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Hoch gelobt, tief gefallen: Deutschland ist raus!

Der LAOLA1-Saloon ist wieder da - als Sonderausgabe zur 14. Europameisterschaft.

Wie gewohnt versorgen wir euch mit jeder Menge Anekdoten, Statistiken und mehr oder minder wichtigen Fakten. Dieses Mal im Angebot: Die hübsche, aber vergessliche Sara, "Strohkopf" Balotelli und das letzte EM-Quiz.

Top-Spiele

"Tiki-Takanaccio" in Reinkultur. Nicht nur 90, nein, ganze 120 Minuten schoben sich die Spieler von Spanien im Halbfinale gegen Portugal den Ball hin und her, ohne wirklich an die nötigen Tore zu denken. Diese gab es erst zu sehen, als es nicht mehr anders ging - im Elfmeterschießen. Dort machten sich die Portugiesen dann das Leben selbst schwer. Zunächst befeuerte ein während des Spiels überragender Joao Moutinho den Mythos von "San Iker", dann verwirrten sich Nani und Bruno Alves mit der Reihenfolge der Ausführung so sehr, dass Letzterer an die Latte schoss und schließlich Cristiano Ronaldo. Tja, der durfte gar nicht mehr antreten.

1982 der Wettskandal. Am Ende stand der Titel. 2006 der Manipulationsskandal. Am Ende stand der Titel. 2012 erneut ein Wettskandal. Am Ende wieder der große Erfolg? Italien braucht wohl den besonderen Reiz, um sich in Rage zu spielen. Gegen Deutschland hat die "Squadra Azzurra" mit Homogenität, großem Laufpensum und großer individueller Klasse - hervorzuheben seien Balotelli und Pirlo - überzeugt. Der 2:1-Sieg war nicht nur verdient, er war zugleich ein Zeichen der italienischen Stärke. Nichts und niemand kann diese Mannschaft aus der Ruhe bringen. Unsere südlichen Nachbarn bleiben damit in Pflichtspielen gegen Deutschland ungeschlagen. Im Endspiel gegen Spanien wollen Prandellis Mannen die nächste Serie ausbauen - seit 1920 ist man in offiziellen Duellen mit den Iberern nach regulärer Spielzeit ohne Niederlage.

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Dreierkette

Fauxpas des Spieltags: Sexy Sara

Da bemüht sich Sara Carbonero redlich als ernsthafte Reporterin und nicht nur als das hübsche Anhängsel von Iker Casillas gesehen zu werden, und dann das: Im Interview mit Andres Iniesta nach dem Halbfinale Spanien-Portugal fragt die dunkelhaarige Schönheit den Barca-Spieler glatt, ob er nicht auch gerne einen Elfmeter geschossen hätte. Dieser entgegnete verwirrt, er sei doch als zweiter Schütze angetreten. Uuups! Da wurde Sara kurzzeitig so bleich im Gesicht wie ihr Gesprächspartner, ehe sie sich artig für ihren Fehler entschuldigte. Die Twitter-Gemeinde nahm ihr den Fauxpas nicht übel, schließlich konnte sie das Elfmeterschießen während des Schminkens nicht gut sehen.

Outing des Spieltags: Harte Schale, weicher Kern

Ob in der Abwehr oder im Mittelfeld, ob für die Roma oder Italien - Daniele de Rossi gilt als kerniger Typ. Als einer, der dazwischenhaut. Ganz einfach als harter Hund. Dass hinter der Fassade des 28-Jährigen eine ganz andere, weiche Seite steckt, kann man nur erahnen. Ein Indiz dafür ist ein Tattoo, das de Rossis rechten Oberarm ziert. Darauf abgebildet: Laa-Laa. Laa-Laa wer? "Es ist ein Teletubbie mit den Worten eines Liedes, das ich meiner Tochter immer zum Einschlafen vorgesungen habe", führt der sonst so unbarmherzige Kicker aus. Die Abbildung ist nur eines von zahlreichen Motiven, die von seinem Körper prangen. Doch keine Sorge, die anderen sind nicht etwa Tinky-Winky, Dipsy und Po, sondern eine Abbildung von Himmel und Hölle, ein Herz sowie ein besonders originelles Grätschen-Tattoo.

