Hodgson überrascht mit seinem Kader

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Ohne Manchester Uniteds Rio Ferdinand reist Englands Nationalteam zur EM-Endrunde 2012.

Neo-Teamchef Roy Hodgson nominierte den routinierten Verteidiger am Mittwoch nicht in den 23-Mann-Kader der "Three Lions".

Im ausschließlich aus Premier-League-Kräften rekrutierten Aufgebot mit dabei sind je vier Profis von Champions-League-Finalist Chelsea, darunter der umstrittene Innenverteidiger John Terry, Liverpool, Manchester United und Meister Manchester City.

Rooney trotz Sperre dabei

Im Kader steht wie erwartet auch Uniteds Stürmerstar Wayne Rooney, obwohl dieser in den ersten beiden EM-Partien gesperrt ist.

England trifft in Gruppe D auf Frankreich, Schweden und Co-Gastgeber Ukraine. Das nächste Länderspiel bestreitet der Weltmeister von 1966 am 26. Mai gegen Norwegen in Oslo.

Hodgson könnte durch die Nicht-Berücksichtigung des in dieser Saison verletzungsanfälligen Ferdinand (33 Jahre, 81 Länderspiele) einem teaminternen Konflikt aus dem Weg gegangen sein.

Terry muss sich nämlich kurz nach der EURO am 9. Juli gegen den Vorwurf des Rassismus verteidigen. Der 31-Jährige hat im Herbst angeblich Rio Ferdinands jüngeren Bruder Anton beleidigt.

Zwei Neulinge

Mit Arsenals Alex Oxlade-Chamberlain (18 Jahre) und dem dritten Torhüter John Ruddy von Norwich City berief Hodgson auch zwei Neulinge ein.

Im Angriff wurden neben Rooney auch dessen Clubkollege Danny Welbeck, Liverpools Andy Carroll und der seit September 2010 nicht berücksichtigte Jermain Defoe von Tottenham nominiert.

Im Mittelfeld vertraut England auf die Erfahrung von Frank Lampard (33), Steven Gerrard (32), Gareth Barry (31) und Scott Parker (31).

Gerrard Kapitän

Zum Teamkapitän ernannte Hodgson Liverpools Mittelfeldspieler Steven Gerrard. Im Vordergrund der Pressekonferenz stand jedoch der Verzicht auf Ferdinand.

"Er hat für England im vergangenen Jahr nur einmal gespielt. Der Telefonanruf war hart, aber es ist eine Entscheidung aus sportlichen Gründen, nichts weiter", erklärte ein am Ende ob der Fragen schon genervte 64-Jährige.

"Es stehen 23 Mann im Kader, wir bereiten uns auf das Turnier vor und wir reden über einen Spieler, bis es finster wird", sagte Hodgson.

Rein sportliche Gründe

Seine Nominierung von Terry musste Hodgson natürlich ebenso erklären.

"Dieser Gerichtsprozess schwebt schon lange über ihm, aber er hat ihn bisher nicht abgelenkt. Ich habe John Terry aus rein sportlichen Gründen gewählt, und ich habe Rio aus sportlichen Gründen nicht gewählt", sagte Englands Teamchef.

Für Gesprächsstoff scheint auf der britischen Insel jedenfalls wieder einmal gesorgt.

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