Kirche bereitet sich auf Missionierungs-EM vor

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Die katholische Kirche in Polen will die Fußball-Europameisterschaft im Juni nutzen, um die Gäste aus dem Ausland  zu bekehren.

Sie bereitet in den Gemeinden und den Fanzonen Konzerte und  Diskussionsveranstaltungen vor, zu denen auch Fußballspieler eingeladen werden.

Ein spezielles Gebetbuch enthält unter anderen das "Gebet für die Mannschaft" und das "Gebet des Schiedsrichters".

Die Fans aus Tschechien soll in der Fanzone in Wroclaw (Breslau) ein Plakat "Jesus ist für Tschechien gestorben" begrüßen.

"Hervorragende Gelegenheit zur Evangelisierung"

"Eine Million Fans soll kommen - vielleicht lassen sich wenigstens einige von ihnen für eine tiefere Reflexion begeistern", erklärte Pfarrer Hubert Walczyk, Koordinator der EURO-Aktivitäten der Kirche in Warschau, der Zeitung "Gazeta Wyborcza".

Das Turnier sei "eine hervorragende Gelegenheit für die Evangelisierung". Die Veranstaltungen der Kirche sollen deshalb weniger Happening-Charakter haben als bei früheren Turnieren und intellektuell anregen, sagen die Verantwortlichen.

So sind auch Diskussionsrunden zum Thema "Wem würde Jesus die Daumen drücken?" geplant. Ein Mobilfunk-Applikation ("App") soll den Fans zeigen, wo in ihrer Umgebung eine Messe stattfindet.

Auch Kritik wird laut

Allerdings gibt es in der Kirche auch Kritik an manchen Ideen. Das Plakat in der Fanzone in Wroclaw könne auch "den umgekehrten Effekt haben und Tschechen in ihrem Vorurteil der Polen als fanatische Katholike bestätigten", sagte der Geistliche Zbigniew Czendlik gegenüber Journalisten.

Tschechen könnten sich darüber hinaus beleidigt fühlen, wenn sie als Atheisten dargestellt würden, nur weil ihnen die katholische Kirche fremd sei, so Czendlik.

Kapelle im Nationalstadion

Auch im Warschauer Nationalstadion, wo am 8. Juni das Eröffnungsspiel stattfindet, hat die Religion schon Einzug gehalten.

Geistliche  verschiedener Konfessionen weihten dort am Donnerstag eine Kapelle mit 260 Quadratmetern ein, die für Christen, Juden und Muslime geeignet ist. 

Die Kapelle sei wie das Stadion selbst "ein Symbol der Einheit der Menschen", erklärte der Warschauer Erzbischof Henryk Hoser.

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