Balotelli des Spieltags: Wahre Kunst

Mario Balotelli ist ein Strohkopf. Das ist keineswegs eine Beleidigung unseres liebsten Enfant Terribles im Profi-Fußball, sondern lediglich die Beschreibung eines Kunstwerks von Dario Gambarini. Der italienische Künstler hat auf einem 2.700 m² großen Feld in der Nähe von Verona mittels eines Mähdreschers ein übergroßes Portrait des italienischen Stürmers geschaffen. "Es soll eine Hommage an alle Azzurri sein", erklärte der Meister seine Schöpfung, die Balotellis Hinterkopf mit Irokesen-Frisur zeigt. Gerüchten zufolge hat er diese Perspektive gewählt, da auch die deutschen Verteidiger den Doppeltorschützen meist nur von hinten sahen.

EURO-Held Balotelli schießt die Deutschen ab

Spieler im Fokus

Seine Wortspenden wirken häufig unüberlegt, seine Ausraster unnötig, seine Showeinlagen unnachahmlich. Was Mario Balotellis fußballerische Qualitäten betrifft, so sind diese unbestritten. Technisch einwandfrei, hatte er bisweilen mit seiner Torausbeute zu kämpfen. Im EM-Halbfinale gegen Deutschland bewies der ManCity-Stürmer jedoch seinen Killerinstinkt und schoss den erklärten Favoriten mit einem Doppelpack nach Hause. "Die Tore waren ungemein wichtig, ich habe sie genossen", gab sich der sonst so redselige Balotelli für seine Verhältnisse verschlossen. Der 21-Jährige lässt diesmal die Tore für sich sprechen. Uns freut's, nehmen wir seinen Werdegang doch seit geraumer Zeit genauestens unter die Lupe. Mario, wir sind stolz auf dich!

Unvergesslich: Grossos Tor in der 119. Minute

Was macht eigentlich … Fabio Grosso?

"Wo warst du, als Fabio Grosso das Tor gegen Deutschland erzielt hat?" ist eine Frage, die unter italienischen Tifosi nahezu den Stellenwert des amerikanischen "Wo warst Du, als Kennedy erschossen wurde?" einnimmt. Vor dem neuerlichen Aufeinandertreffen der an Titeln gemessen erfolgreichsten europäischen Teams war der 34-Jährige wieder in aller Munde. Der Held von 2006 wurde heuer zwar wie Pirlo, Barzagli oder Buffon Meister mit Juventus, fehlt aber im aktuellen Kader der "Squadra Azzurra" ebenso, wie Wochen zuvor bei den Titelfeierlichkeiten der "Alten Dame". Kaum verwunderlich, absolvierte der Außenverteidiger, dessen auslaufender Vertrag im Piemont nicht mehr verlängert wird, gerade einmal zwei Partien in der Saison 2011/12. Wie es weiter geht, steht aktuell noch in den Sternen. Ein lukratives Angebot aus Australien soll Grosso jüngst abgelehnt haben. Unten durch - Down Under - ist er ja schon.

Fußnoten

Wiedersehen - Zum vierten Mal treffen zwei Mannschaften, die sich in der Gruppenphase duellierten, im Endspiel erneut aufeinander. Den Anfang machten die Niederlande und die UdSSR (1988).

Einzigartig - Drei Treffer bei einer EM-Endrunde hat vor Mario Balotelli noch kein Italiener zustande gebracht.

Abwehrriegel - Spaniens Defensive ist in K.o.-Duellen aus dem Spiel heraus kaum zu knacken. Inzwischen hält die Torsperre bereits 948 Minuten.

Gerissen - ist eine beeindruckende Siegesserie der DFB-Auswahl. Nach 15 Pflichtspiel-Erfolgen gab es nun die erste Pleite seit dem WM-Halbfinale in Südafrika.

Unpräzise - 27 Schüsse hat Andres Iniesta bereits abgefeuert, ein Treffer war ihm dabei nicht vergönnt. Kein anderer Spieler hat eine schlechtere Quote.

(Schwacher) Trost - Mit nunmehr 14 EURO-Spielen darf sich Philipp Lahm deutscher Rekordspieler bei Kontinentalmeisterschaften nennen.

Dauerfeuer - Die meisten Torschüsse bislang gab nicht etwa Spanien oder Deutschland ab, sondern Italien. 99 Mal nahmen Balotelli und Kollegen das gegnerische Tor ins Visier.

Direktes Duell - Bei Portugal-Spanien standen sich mit Ronaldo und Casillas zwei Kapitäne gegenüber, die auf der Gehaltsliste des selben Vereins stehen.

Quizfrage: In welchem EURO-Spiel war dies zuletzt der Fall?

 

Christian Eberle/Christoph Nister

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