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Das EURO-Powerranking

Die Europameisterschaft 2012 rückt immer näher.

Rechtzeitig vor der Gruppen-Einteilung (ab 18:00 Uhr im LAOLA1-Ticker) werfen wir einen Blick auf die Form der 16 qualifizierten Teams.

Wer sind zur Zeit die heißesten Kandidaten auf den EM-Titel?

Wem ist eine Überraschung zuzutrauen. Vor dem Jahresende werten wir zum ersten Mal alle Teams im EURO-Powerranking.

Nach den kommenden Testspielen im Frühjahr werden wir erneut vergleichen. Allen voran gilt es eine Frage zu beantworten: Wer wird Europameister?

1. Deutschland

Zehn Spiele, zehn Siege. Die DFB-Auswahl hatte in der EM-Qualifikationsgruppe leichtes Spiel mit den Gegnern. Ob Neuer, der den Laden dicht hielt, Özil und Schweinsteiger, die im Mittelfeld für Ordnung und Kreativität sorgten, oder Klose, der vorne vollstreckte – das deutsche Team präsentierte sich in EM-Form. Zwei überzeugende Testspiel-Erfolge über Brasilien und die Niederlande beförderten die Löw-Truppe endgültig in die Favoritenrolle.

2. Spanien

Der amtierende Welt- und Europameister gab sich auch in der Qualifikation keine Blöße und gewann alle acht Gruppenspiele. Die Tschechische Republik, Schottland, Litauen und Liechtenstein waren aber auch keine wirklichen Maßstäbe. Gegen sogenannte „Große“ setzte es hingegen nur Niederlagen. Argentinien (1:4), Portugal (0:4), Italien (1:2) und zuletzt England (0:1) zogen alle siegreich von dannen, wenn auch nur in Freundschaftsspielen.

3. Niederlande

In Schönheit gestorben: Das stand lange für die Spielweise der Niederländer. Mit Bert van Marwijk kehrte man davon ab und spielt ergebnisorientierter. Das verlorene WM-Finale gegen Spanien motivierte Sneijder und Kollegen, es bei der EM besser zu machen. Quali-Gruppe E meisterte man im Spaziergang, doch zuletzt gab es im Test gegen Deutschland (0:3) einen herben Dämpfer. So wird das nichts mit dem ersten Titel seit jenem bei der EM 1988.

4. England

Englands Superstar schaut in der Gruppenphase zu

Neben einer überzeugenden Qualifikation mit fünf Siegen, drei Unentschieden und keiner Niederlage spricht vor allem der Prestige-Erfolg im letzten Testspiel gegen Spanien für die aktuelle Form der „Three Lions“. Teamchef Capello hat eine gute Mischung aus Routiniers wie Lampard, Terry oder Cole und jungen Hoffnungsträgern wie Jones, Walcott oder Welbeck gefunden. Wenn sich Superstar Wayne Rooney nur nicht gegen Mazedonien diese Rote Karte eingefangen hätte…

5. Italien

Aus der verpatzten WM 2010 wurden die Lehren gezogen, in der „Squadra Azzurra“ weht seither ein anderer Wind. Cesare Prandelli setzt wie Landsmann  Capello auf eine Mischung aus Jung (u.a. Ranocchia) und Alt (Buffon), welche ihn mit Platz 1 in EM-Quali-Gruppe C (ohne Niederlage) in seiner Arbeit bestätigte. Besonders beeindruckend: Italien erhielt lediglich zwei Gegentreffer.

6. Frankreich

Nach all den Negativ-Schlagzeilen bei der letzten WM-Endrunde und im Zuge der Rassismus-Affäre ist es Teamchef Laurent Blanc dennoch gelungen, sich mit der „Equipe Tricolore“ direkt für die Endrunde zu qualifizieren. Das hätte man nach der Heimpleite zum Auftakt gegen Weißrussland wohl nicht gedacht. Ribery, Nasri, Benzema und Co. haben sich aber mittlerweile wieder zurück zu alter Stärke gespielt.

7. Portugal

Schon wieder wurde die Teilnahme an einem Großereignis zur Hängepartie. Erst in den Barrage-Spielen (nur Rang 2 in Gruppe H hinter Dänemark) gegen Bosnien-Herzegowina konnte das mit Stars bespickte portugiesische Team das Ticket für Polen und die Ukraine lösen. Viel zu selten gelang es Ronaldo, seine bei Real glänzende Form auch im Team von Paulo Bento auszuspielen. Gute Nerven haben die Iberer, ob das für den großen Wurf ausreicht, bleibt zu bezweifeln.

