Gastgeber von Aufstieg überzeugt

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Polen und Russland sind vom Aufstieg überzeugt

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EM-Gastgeber Polen und Russland sind sich nach dem 1:1 im direkten Duell am Dienstagabend in Warschau sicher, dass sie die K.o.-Phase der EURO 2012 erreichen werden.

Den Russen genügt dafür im abschließenden Match am Samstagabend gegen den Tabellenletzten Griechenland bereits ein Remis, die Polen stehen dagegen im Parallelspiel gegen Tschechien unter Siegzwang.

Doch selbst die Griechen haben ihr Schicksal nach dem 1:2 gegen die Tschechen noch in der eigenen Hand, ein 1:0 gegen die Russen würde bereits zum Aufstieg reichen.

"Wir haben Charakter gezeigt und unsere Chance auf den Aufstieg gewahrt", so Polens Kapitän Jakub "Kuba" Blaszczykowski.

"Wir werden Geschichte schreiben"

"Ich bin davon überzeugt, dass wir im abschließenden Match in Breslau gegen Tschechien mit dem erstmaligen EM-Viertelfinaleinzug Geschichte schreiben werden. Wenn uns die Fans so toll wie heute unterstützen, dann können wir bei dieser EM viel erreichen", betonte der Dortmunder weiter.

Die Griechen verschliefen dagegen wie schon beim 1:1 im Eröffnungsspiel gegen den Co-Gastgeber auch gegen Tschechien den Start völlig.

Schon in der sechsten Minute lagen sie 0:2 zurück und fanden erst nach der Pause in die Partie. Dieses späte Erwachen war diesmal aber zu wenig für einen Punktgewinn.

"Wir waren in den ersten zehn Minuten auf dem Feld nicht vorhanden", lautete der vernichtende Kommentar von Fernando Santos nach der erst zweiten Niederlage in seinem 23. Match als griechischer Teamchef.

Den 57-jährigen Portugiesen ärgerte vor allem, dass seine Spieler sämtliche taktische Anweisungen vergessen hatten.

Griechen für Unachtsamkeiten bestraft

"Du musst immer davon ausgehen, dass der Gegner deine Schwächen ausnutzt. Das haben die Tschechen zu Beginn perfekt vorexerziert", analysierte Santos treffend.

"Wir befinden uns deshalb in einer sehr schwierigen Lage. Aber wir können uns noch immer aus eigener Kraft für das Viertelfinale qualifizieren. Das Spiel gegen Russland ist nun ein Finale für uns, das wir unbedingt gewinnen müssen."

Den Tschechen würde ein Remis zum Aufstieg reichen, vorausgesetzt Tabellenführer Russland verliert nicht gegen Griechenland. Allerdings bangt der Europameister 1976 um Spielmacher und Kapitän Tomas Rosicky.

"Beten" für Rosicky-Einsatz

Der Arsenal-Star musste gegen die Griechen in der Pause wegen einer Achillessehnenverletzung ausgetauscht werden. Dieser Ausfall lähmte die Tschechen förmlich und ließ bei den Griechen nach dem Anschlusstreffer noch Hoffnung aufkeimen.

"Nach 20 Minuten konnte ich kaum noch gehen. Ich fürchte, dass ich gegen Polen nicht spielen kann", erklärte Rosicky nach dem Match. "Diese Verletzung verdirbt mir die Freude über den Sieg."

Sein Coach Michal Bilek weiß um die Schlüsselrolle des 31-Jährigen und blickte deshalb sorgenvoll dem entscheidenden Spiel gegen Polen entgegen. "Wir haben gesehen, was sein Ausfall für uns bedeutet. Die letzten 30 Minuten haben wir gegen Griechenland nur noch ums Überleben gekämpft", gestand Bilek.

Innenverteidiger Tomas Sivok erbat indes göttliche Hilfe: "Wir beten, dass er sich schnell erholt."

Er besorgte mit seinem Traumtor in Minute 57 vor 55.920 Zuschauern im ausverkauften Nationalstadion in Warschau den hochverdienten Ausgleich in der mitreißenden Partie.

Polen und Russland vom Aufstieg überzeugt

Franciszek Smuda kam zu einem ähnlichen Schluss. "Wir werden zwar nie wie Brasilien spielen, aber das Match gegen Russland hat gezeigt, dass wir in der Lage sind, die Tschechen zu schlagen. Das Team weiß jetzt um seine historische Chance und wird alles dafür tun, um diese zu nutzen."

Der Teamchef mächte am 22. Juni seinen 64. Geburtstag am liebsten mit einem Viertelfinalsieg von Polen in Danzig feiern. Sein Gegenüber Dick Advocaat war ebenfalls felsenfest vom Weiterkommen überzeugt.

"Wir waren gegen Polen die klar bessere Mannschaft, haben das Spiel kontrolliert und über weite Strecken ausgezeichneten Fußball gespielt."

Russland hadert mit Chancen-Auswertung

Der Niederländer haderte mit der Kaltschnäuzigkeit: "Leider haben wir einige Chancen gebraucht, um ein Tor zu erzielen. Ich habe allerdings keinen Zweifel, dass wir gegen Griechenland gewinnen und den Aufstieg schaffen werden."

Die "Sbornaja" tat sich diesmal viel schwerer als beim 4:1 zum Auftakt über die Tschechen, weil die Polen taktisch diszipliniert und mit 40.000 fanatischen Fans im Rücken extrem engagiert zu Werke gingen.

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