Franzosen nach Sieg kurz vor Viertelfinal-Einzug

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Frankreich hat den Bann gebrochen. Mit dem ersten Sieg bei einem Großereignis seit dem WM-Halbfinale 2006 haben die Franzosen ihre Rolle als Geheimfavorit bei der EM in Polen und der Ukraine bestätigt.

Nach einem 2:0 im Regenchaos von Donezk gegen die Ukraine ist die Equipe von Teamchef Laurent Blanc kaum noch aus dem Viertelfinale zu verdrängen. Der Co-Gastgeber dagegen steht vor dem Aus.

Ukraine muss siegen

Die Ukrainer benötigen zum Abschluss am Dienstag gegen England unbedingt einen Sieg, um sich nicht bereits in der Gruppenphase aus dem Heimturnier zu verabschieden.

Nur wenn sie gegen die bereits ausgeschiedenen Schweden höher verlieren sollten als die Engländer gegen die Ukraine, würde es auch für die Franzosen noch einmal brenzlig.

Eine Niederlage mit einem Tor Unterschied wäre also immer noch genug.

Torverhältnis könnte entscheiden

Die gute Ausgangslage ändert für Blanc nichts. "Wir werden uns nicht auf Rechenspiele einlassen. Wir bereiten uns genauso auf das Spiel vor wie immer. Egal, ob wir jetzt gewonnen haben oder nicht", erklärte der Teamchef.

Zudem könnte im Fernduell mit den punktegleichen Engländern das Torverhältnis über den Gruppensieg entscheiden.

Der Lohn dafür dürfte es sein, einem Viertelfinale gegen Topfavorit Spanien zu entgehen.

Menez überzeugte

Änderungen in der Startformation seien im abschließenden Gruppenspiel allerdings möglich, verriet Blanc.

Gegen die Ukrainer überzeugte vor allem Torschütze Jeremy Menez von Paris St. Germain. Aber auch die Topstars Karim Benzema, der beide Tore vorbereitete, und Franck Ribery mit mehreren gefährlichen Vorstößen bewiesen ihren Wert.

"Der blaue Blitz", titelte die Sportzeitung "L'Equipe" am Samstag. "Frankreichs Team im Sturm wiederbelebt", ergänzte "Le Figaro".

Gewitter führt zu Unterbechung

Tatsächlich hatte ein heftiges Gewitter kurz nach Anpfiff zu einer 57-minütigen Spielunterbrechung geführt.

Nach der Niederlage im Regenchaos vermiesten aber vor allem die Zuschauer Ukraine-Teamchef Oleg Blochin die Laune.

Schönwetter-Fans quittierten das drohende EM-Aus des Heimteams mit einem Pfeifkonzert. "Das ist nicht fair", ärgerte sich Blochin. "Wenn wir gewinnen, ist alles gut. Aber wenn wir verlieren, wollen uns die Fans gleich erschießen."

Blochin von Fans enttäuscht

Die ukrainische Fußball-Legende forderte Unterstützung, auch wenn einmal nicht alles nach Plan läuft.

"Man muss das Team immer unterstützen", betonte Blochin. "Sie sollen mich auspfeifen, aber nicht das Team. Die Burschen können nichts dafür, sie haben alles versucht."

An die Leistung vom 2:1-Auftaktsieg gegen Schweden kamen die Ukrainer aber nicht heran. Den wirbelnden Franzosen hatten sie wenig entgegenzusetzen.

Nur Shevchenko sorgt für Torgefahr

"Wir werden eine ernsthafte Diskussion führen müssen", gestand Blochin. "Es kann nicht sein, dass wir ein Spiel gewinnen und dann so auftreten."

Lediglich Altstar Andrej Shevchenko, der schon gegen Schweden mit einem Doppelpack brilliert hatte, strahlte bei zwei Chancen so etwas Ähnliches wie Gefahr aus.

"Wir müssen akzeptieren, dass Frankreich in der zweiten Hälfte besser gespielt hat", sagte Shevchenko.

Stimmung getrübt

Ungeachtet der durch die Pfiffe getrübten Stimmung kennt die Ukraine nur noch ein Ziel.

"Wir denken nur noch an eine Sache: England zu schlagen", erklärte Shevchnko. Bisher sind nur Belgien (2000), Österreich und die Schweiz (2008) als EM-Ausrichter bereits in der Gruppenphase gescheitert.

Polen hatte am Samstagabend mit einem Sieg gegen Tschechien noch die Chance, das zu verhindern.

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