Bilic: "Ich erwarte bei der EM große Dinge von ihm"

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Nach dem bitteren Aus vor vier Jahren will Kroatien bei der Fußball-EM 2012 positiv auf sich aufmerksam machen. In eine in Polen beheimatete Gruppe mit Titelträger Spanien, Italien und Irland gelost, peilen die "Vatreni" (Feurigen) zunächst einmal das Viertelfinale an.

Ein wichtiger Teil im Ensemble von Teamchef Slaven Bilic könnte dabei der Ex-Rapidler Nikica Jelavic sein. Der Stürmer präsentierte sich in der englischen Premier League zuletzt in Topform.

Den Feinschliff für die EURO holten sich die Kroaten in bekannten Gefilden. In Bad Tatzmannsdorf, wo bereits 2008 das Teamcamp aufgeschlagen wurde, bestreiten sie bis Freitag ein einwöchiges Trainingslager, ehe es zum abschließenden EM-Test nach Norwegen weitergeht.

Qual der Wahl in der Offensive

Im Burgenland formte der Weltranglisten-Achte auch den finalen EM-Kader. Die Hoffnungen von Bilic ruhen dabei vor allem auf der Offensive.

Neben Jelavic kann der studierte Jurist und UNICEF-Botschafter im Angriff auf Ivica Olic (Bayern München), Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg) und Eduardo (Schachtar Donezk) vertrauen.

"Mandzukic hatte bei Wolfsburg und in der Nationalelf eine ausgezeichnete Saison, Jelavic war phänomenal, über Olic brauchen wir kein Wort zu verlieren", stimmte der nach der EM bei Lok Moskau arbeitende Bilic bei der Kaderpräsentation Lobeshymnen an.

Die Insel liegt Jelavic

Jelavic scheint trotz seiner bisher mageren Quote im Teamtrikot - in 18 Einsätzen hat der 26-Jährige zumeist als Wechselspieler nur zwei Tore erzielt - gesetzt. Nach seinem 10 Mio. Euro teuren Transfer von den Glasgow Rangers zu Everton im Jänner blühte der Stürmer auf der Insel weiter auf.

Hatte Jelavic für die Schotten bereits 30 Tore in 45 Einsätzen erzielt, traf er auch für den Club aus Liverpool. Im April wurde er nach sechs Toren in drei Spielen gar als erster Kroate zum "Player of the Month" der Premier League gewählt.

Es scheint schwer vorstellbar, dass Bilic ihn zum EM-Start gegen Irland am 10. Juni auf die Bank setzt. Der nicht unbedingt in bestem Einvernehmen von Rapid geschiedene Jelavic macht sich darüber ohnedies keinen Kopf. Er gab sich ganz als Teamplayer.

"Habe großen Schritt nach vorne gemacht"

"Wir wollen bei der EM als Kollektiv bestehen, nicht als Individualisten. Wir müssen zusammen daran arbeiten, unser Land stolz zu machen", sagte der im August 2010 von Wien nach Glasgow transferierte Angreifer in Bad Tatzmannsdorf.

Wie sein voraussichtlicher Sturmpartner Mandzukic hat auch Jelavic noch keine Einsätze bei EM- und WM-Endrunden zu Buche stehen. Die in ihn gesetzten Erwartungshaltungen sollen ihn nicht bremsen.

Bilic erwartet "große Dinge"

"Ich betrachte dies als Herausforderung. Ich bin mir bewusst, dass man viel von mir erwartet, weil ich in den letzten sechs Monaten einen großen Schritt nach vorne gemacht habe", meinte Jelavic.

2008 scheiterte Kroatien im Viertelfinale im Elfmeterkrimi mit 1:3 an der Türkei, nachdem sich die Ex-Jugoslawen in der letzten Minute der Verlängerung noch den Ausgleich eingefangen hatten. Nun droht mit den Großmächten Spanien und Italien in einem Pool schon das Aus nach der Gruppenphase.

Dass es nicht soweit kommt, dafür soll auch Jelavic sorgen. Sein Trainer setzt jedenfalls große Hoffnungen in ihn. "Er ist ein wirklich wichtiger Spieler für uns. Ich erwarte bei der EM große Dinge von ihm", betonte Bilic.

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