Italienische Schadensbegrenzung

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Italiens Nationalmannschaft musste sich nach einer chaotischen Woche sowie der Niederlage im einzigen EM-Test deftige Schlagzeilen gefallen lassen.

"Was für eine Blamage!", titelte "Tuttosport" am Samstag.

"Erst Chaos, dann Ohrfeigen. Wach auf Italien!", forderte die "Gazzetta dello Sport" acht Tage vor dem EM-Auftakt gegen Titelverteidiger Spanien.

"Diese Niederlage wird uns eine Lehre sein", versicherte Nationalcoach Cesare Prandelli. Vor dem Spiel hatte er selbst die Verunsicherung in der Squadra Azzurra noch vergrößert, als er Italiens EM-Teilnahme infrage stellte.

"Prandelli hat das nur so daher gesagt"

"Wenn es unserem Fußball helfen würde, dass wir nicht zur Europameisterschaft fahren, dann wäre es kein Problem", hatte der Coach am Freitag gesagt.

Italiens Fußballverbandspräsident Giancarlo Abete mühte sich um Schadensbegrenzung: "Unsere EM-Teilnahme ist in keiner Weise in Gefahr. Prandelli hat das nur so daher gesagt", erklärte der Verbandsboss.

Anfang der Woche hatte Regierungschef Mario Monti schon mit einem ähnlichen Gedankenspiel für einen Aufschrei gesorgt. Monti hatte laut über einen totalen Stopp des Profi-Fußballs in Italien für zwei bis drei Jahre nachgedacht.

Buffons Schulter okay

Die einzig positive Nachricht kam nach dem Russland-Spiel von Nationaltorwart Buffon. "Die Schulter macht mir keine Sorgen", sagte der Kapitän der Azzurri, der zur Halbzeit ausgewechselt worden war.

"Das war eine Vorsichtsmaßnahme", erklärte Teamarzt Enrico Castellacci. Der Keeper habe sich bei einer Parade in der ersten Hälfte eine Zerrung in der rechten Schulter zugezogen. Buffons EM-Teilnahme ist nicht in Gefahr.

Die Wogen glätten sich

Auch in Bezug auf seine angebliche Verwicklung in Wettgeschäfte in Parma glätteten sich die Wogen. "Gegen mich wird weder ermittelt noch muss ich aussagen. Ich habe nichts Schlechtes gemacht und bin niemandem Erklärungen schuldig", sagte Buffon.

Das in einem Wettbüro in Parma gefundene Geld sei nicht für Wetten eingesetzt worden, erklärte Buffons Anwalt Marco Valerio Corini.

Der Besitzer des Wettbüros sei ein langjähriger Freund des Torwarts. Er wickle für Buffon Immobiliengeschäfte und andere Investments ab.

20 Rolex im Safe

"Für den größten Überweisungsbetrag wurden 20 Rolex gekauft. Die liegen seit Monaten in Buffons Safe. Wir können für jeden Geldfluss beweisen, dass er nicht für Sport-Wetten eingesetzt wurde", betonte der Anwalt.

Der italienische Fußball-Verband wird Buffon nach Angaben der "Gazzetta dello Sport" dennoch wegen der Angelegenheit befragen. Der genervte Buffon sagte zu dem ganzen Wirbel abschließend: "Ich mache mit meinem Geld, was ich will!"

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