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Gesucht: Ronaldos Coolness

Der LAOLA1-Saloon ist wieder da - als Sonderausgabe zur 14. Europameisterschaft.

Wir gewohnt versorgen wir euch mit jeder Menge Anekdoten, Statistiken und mehr oder minder wichtigen Fakten. Diese Woche im Angebot: Außerirdische Werte, ein blanker Hintern und Lionel Messi.

Top-Spiele

  Im Duell der Erzrivalen bekam die niederländische Nationalmannschaft von jener aus Deutschland klar die Grenzen aufgezeigt. Die aus einer stabilen Defensive operierenden Germanen ließen kaum Chancen zu und zeigten sich in des Gegners Strafraum höchst effizient. Mario Gomez wurde von Bastian Schweinsteiger zweimal beispielhaft in Szene gesetzt und vollstreckte mit seinen ersten beiden Torschüssen. Bei den "Oranje" fehlten die Ideen, lediglich eine Einzelaktion Robin van Persies führte zum Erfolg. Kurios: Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel muss die Truppe von Bert van Marwijk auf einen deutschen Sieg gegen Dänemark hoffen, um die Mini-Chance auf den Aufstieg nutzen zu können.

Italien kann auf internationalem Terrain nicht mehr gewinnen. So stark die "Squadra Azzurra" sich in der ersten Hälfte gegen Kroatien auch präsentierte, wartet sie doch weiter auf den ersten Sieg bei einem Großereignis seit der EURO 2008 (2:0 gegen Frankreich). Cesare Prandellis Mannen waren zunächst drückend überlegen und vergaben mehrere gute Chancen, ehe Andrea Pirlo per Freistoß die Führung besorgte. Mit Wiederanpfiff übernahmen jedoch die Kroaten, immerhin Nummer acht, der FIFA-Weltrangliste, das Kommando. Mario Mandzukic' dritter EM-Treffer bedeutete zugleich den Endstand. Nun droht Italien selbst bei einem Sieg über Irland das Vorrunden-Aus.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Viererkette

Trainingsmethode des Spieltags: Triff den Hintern!

Kühl, abgeklärt, humorlos? Den Schweden wird nicht unbedingt nachgesagt, "Schmähbrüder" zu sein. Die aktuelle EM-Mannschaft beweist das Gegenteil. Auch nach der 1:2-Auftaktpleite gegen Gastgeber Ukraine herrscht im Training der Nordlichter Spaß. So musste sich Ersatztorhüter Johan Wiland nach einem verlorenen Trainingsspiel mit blankem Hintern auf den Platz stellen, damit jeder seiner siegreichen Kollegen die Möglichkeit hat, ihm diesen mit einem satten Schuss zu versohlen.

Mysterium des Spieltags: Der omnipräsente Lionel Messi

Da spielt der vermeintlich beste Kicker gar nicht mit und ist dennoch ein beherrschendes Thema der EURO. Und wer ist schuld daran? Der Ronaldo. Beim 3:2-Sieg der Portugiesen über Dänemark vergab er zwei Topchancen, woraufhin die dänischen Anhänger "Messi, Messi"-Sprechchöre anstimmten. Der eitle Cristiano war erzürnt: "Wissen Sie, wo Messi letztes Jahr bei der Copa America nach gleich vielen Spielen stand? Er war ausgeschieden", fauchte er in die Mikros. Der sonst so über allem stehende Superstar hatte doch glatt seine Coolness verloren.

Support des Spieltags: Irlands Fans

"Das, was sie heute gezeigt haben, ist ein Beispiel dafür, worum es im Fußball geht." Besser als Spaniens Teamchef Vicente del Bosque kann man die Leistung der Fans von Irland nicht auf den Punkt bringen. 0:4 zurück, vom Welt- und Europameister vorgeführt, EM-Aus fixiert und 20.000 Kehlen singen "The Fields of Athenry". Das Saloon-Team zieht den Hut vor so viel Sportsgeist und Leidenschaft und freut sich jetzt schon auf den Besuch der grünen Anhängerschaft im September 2013 im Rahmen der WM-Qualifikation.

Wir lieben "Super-Mario" so, wie er ist

Balotelli des Spieltags: Ein absolutes Unding

Eine echte Sauerei trug sich beim Aufeinandertreffen der Italiener mit den Kroaten zu. Augenzeugen zufolge wurde "Super-Mario" Balotelli von einigen Idioten aus dem Fanlager der Kroaten mit Bananen beworfen. Fotos der "AFP" zeigten Ordner, die besagte Früchte wieder vom Rasen entfernten. Desweiteren sollen bei Ballberührungen des ManCity-Stürmers Affenlaute zu hören gewesen sein. Das Bildmaterial befindet sich inzwischen in Besitz der Europäischen Fußballunion, diese überprüft den Vorfall. Unser Urteil steht längst fest: Dumme sterben einfach nicht aus ...

