen Island (3:2) und Serbien (2:1).

Die größten Hoffnungen ruhen neben den fast 10.000 schwedischen Fans im Stadion einmal mehr auf Ausnahmestürmer Zlatan Ibrahimovic, dem einzigen echten Star der Schweden.

Hamren hat dem 31-Jährigen, der beim AC Milan mit 28 Toren aktueller Serie-A-Torschützenkönig ist, als hängende Sturmspitze mehr Freiheiten gegeben.

Kapitän Ibrahimovic

"Wir haben versucht, eine Balance zwischen der Rolle als Nummer 9 und Nummer 10 zu finden, und es ist uns gut gelungen", meinte Ibrahimovic, der die Schweden erstmals bei einer Endrunde als Kapitän aufs Feld führen wird. "Es macht mich sehr stolz, bedeutet aber auch eine große Verantwortung", erklärte der einstige Heißsporn.

Die jüngste Kritik am Abwehrverhalten lässt Hamren jedenfalls kalt. "So lange wir mehr Tore als der Gegner erzielen, bin ich glücklich", betonte der 54-Jährige - und merkte an: "Wenn wir nur defensiv spielen, wird der Gegner zu weniger Chancen kommen. Aber wir werden dann auch weniger Chancen herausspielen."

Mögliche Aufstellungen:

Ukraine - Schweden (20.45 Uhr, Kiew, Olympiastadion, SR Cüneyt Cakir/TUR).

Ukraine:
12 Pyatov - 9 Gusiev, 5 Kucher, 20 Rakitskyy, 2 Selin - 11 Yarmolenko, 4 Tymoshchuk, 18 Nazarenko, 19 Konoplyanka - 22 Devic, 10 Voronin

Ersatz: 23 Goryainov, 1 Koval - 3 Khacheridi, 13 Shevchuk, 17 Mikhalik, 21 Butko, 6 Garmash, 8 Aliiev, 14 Rotan, 7 Shevchenko, 15 Milevskyy, 16 Seleznyov


Schweden:
1 Isaksson - 2 Lustig, 3 Mellberg, 5 M. Olsson, 4 Granqvist - 6 Elm, 9 Källström - 7 Larsson, 10 Ibrahimovic, 20 Toivonen - 11 Elmander

Ersatz: 23 Hansson, 12 Wiland - 15 Antonsson, 13 J. Olsson, 17 Safari, 19 Bajrami, 18 Holmen, 8 Svensson, 16 Wernbloom, 21 Wilhelmsson, 14 Hysen, 22 Rosenberg

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