Kritik trotz Kantersieges

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Russland untermauert Favoritenrolle in Gruppe A

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Russland ist seiner Favoritenrolle in der Gruppe A in seinem Auftaktspiel vollends gerecht geworden.

Die Elf von Dick Advocaat fertigte Tschechien am Freitagabend in Breslau (Wroclaw) mit 4:1 ab.

Tschechien unter Druck

Obwohl der EM-Halbfinalist von 2008 auch schwächere Phasen zeigte, war der Sieg absolut verdient. Russland reist nun nach Warschau, wo am Dienstag das Duell mit Co-Gastgeber Polen ansteht.

Tschechien im zweiten Gruppenspiel gegen Griechenland ebenfalls in Breslau hingegen bereits gehörig unter Druck.

Tschechiens Abwehr überfordert

Auch ein Champions-League-Sieger Petr Cech im Tor konnte die Abfuhr für die Tschechen nicht verhindern. Vor allem die Abwehr war durch die blitzschnellen Vorstöße der Russen oft komplett überfordert.

Advocaat bemängelt Chancen-Auswertung

Überbewerten wollte der 64-jährige Niederländer den Erfolg aber nicht. Stattdessen übte er Kritik an seinem Team.

"Wir haben zu viele Chancen ausgelassen und zu Beginn zu ängstlich agiert", bemängelte Advocaat. Vor allem Aleksandr Kherzakov tat sich dabei als Chancentod hervor.

Sein Ersatzmann Roman Pavlyuchenko brachte beim Stand von 2:1 dann wieder frischen Wind.

Routiniert oder zu alt?

Einziges Fragezeichen bei Russland bleibt, ob der Mannschaft im Turnierverlauf nicht die Kraft ausgehen könnte.

Neben dem 21-jährigen Dzagoev standen vornehmlich Spieler auf dem Platz, die bereits vor vier Jahren am Werk waren.

Der Altersschnitt der Russen lag mit Anpfiff bei 30,5 Jahren.

Tschechiens im Vorfeld der EM angeschlagene Stars Tomas Rosicky und Milan Baros konnten nur wenig Akzente setzen.

Mut aus der Geschichte

"Wir hatten große Probleme, den Ball zu kontrollieren", sagte der bemühte, aber glücklose Rosicky.

Michal Kadlec, der von Doppeltorschütze Alan Dzagoev phasenweise schwindelig gespielt wurde, gab sich trotzig. "1996 hat Tschechien auch das erste Spiel verloren und stand anschließend im Finale", meinte der Verteidiger.

Der Glaube an eine Wiederholung dieses Szenarios dürfte aber auch ihm schwerfallen.

"Erster von sechs Schritten zum Titel"

Russland fand nach einer Viertelstunde abtasten in den EM-Rhythmus, der die Fans bereits von einer Wiederholung der Vorstellung vor vier Jahren unter Guus Hiddink träumen lässt.

Damals marschierten die Osteuropäer in Österreich und der Schweiz mit beeindruckendem Offensiv- und Tempofußball bis ins Halbfinale, wo erst gegen den späteren Europameister Spanien Endstation war.

"Das war der erste von sechs Schritten zum Titel", sagte Dzagoev nun forsch.

Antwort an die Kritiker

Teamchef Advocaat war ebenfalls zufrieden.

"Es hat sich ausgezahlt, dass wir in der Vorbereitung nur einmal trainiert haben", sagte der "kleine General" in Richtung seiner Kritiker, die ihm vor dem Turnier zu lasche Arbeit vorgeworfen hatten.

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