Aufmacherbild

Kennenlernen oder Sprung auf den EURO-Zug?

Part eins des Trainingslagers in Schruns ist für die Spanier abgehakt.

Nach insgesamt vier Übungseinheiten ist „La Roja“ nach St. Gallen aufgebrochen, wo man am Samstag zum freundschaftlichen Ländervergleich gegen Serbien antritt.

In der Schweiz auch erstmals mit dabei sein werden Fernando Torres und Juan Mata. Die beiden Legionäre von Champions-League-Sieger Chelsea sind mittlerweile zum Team nachgerückt.

Ein letzter Test

Das Kräftemessen mit den Serben ist die letzte Gelegenheit für Teamchef Vicente del Bosque, sich ein Bild vom Zustand seiner Schützlinge zu machen, bevor er am Tag darauf seinen endgültigen EM-Kader bekanntgeben wird.

Um diesen dreht sich unter den spanischen Journalisten alles. Wer in Polen und der Ukraine definitiv dabei sein und wer im letzten Moment aussortiert wird, ist die Frage, die sich jeder stellt.

Schließlich muss inklusive der Spieler von Barca und Athletic Bilbao von über 30 auf 23 Mann reduziert werden. „Wenn es möglich wäre, würde ich alle mitnehmen“, offenbart del Bosque bei der Pressekonferenz.

Klar, dass bei so viel Spannung jedes noch so kleine Detail als Hinweis aufgefasst wird.

Wer spielt mit wem?

An den Spekulationen anhand der Erkenntnisse aus den Trainingseinheiten hat sich auch LAOLA1 schon beteiligt.

Am dritten Tag sind leichte Modifikationen bei der Zusammenstellung der internen Teams erkennbar, die etwas zu bedeuten haben, oder eben auch nicht.

Sergio Ramos, Alvaro Arbeloa, Xabi Alonso und David Silva liefen in allen bisherigen Partien gemeinsam auf und dürfen als Stammpersonal bezeichnet werden.

Daneben wurde reichlich rochiert. Javi Garcia, Santi Cazorla, Alvaro Negredo und Adrian scheinen sich aber aufgrund der längeren gemeinsamen Spielzeit mit dem Real-Trio bzw. dem ManCity-Legionär gegenüber ihren direkten Konkurrenten profiliert zu haben.

Spielernummern als Indiz

Mit besonderer Aufmerksamkeit wurde auch die Bekanntgabe der Trikotnummern für das Testspiel in St. Gallen verfolgt.

Auffällige Details dabei: Die vakante Nummer 5 von Carles Puyol wurde vorerst nicht besetzt - die Bürde des Ersatzmannes für den Verteidiger also nicht anhand von Zahlen ausgemacht.

Routiniers wie Ramos, Xabi Alonso oder Torres spielen mit „ihren“ Nummern.

Unerfahrenere Teamspieler und Debütanten, wie etwa Nacho Monreal (3 - Gerard Pique), Juanfran (6 – Andres Iniesta) oder Bruno (8 - Xavi), werden ihre Dressen hingegen nach Sonntag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht noch einmal tragen.

Kontinuität im Team

„Wir werden nichts umstellen, nur um umzustellen. Wir haben einen breiten Kader. In diesem Trainingslager haben wir ihn ein wenig ausgeweitet“, weist der Teamchef darauf hin, dass sich die gewählten 23 nicht allzu sehr von den erfolgreichen Weltmeistern 2010 unterscheiden werden.

Die Tage im Montafon sind auch dazu da „sich besser kennenzulernen“, wie Iker Casillas betont.

Für einige Spieler der U21-Auswahl, die das erste Mal im Team sind, wird die Endrunde in Polen und der Ukraine noch zu früh kommen. Die Zukunft gehört aber ganz klar ihnen.

Und wer beispielsweise sieht, wie Isco den Ball in der Luft an zwei Gegenspielern vorbeizieht, oder wie Adrian Sekunden nach dem Zuspiel schon Torgefahr ausstrahlt, oder wie abgeklärt Alvaro Dominguez in der Innenverteidigung agiert...

... der weiß, dass das keine leeren Worte sind.


Christian Eberle aus dem Trainingslager der spanischen Nationalmannschaft

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»