"Angst ist beste Voraussetzung, um bestraft zu werden"

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Die ukrainischen Fans hoffen auf den nächsten Coup ihrer Nationalmannschaft.

Doppel-Torschütze Andriy Shevchenko und seine Kollegen haben mit dem 2:1-Auftakterfolg gegen Schweden eine Euphoriewelle im EM-Gastgeberland ausgelöst, die am Freitag (18.00 Uhr) im zweiten Match der Gruppe D in Donezk gegen Frankreich einen neuen Höhepunkt erleben soll.

Bei einem weiteren Sieg wären die Ukrainer schon fix im Viertelfinale. Die als Titelkandidaten gehandelten Franzosen würden dann vor dem dritten bitteren Vorrunden-Aus nach der EM 2008 und der WM 2010 stehen.

"Sheva" hat es immer noch drauf

Der 35-jährige Shevchenko weiß, dass die Mannschaft inmitten des allgemeinen Ausnahmezustands und der schwülen Hitze mit rund 32 Grad cool bleiben muss.

"Wir dürfen nicht den Fehler machen, uns von dieser Euphorie verrückt machen zu lassen. Dann haben wir eine gute Chance, das Viertelfinale zu erreichen", sagte der ukrainische Nationalheld, hinter dessen Form vor Turnierstart aufgrund von Rückenproblemen und seines Alters ein großes Fragezeichen gestanden war.

Mit den beiden Kopfballtoren gegen Schweden hat "Sheva" eindrucksvoll demonstriert, dass er es noch immer drauf hat. Für Teamchef Oleg Blochin war dies keine Überraschung.

"Ich konnte nicht nachvollziehen, warum Shevchenko vor dem Turnier abgeschrieben wurde. Ich weiß um seine Klasse bescheid", meinte Blochin über den Stürmer, der in seiner Karriere u.a. 48 Mal für die Ukraine und 127 Mal für AC Milan getroffen hat.

Nasri sorgte für Aufregung

Mit den seit 22 Partien ungeschlagenen Franzosen wartet auf die Ukrainer aber ein echtes Schwergewicht, das noch dazu 2011 ein Testmatch in Donezk gegen die Ukraine gleich 4:1 gewonnen hat.

Im Gegensatz zu den Schweden, bei denen vor allem Zlatan Ibrahimovic für Gefahr sorgt, verfügen die Franzosen mit Samir Nasri, Karim Benzema oder Franck Ribery über eine Reihe an brandgefährlichen Offensivkräften.

Bei den Franzosen drehte sich nach dem 1:1 gegen England alles um den Torschützen Nasri. Der Manchester-City-Legionär hatte sich nach seinem Ausgleichstreffer am Montag in der Donbass Arena wütend den Finger über die Lippen gelegt und kritische Journalisten zum Schweigen aufgefordert.

Nun forderte Verbandschef Noel Le Graet die Medien auf, endlich einen Schlussstrich unter die Nasri-Affäre zu ziehen und sich wieder auf den Sport zu konzentrieren.

Blanc fordert Mut und Lockerheit

Teamchef Laurent Blanc nimmt vor dem Duell mit den Ukrainern vor allem seine Offensive in die Pflicht.

"Wir hatten gegen England zu wenig Präsenz vor dem gegnerischen Tor. Wir müssen uns mehr zutrauen, denn Angst ist die beste Voraussetzung, um bestraft zu werden." Gleichzeitig forderte Blanc seine Akteure auf, "locker" zu bleiben.

Die rund 1.000 französischen Fans werden in der mit 50.000 Zuschauern gefüllten Donbass-Arena einen schweren Stand haben. Und auch die französischen Kicker wissen, dass einiges auf sie zukommen wird.

"Die Ukrainer sind hochmotiviert und haben das Publikum im Rücken. Auf uns wartet eine harte Prüfung, aber wir sind bereit", sagte Rechtsverteidiger Mathieu Debuchy.

 

Mögliche Aufstellungen:

Ukraine - Frankreich

18.00 Uhr, Donezk, Donbass Arena, SR Kuipers/NED

Ukraine:

12 Pyatov - 9 Gusev, 3 Chacheridi, 17 Mykhalyk, 2 Selin -
11 Jarmolenko, 4 Tymoshchuk, 19 Konoplyanka - 18 Nazarenko - 7
Shevshenko, 10 Voronin

Ersatz: 23 Goryainov, 1 Koval - 5 Kucher, 20 Rakitsky, 22 Devic, 13
Shevchuk, 21 Butko, 6 Garmasch, 8 Aliev, 14 Rotan, 15 Milevsky,
16 Seleznev

Frankreich:

1 Lloris - 2 Debuchy, 5 Mexes, 4 Rami, 3 Evra - 6
Cabaye, 18 Diarra, 15 Malouda - 11 Nasri, 10 Benzema, 7 Ribery

Ersatz: 16 Mandanda, 23 Carrasso - 22 Clichy, 21 Koscielny, 13 Reveillere, 17 M'Vila, 19 Martin, 12 Matuidi, 20 Ben Arfa, 9 Giroud, 14 Menez, 8 Valbuena

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