"Trap" hat noch nicht fertig

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Trapattoni und das Wiedersehen mit Italien

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In Deutschland ist er für seine Brandrede bei Bayern München ("Ich habe fertig") bekannt, in Österreich neben einem Meistertitel mit Red Bull Salzburg auch für ein blamables 0:7 gegen Rapid.

In Irland hat sich Giovanni Trapattoni mit der ersten EM-Teilnahme seit 1988 unsterblich gemacht.

Der "Maestro" wurde schon im Herbst mit einer Vertragsverlängerung belohnt. Der 73-Jährige wird die Iren auch in der kommenden WM-Qualifikation mit Gruppengegner Österreich betreuen.

Die meisten Titel

Bei der WM 2014 in Brasilien wäre Trapattoni 75 Jahre alt. Der Altmeister scheint nie genug zu haben.

"Bedanken für die Vergangenheit, leben in der Gegenwart und offen sein für die Zukunft", zitierte der Startrainer im April 2008 bei seinem Abschied aus Salzburg sein Lebensmotto.

Dabei ist Trapattoni mit 22 Clubtiteln längst der meistdekorierte unter den 16 EM-Trainern.

Revanche bei der EURO

Lediglich als italienischer Teamchef war "Trap" nicht von Glück verfolgt.

Dem Aus im WM-Achtelfinale 2002 folgte bei der EM 2004 ein noch bittereres in der Gruppenphase. Der Rauswurf sitzt immer noch tief.

Die Revanche könnte ausgerechnet bei der EM erfolgen. Im abschließenden Gruppenspiel treffen die Iren am 18. Juni in Posen als größter Außenseiter auf Italien.

Ungeliebtes Wiedersehen

"Ich hätte lieber nicht gegen Italien gespielt", versicherte Trapattoni.

Schon in der Quali für die WM 2010 hatte er die Iren gegen sein Heimatland zu zwei Remis geführt, ehe in einem umstrittenen Playoff gegen Frankreich das Aus kam.

Zwei Jahre später nutzte Trapattoni die Gunst eines glücklichen Loses, in der EM-Barrage gegen Außenseiter Estland hatte sein Team keine Mühe.

Die Null muss stehen

Der Teamchef setzt wie bei seinen vorangegangenen Stationen auf eine sehr konservative Defensivtaktik.

In Salzburg hatte ihm diese trotz eines Meistertitels mit 19 Punkten Vorsprung 2007 einige Kritik und bei seinem Abgang ein Jahr später sogar Pfiffe eingebracht.

"Es ist schon ein großer Erfolg, wenn du 51 Prozent der Leute auf deiner Seite hast", erklärte Trapattoni. In Irland sind es weit mehr.

Weniger Gehalt

In Zeiten der Wirtschaftskrise hat Trapattoni sogar einer Gehaltsreduktion zugestimmt.

1,5 Mio. Euro soll die Trainer-Legende pro Jahr kassieren, einen Teil davon finanziert der irische Telekom-Milliardär Denis O'Brien.

Der Altmeister hat den Iren, die sich mangels Erfolg vom Fußball vollends dem Rugby (Grand Slam 2009) zuzuwenden drohten, neue Hoffnung gegeben.

Homogene Truppe

"Wir haben niemanden, der so kreativ wie Messi oder Ronaldo ist", erinnerte Trapattoni. "Aber wir haben ein starkes Team, das gut organisiert und ausgeglichen ist."

Es trägt zweifellos seine Handschrift. Jene Handschrift, mit der er für Juventus Turin, Inter Mailand, Bayern München, Benfica Lissabon und Salzburg insgesamt zehn Meistertitel geholt hat.

Gegen ÖFB-Elf

In zwei Qualifikationen unter "Trap" hat Irland nur ein einziges Spiel verloren. In der nächsten geht es am 26. März 2013 zu Hause und am 10. September 2013 auswärts gegen Österreich.

Trapattoni will an seinem Konzept festhalten, gesundheitliche Probleme hat der Workaholic stets vom Tisch gewischt.

Selbst nach einer erfolgreichen EURO hätte Trapattoni noch lange nicht fertig.

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