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Bei der EM 2016 sind 24 Teams am Start

Die erste EM in Osteuropa ist in wenigen Tagen ein gelungenes Stück Fußball-Historie.

In vier Jahren ist die Fußballnation Frankreich EURO-Gastgeber - und steht wegen der umstrittenen Erweiterung besonders im Fokus.

Auch Österreich macht sich Hoffnung

Erstmals sind dann 24 Teams beim wichtigsten europäischen Mannschaftswettbewerb dabei.

Damit kann sich fast die Hälfte der 53 Mitgliedsverbände der UEFA qualifizieren, auch Österreich hofft auf eine Teilnahme in vier Jahren.

Die EURO 2016 wird also nicht nur zur organisatorischen Verschnaufpause nach dem gelungenen Wagnis Osteuropa und vor einem möglicherweise neuen Experiment 2020 in der Türkei.

"Ein wunderbares Achtelfinale"

Die einen Monat dauernden Frankreich-Festspiele in der Heimat von UEFA-Chef Michel Platini im Juni/Juli 2016 werden vor allem wegen der Expansion ganz genau unter die Lupe genommen.

"Ich mache mir keine Sorgen um die Qualität. Wir können acht Mannschaften mehr dabei haben, die genauso gut sind wie die anderen. Wir können ein wunderbares Achtelfinale haben", gab Platini während der EM in Polen und der Ukraine zu Protokoll.

Der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) verteidigte die EURO-Erweiterung vehement.

Kritker befürchten Niveauverfall

Kritiker monieren, dass sich nun die breite und manchmal auch graue Mittelschicht Zutritt verschafft zu einem Turnier, dessen spielerisches Niveau generell hoch ist und das auch von der Ausgeglichenheit und Spannung in der Gruppenphase lebt.

In Polen und der Ukraine scheiterten nur die Iren und Schweden schon vor den letzten Gruppenpartien.

2016 drohen eine Verwässerung des Niveaus sowie einseitige und langweilige Spiele zwischen etablierten Nationen und den nun mitmischenden "Kleinen".

Platini hofft auf Stimmen der kleinen Nationen

Noch kein Modus für Achtelfinal-Quali

Die Gruppenphase wird von 24 auf 36 Spiele verlängert. Ein Modus für die Achtelfinal-Qualifikation muss noch gefunden werden, vermutlich werden die vier besten Gruppendritten der sechs Pools auch aufsteigen.

"Für die Länder, die sich qualifizieren können, ist eine EM-Teilnahme sehr wichtig", betonte Platini. "Bei 16 Mannschaften gibt es viele, die fehlen", betonte der 57-jährige Franzose und zählte Länder wie Serbien, Belgien, Schweiz, Norwegen oder die Türkei auf, die die Reise zur ersten Fußball-EM in Osteuropa verpasst hatten.

In Wahrheit dürften hinter der Ausweitung jedoch vor allem wirtschaftliche und sportpolitische Argumente stecken.

Vermutlich vor allem wirtschaftliche Gründe

Die UEFA generiert deutlich höhere Einnahmen durch eine größere Teilnehmerzahl. Und die millionenschweren Werbepartner sind natürlich an einer möglichst langen Live-Berichterstattung interessiert, gibt es doch 51 statt bisher 31 EM-Spiele. Es könnten sogar 52 werden, sollte es auch ein Spiel um Platz drei geben.

Und Platini wird sicher auch schon an die nächste Wahlkampagne denken. Ob nun erneut als Chef der UEFA oder als Nachfolger Joseph Blatters an der Spitze des Weltverbandes FIFA:

Die Stimmen der Kleinen sind entscheidend. Platini aber beteuert vor seinem Heimspiel 2016: "Es ist gut für die Entwicklung des Fußballs."

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