Wund liegen? Gomez antwortete mit Toren

Spieler im Fokus

Mario Gomez schoss Deutschland mit seinem Treffer gegen Portugal zum 1:0-Sieg und musste dennoch Hohn und Spott über sich ergehen lassen. Mehmet Scholl bekam es gar mit der Angst zu tun, "dass er (Gomez) sich wund liegen würde". Der Stürmer des FC Bayern tat das einzig Richtige und gab die Antwort auf dem Platz. Gegen die Niederlande schlug der 26-Jährige doppelt zu und zeigte zudem läuferisch (viertbester Wert bis zu seiner Auswechslung), kämpferisch (arbeitete viel mit nach hinten) und technisch (unglaubliche Ballannahme vor dem 1:0) eine überragende Leistung. "Geil! Geiler! Gomez", titelte die "Bild"-Zeitung und selbst Scholl war diesmal begeistert: "Ich bin stolz auf Mario! Einsatz und Erfolg haben zusammengepasst."

Co-Torschützenkönig der EM 1992

Was macht eigentlich … Tomas Brolin?

Über die klingenden Stationen Näsvikens IK, GIF Sundsvall und IFK Norrköping gelangte Tomas Brolin 1990 zum AC Parma, wo er eine große internationale Karriere starten sollte. Nach dem ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte 1992 folgte im Jahr darauf der Triumph im Pokal der Pokalsieger, ein Jahr später der UEFA Super Cup und 1995 schließlich der UEFA Cup. Auch im Nationalteam konnte der "Goldene Junge" mit guten Leistungen und vor allem einem beachtlichen Torschnitt von über 50 Prozent - 26 Tore in 47 Spielen - aufzeigen. Platz drei bei der EM 1992 gepaart mit dem Titel des Torschützenkönigs (gemeinsam mit Karl-Heinz Riedle, Dennis Bergkamp und Henrik Larsen) und bei der WM 1994 stehen am Ende seiner nur fünf Jahre währenden Teamkarriere zu Buche. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn im Alter von 29 (!), passenderweise beim "glamourösen" Hudiksvalls ABK, versuchte der Schwede sein Glück auf dem Pokertisch, was sich teils positiv auf die Geldbörse, aber negativ auf die Figur des einstigen Athleten auswirken sollte. Dass er sich immer noch als Fußballer sieht, beweist der Name des Restaurants, das Brolin vor kurzem in Stockholm eröffnete. "Undici" steht für seine Rückennummer 11 in Parma, seine glorreichste Zeit.

Fußnoten

Omen - Zwei Siege zum EURO-Start gelangen dem DFB vor dieser Ausgabe dreimal: 1972, 1980 und 1996. Anschließend wurde jeweils der Titel gewonnen.

Zweikämpfer - Deutschland gewann gegen die Niederlande 64.9% seiner Zweikämpfe. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der detaillierten Datenerfassung.

An der Zeit - Andrea Pirlo hat gegen Kroatien nicht nur für das erste direkt verwandelte Freistoß-Tor dieser EURO gesorgt, es war zugleich das erste seit Marek Heinz bei der Endrunde 2004.

Außerirdisch I - Spanien stellte mit 860 Pässen im Irland-Spiel einen neuen Allzeit-Rekord auf. Selbst Partien mit Verlängerung kamen in der Vergangenheit nicht auf diesen Wert.

Außerirdisch II - Mit 136 Ballkontakten entriss Xavi Ronald Koeman die bisherige Rekordmarke deutlich. Der Niederländer hielt sie mit 117.

Kuriosum - Mit Klaas-Jan Huntelaar und Miroslav Klose fristen die beiden Quali-Toptorjäger bei der Endrunde ein Reservistendasein.

Spezialist - Der selbsternannt "beste Stürmer der Welt" hat ein Faible für Portugal. Anders lässt es nicht erklären, dass Nicklas Bendtner in jedem seiner fünf Spiele - zuletzt sogar doppelt - gegen die Iberer traf.

Ausnahmestellung - Italien ist das einzige EURO-Teilnehmerland, das in diesem Kalenderjahr noch ohne Sieg dasteht.

Historisch - Theo Walcotts Treffer zum 2:2 gegen Schweden war Englands erstes Joker-Tor bei einer EM.

Langschläfer -19 der 22 EM-Tore von Schweden fielen in der zweiten Halbzeit.

 

Quizfrage: Robert Lewandowski ist der achte Spieler, der ein EM-Tor in seiner Heimatstadt erzielte. Wie heißen seine sieben Vorgänger? Kleiner Tipp: Es zählen auch Eigentore ...

Und hier die Auflösung: Maniche, Kluivert, Sheringham, Pearce, Thon (bis hierhin lag User "slavko88" richtig), Yakin (goldrichtiger Hinweis von "Nightey") und Eigentor-Schütze Andrade.

 

Christian Eberle/Christoph Nister

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