Bei der Nationalmannschaft fühlt sich Podolski wohl

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Lukas Podolski ist ein Ausnahme-Spieler. Nicht nur, dass er als Einziger im aktuellen DFB-Kader Teamchef Joachim Löw duzt. Der erst vor wenigen Tagen, am 4. Juni,  27 Jahre alt gewordene „Poldi“ bestreitet im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark sein 100. Länderspiel für Deutschland. Damit wird der Kölner zum jüngsten Europäer, der je diese Schallmauer durchbrechen konnte.

Podolski, ein gebürtiger Pole, feierte sein Debüt in der Nationalmannschaft am 6. Juni 2004 in Kaiserslautern gegen Ungarn, zwei Tage nach seinem 19. Geburtstag. E

s war das letzte Testspiel vor der nahenden EM in Portugal. Teamchef Rudi Völler brachte den Kölner Shootingstar in der 74. Minute für Fredi Bobic ins Spiel.

One Night in Bangkok

„Poldi“ durfte in der Folge auch mit zur EM, musste dort mit dem Vorrundenaus aber einen seiner bittersten Momente mit der Nationalmannschaft erleben. Rudi Völler nahm danach freiwillig seinen Hut, Podolskis weiterer Nationalmannschafts-Karriere tat das aber keinen Abbruch.

"Poldis" Debüt 2004 gegen Ungarn

Sein erster Treffer gelang dem Stürmer im Dezember desselben Jahres. Im Rahmen der Asienreise der Nationalmannschaft machte sich Podolski in Bangkok gegen Thailand wenige Tage vor Weihnachten selbst das größte Geschenk.

Poldi erzielte das zwischenzeitliche 3:1 und weil es so schön war, steuerte er gleich noch einen zweiten Treffer zum 5:1-Sieg bei.

"Poldi" muss sich wohl fühlen

Auch in den Jahren danach war „Poldi“ stets fixer Bestandteil der DFB-Elf. Heim-WM 2006, EURO 2008, WM 2010 und nun EURO 2012 – überall war Podolski dabei und zumeist auch gesetzt.

Der 27-Jährige braucht bestimmte Rahmenbedingungen, um seine Top-Leistung abrufen zu können, das ist kein Geheimnis. In diesem Punkt gleicht  der Kölner beinahe einem Brasilianer. Bei der Nationalmannschaft passte es für „Poldi“ aber seit jeher, dass weiß er auch selbst.

„Ich fühle mich einfach wohl. Ich bin schon seit 2004 hier und kenne das ganze Team, das mir mittlerweile auch ans Herz gewachsen ist.  Innerhalb der Mannschaft kennt man sich aus der Bundesliga, die Atmosphäre ist optimal. Das ist ein Paket, wo man, wenn man eingeladen wird, froh und stolz ist, dann auch am Spieltag den Adler auf der Brust zu tragen“, erzählt Podolski auf einer Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Dänen.

Volles Vertrauen von Löw

Das Kölner Urgestein fühlt sich dabei auch an seine geliebte Heimat erinnert: „Wäre die Nationalmannschaft ein Klub, dann wäre sie bestimmt ein Klub wie der FC.“

Gerade als er nach seinem Wechsel von Köln zum FC Bayern mehr auf der Bank schmorte, als dem runden Leder nachzujagen, war die Nationalmannschaft immer sein Hort der Geborgenheit. Joachim Löw schenkte dem Stürmer  sein Vertrauen, wodurch Poldi stets mit geschwellter Brust auflief,  wenn der Bundesadler selbige zierte.

Die Nationalmannschaft und Podolski, das ist eine besondere Beziehung. „Natürlich bleiben das erste Spiel und die ersten Tore hängen. Es gab aber viele spezielle Momente. Etwa die beiden Treffer bei der EM 2008 gegen Polen, die sehr emotional waren“, schwelgt Podolski in Erinnerungen.

Spiel 100 nur eine Zwischenstation

Mit dem 100. Spiel soll es natürlich nicht getan sein. Das Endspiel der EURO würde „Poldis“ Bilanz auf 103 hochschrauben und genau dort will er auch hin.

Wann der Stürmer die aktuelle Bestmarke von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus knackt, scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. „Loddar“ absolvierte 150 Partien in der DFB-Elf. Selbst der Torrekord von Gerd Müller (68) ist nicht vor Podolski, der mit 43 Toren gemeinsam mit Uwe Seeler noch auf Rang sieben liegt, gefeit.

Ziele gibt es für Podolski also noch mehr als genug. Das nächste ist klar abgesteckt: „Eigentlich fehlt uns nur ein Titel.“

 

Christoph Kristandl

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