8. Schweden

Es geht auch ohne Zlatan Ibrahimovic

Trotz der starken Niederlande als Gruppengegner gelang es dem Dreikronenteam, sich direkt für die EM-Endrunde zu qualifizieren. Den letzten Vergleichskampf mit dem Vize-Weltmeister zum Abschluss der Gruppenphase gewann das Team von Erik Hamren sogar mit 3:2 und sicherte sich so als bester Gruppenzweiter sein Ticket. Dass Superstar Zlatan Ibrahimovic dabei gar nicht zum Einsatz kam, zeugt von der mannschaftlichen Stärke der Skandinavier.

9. Russland

Den Sieg in Qualifikationsgruppe B sollte man angesichts der nicht wirklich hochkarätigen Konkurrenz (u.a. Slowakei, Armenien, Irland) nicht überbewerten. Und dennoch ist es zumindest ein Indiz dafür, dass die Gegnerschaft Dick Advocaats Mannen besser nicht unterschätzen sollte. Mit Arshavin, Zhirkov und Co. kann der Niederländer auf eine schlagkräftige Truppe bauen, die für eine Überraschung gut ist.

10. Kroatien

Eine schwache Performance beim 0:1 in Georgien verhinderte letztendlich den Gruppensieg der Kroaten, den sich Griechenland sicherte. Dank eines umso fulminanteren Auftritts im Playoff-Hinspiel gegen die Türkei (3:0, Rückspiel 0:0) ist man aber dennoch bei der EM-Endrunde dabei. Vor allem in der Offensive, wo die beiden "Spurs" Modric und Kranjcar die Fäden ziehen, ist die Elf von Teamchef Slaven Bilic ausgezeichnet besetzt.

11. Dänemark

Morten Olsens Mannschaft ist es einmal mehr gelungen, sich für einen Großevent zu qualifizieren. Dass Portugal in Gruppe H auf Rang zwei verwiesen wurde, ist für jeden EM-Teilnehmer Warnung genug. Mit Kvist, Eriksen oder Bendtner verfügen die Dänen zweifelsfrei über hochtalentiertes Spielerpotenzial. Das alleine dürfte jedoch zu wenig sein, um das „Danish Dynamite“ nach 1992 ein zweites Mal zum Explodieren zu bringen.

12. Griechenland

Mit den wenigsten geschossenen Toren aller Teams sicherte sich Griechenland sein EM-Ticket. 14 Treffer in zehn Spielen reichten dennoch zu sieben Siegen und drei Unentschieden. Als ungeschlagener Gruppenerster haben die Hellenen mehr als nur ein Ausrufezeichen gesetzt. Angesichts der teils großen Erfahrung im Team des Titelträgers von 2004 wird mit der Elf von Trainer Fernando Santos zu rechnen sein.

13. Irland

Giovanni Trapattoni hat es wieder einmal vollbracht. Der 72-Jährige führte Irland über den Umweg Playoffs zur Endrunde. Dort sind die „Boys in Green“ um Robbie Keane und Shay Given naturgemäß krasser Außenseiter. Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass ein Underdog über sich hinauswächst. Hinten wird der Laden dicht gemacht, vorne braucht man das nötige Quäntchen Glück. Erinnert irgendwie an Griechenland 2004.

14. Polen

Was wird Polen zeigen?

Hinter dem Co-Veranstalter steht ein großes Fragezeichen. Seit über zwei Jahren bestreitet das Team von Trainer Franciszek Smuda nur noch Freundschaftsspiele und hinterließ dabei einen gemischten Eindruck. Aufgrund von Achtungserfolgen, wie dem 2:1 im Juni gegen Argentinien oder dem 2:2 gegen Deutschland im September, muss man Polen ernst nehmen. Wo man wirklich steht, wird aber wohl oder übel erst die Endrunde selbst zeigen.

15. Tschechien

Tschechien profitierte ein wenig von seiner Auslosung: In der Gruppe konkurrierte man mit Schottland und Litauen um den zweiten Platz hinter Spanien und konnte diesen nur knapp behaupten. Im Playoff ging es gegen Montenegro, wo man sich nach hartem Kampf und späten Toren mit einem Gesamtscore von 3:0 durchsetzte. Die Tschechen nehmen zwar erneut an einem Großereignis teil, waren dort allerdings schon mit nominell besseren Kadern vertreten.

16. Ukraine

Die Ukraine ernsthaft einzuordnen, fällt alles andere als leicht. Oleg Blokhins Mannschaft ist bemüht, sich anhand von Testspielen in EM-Form zu bringen. Das klappt mal besser (3:3 gegen Deutschland, 3:0 gegen Bulgarien), dann wieder gar nicht (0:4 in Tschechien, 1:4 gegen Frankreich) oder glücklich (2:1 gegen Österreich). Es ist noch ein weiter Weg für Kapitän Shevchenko und seine Teamkollegen. Möglicherweise ein zu weiter Weg.

 

Christian Eberle/Christoph Nister

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