Aufmacherbild

Wer nützt seine EURO-Chance?

Die Chancen, sich noch für einen Kaderplatz bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine zu empfehlen, sind überschaubar.

Die Zeit für Experimente ist gering. Dennoch geben einige Teamchefs neuen Akteuren die Möglichkeit, sich noch ins Aufgebot zu spielen.

Elf Spieler wurden erstmals in die Kader der Teilnehmer-Länder einberufen. LAOLA1 stellt sie vor:

John Guidetti (Schweden)

Er habe sich die erstmalige Nominierung „eindeutig verdient“, verlautbarte Teamchef Erik Hamren. Und selbst das ist fast untertrieben. 18 Tore und sieben Assists hat der Feyenoord-Legionär nach 16 Spielen zu Buche stehen – Platz zwei in der Schützen- und Scorerliste. Der 19-Jährige mit italienischen und brasilianischen Wurzeln ist noch bis Sommer an den Klub aus Rotterdam verliehen, die Rechte an dem talentierten Stürmer besitzt Manchester City.

Iker Muniain (Spanien)

Gerade einmal 16 Jahre, sieben Monate und elf Tage war der Baske alt, als er zum ersten Mal in einem Pflichtspiel für Athletic Bilbao auflief. Mittlerweile ist der Flügelstürmer 19 Jahre alt und aus der Startelf seines Teams nicht mehr wegzudenken, hat bereits 103 Spiele in der Primera Division in den Beinen. Angesichts David Villas Verletzung und Fernando Torres‘ anhaltender Formkrise bekommt der Teenager von Teamchef Vicente del Bosque nun erstmals die Chance im Nationalteam.

Frazier Campbell (England)

Seine erstmalige Nominierung ist eine Sensation. Zweifellos hat Frazier Campbell seine Qualitäten, doch der 24-Jährige ist eben erst von einer 18-monatigen Verletzungspause zurückgekehrt, hat seit dem 29. August 2010 gerade einmal drei Spiele in der Premier League absolviert. Dennoch nahm Interims-Teamchef Stuart Pearce den Sunderland-Stürmer in den Kader. Die Begründung: „Er ist ein vielversprechendes Talent, das sich in dieser Umgebung prächtig entwickeln wird.“

Nelson Oliveira (Portugal)

„Er ist ein junger Spieler mit großem Potenzial und enormen Qualitäten. Er hat verschiedene Eigenschaften, so einen wie ihn haben wir nicht im Kader“, sagt Teamchef Paulo Bento über den Stürmer. Dabei ist der 20-Jährige bei seinem Klub Benfica alles andere, als gesetzt. In der laufenden Saison war er in der Liga gerade einmal 79 Minuten lang zu sehen. In der vergangenen Spielzeit war der Rechtsfuß noch an Pacos Ferreira verliehen, glänzte dort aber auch nicht durch Tore – er traf in 23 Spielen lediglich vier Mal.

Kostas Fortounis (Griechenland)

Im Sommer sicherte sich der 1. FC Kaiserslautern die Rechte an dem 19-Jährigen, dem auch Interesse von Werder Bremen und Ajax Amsterdam nachgesagt wurde. Bei den Pfälzern bringt der Mittelfeldspieler seither konstant starke Leistungen und stand bereits elf Mal in der Startelf. „Wir suchen nach vielseitigen Spielern, die uns mit unserer Taktik helfen“, begründet Teamchef Fernando Santos seine Einberufung.

Orestis Karnezis (Griechenland)

Bereits seit 2007 steht der Goalie bei Panathinaikos unter Vertrag. Seit dem Jahreswechsel ist der Keeper bei den Athenern die Nummer eins. „Er hat sich auf einem gewissen Leistungsniveau etabliert“, erklärt Santos. Tatsächlich hat der 26-Jährige in zehn Liga-Spielen acht Mal keinen Gegentreffer kassiert.

Dmitri Kombarov (Russland)

Der Mann, der auf der linken Außenbahn defensiv wie offensiv eingesetzt werden kann, hat bereits zwei Mal für das russische B-Team gespielt. Bei Spartak Moskau ist der 25-Jährige gesetzt und für seine präzisen Flanken bekannt. Der Hauptstädter kickte bereits in der Spartak-Akademie, ehe er diese aufgrund von Streitigkeiten mit den Jugendtrainern in Richtung Dynamo verließ. Im August 2010 kehrte er gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Kirill, der noch auf seine erste Einberufung ins A-Team wartet, zu Spartak zurück.

Ola John (Niederlande)

Sechs Tore und elf Vorlagen in 22 Eredivisie-Spielen – das Twente-Eigengewächs hat sich in der laufenden Saison durchaus für höhere Aufgaben empfohlen. „Er hat sich sehr schnell entwickelt“, lobt Bondscoach Bert von Marwijk den Flügelstürmer mit liberianischen Wurzeln. Sogar nach der Rückkehr von Nacer Chadli, der lange verletzt war, verteidigte der 19-Jährige seinen Stammplatz auf dem linken Flügel.

Luciano Narsingh (Niederlande)

Bereits in der abgelaufenen Spielzeit konnte der Rechtsaußen im Trikot von Heerenveen überzeugen. In der aktuellen Saison machte der 21-Jährige noch einmal einen Schritt nach vorne und hat in 23 Partien bereits 15 Assists geliefert. Hinzu kommen zudem sechs Tore. „Er hat bewiesen, dass er auch unter Druck exzellente Pässe spielen kann“, beschreibt van Marwijk die Qualitäten des Amsterdamers.

Morgan Amalfitano (Frankreich)

Im Sommer machte der 26-Jährige einen großen Schritt in seiner Karriere und wechselte ablösefrei vom FC Lorient zu Olympique Marseille. Dort hat der Mittelfeldspieler einen Stammplatz erobert und konstant starke Leistungen geboten. „Er verkörpert eine Art Spieler, die ich sehr schätze. Er ist technisch versiert und spielt mit einer großen Übersicht. Er schlägt tolle Flanken“, schwärmt Teamchef Laurent Blanc.

Frantisek Rajtoral (Tschechien)

In diversen Nachwuchs-Auswahlen war der 25-Jährige gesetzt, mit einer Einberufung ins A-Team klappte es nun aber zum ersten Mal. Der Rechtsverteidiger steht seit Sommer 2009 bei Viktoria Pilsen unter Vertrag und ist dort unumstrittener Stammspieler. Im Nationalteam ist er mit von der Partie, weil Mainz-Legionär Zdenek Pospech an Knieproblemen laboriert.

 


Harald Prantl

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»