Ronaldo straft seine Kritiker

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Die Ronaldo-Show

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Es war sein Abend.

Mit zwei Toren beim 2:1-Sieg entschied Cristiano Ronaldo das Duell zwischen Portugal und Niederlande im Alleingang. Mit 12 (!) Torschüssen stellte er zudem einen neuen Turnier-Rekord auf.

Dank des 27-Jährigen stehen die Portugiesen im Viertelfinale und treffen am kommenden Donnerstag auf Tschechien.

Der Erfolg über die Elftal war Balsam für die zuletzt gescholtene Seele des Superstars. Denn nach dem zweiten Gruppenspiel gegen Dänemark hagelte es nur so Kritik.

Verhöhnt und kritisiert

Die Dänemark-Fans verhöhnten den Real-Star nach seinen zwei kläglich vergeben Top-Chancen unmittelbar nach Schlusspfiff mit „Messi, Messi“-Rufen. Die Medien bezeichneten den teuersten Fußballer der Welt als „Chancentod“ und „Versager“.

Dazu die Diskussion um seine anhaltende Torsperre im Nationalteam. Während der Portugiese für die „Königlichen“ in der abgelaufenen Saison 60 Tore in 52 Spielen erzielte, datierte sein letzter Treffer im Dress der Seleccao vor der Begegnung gegen die Niederlande vom November 2011.

Es hatte den Anschein, Ronaldo würde eine Lachnummer der EURO werden.

Doch es kam anders, gegen Robben und Co. explodierte der Ausnahmekönner:

Die Ronaldo-Show re-live:

16. Minute: Der Offensiv-Künstler lässt am Sechzehner Verteidiger Vlaar stehen, trifft mit einem Flachschuss aber nur die Stange.

28. Minute: Perreira mit einem Zuckerpass auf Ronaldo, der alleine vor Stekelenburg auftaucht und im Gegensatz zum Dänemark-Match ganz cool aus kurzer Distanz trifft.

35. Minute: Nach einem Moutinho-Eckball köpfelt der Weltfußballer von 2008 nur Zentimeter am Tor vorbei.

72. Minute: Sensationeller Konter aus der eigenen Hälfte. Ronaldo macht alles richtig, bedient den freistehenden Nani, der nur noch den Fuß hinhalten muss, doch Stekelenburg pariert mit einem sensationellen Reflex.

74. Minute: Wieder ein perfekter Konter. Nani überbrückt das Mittelfeld mit einem weiten Pass auf Ronaldo, der van der Wiel mustergültig stehen lässt und souverän trifft.

90. Minute: Zum zweiten Mal verhindert Aluminium einen Treffer des portugiesischen Kapitäns.

Tore Ronaldo junior gewidmet

Als Schiedsrichter Nicola Rizzoli die Partie beendete, war Ronaldo die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Der begnadete Kicker, wusste, dass diesmal nicht über seine Frisur oder seine teilweise arrogant wirkende Art diskutiert würde, sondern seine Leistung am Platz.

In der Stunde des großen Erfolgs blieb der wohl polarisierendste  Fußballer der Gegenwart jedoch am Boden. Nur das Lächeln kehrte zurück.

„Ich bin sehr glücklich. Heute hat ja auch mein Sohn Geburtstag, ihm widme ich meine beiden Tore“, meinte der Matchwinner mit einem Verweis auf sein mit Glückwünschen ausgestattetes Unterleiberl.

Marwijk lobt Ronaldo

Auch Bondscoach Bert van Marwijk zollte der Leistung des ehemaligen ManUnited-Akteurs Respekt: „Er hat den Unterschied ausgemacht.“

Als Belohnung für einen gelungen Abend gab es für „CR7“ nicht nur erstmals bei dieser EM Sprechchöre, sondern  auch den Titel des „Man of the Match“.

„Ohne das Team hätte ich diesen Preis nicht gewonnen“, gab sich der Vize-Europameister von 2004 bescheiden.

Bento stolz

Weitaus euphorischer zeigte sich da schon Portugal-Trainer Paulo Bento: "Ich bin stolz, was wir als Team erreicht haben. Wir waren in allen drei Spielen sehr gut organisiert. Wir haben unser bestes Spiel gezeigt und sind zufrieden, dass wir unser großes Ziel, das Viertelfinale, erreicht haben."

Und mit einem Ronaldo in dieser Verfassung ist für die Portugiesen auch in der K.O.-Phase  noch einiges möglich.

Martin Wechtl

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