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Letzte Arbeiten im Warschau-Stadion

100 Tage vor dem Beginn der EURO 2012 laufen die letzten Arbeiten im Innenraum des neuen Warschauer Nationalstadions. Am 8. Juni bestreiten dort Mit-Gastgeber Polen und Griechenland das EM-Eröffnungsspiel.

Schon jetzt glimmt die Stadionaußenseite nachts in den polnischen Nationalfarben weiß und rot, leuchtet die Strahlenkrone über dem Stadion und weckt Vorfreude auf das Fußballfest des Jahres.

Die polnischen Veranstalter hoffen allein auf eine Million ausländischer Fans in Polen. Dass tatsächlich so viele kommen, ist für den Österreicher Thomas Gassler, Koordinator des Projekts der Fanbotschaften, noch ungewiss.

Viele Anfragen aus Irland

"Wir hatten viel Interesse aus Deutschland, aber wegen der deutschen Gruppenspiele in der Ukraine könnten noch viele Fans abspringen", sagt er und dämpft die Erwartungen. Besonders viele Anfragen gebe es derzeit aus Irland.

"Eine große Herausforderung sind bezahlbare Unterkünfte für die Fans, vor allem in der Ukraine - dazu kommen dort dann noch die großen Entfernungen zwischen den Spielorten", erklärt der Tiroler, der bereits mehrmals mit anderen Fanbotschaftern die Fortschritte der EM-Vorbereitungen in Polen und der Ukraine verfolgt hat.

Auch wenn noch längst nicht an allen EM-Baustellen ein Ende abzusehen ist, "es geht voran, man sieht die Fortschritte", sagt Gassler und will den Unkenrufen nicht allzu viel Glauben schenken.

"Hier dauert es bis zur letzten Minute"

Es sei eben alles auch eine Mentalitätsfrage: "In Deutschland oder Österreich wollen wir halt, dass alles am besten schon drei Monate vorher perfekt ist, und hier dauert es bis zur letzten Minute. Aber sowohl die Offiziellen als auch die Fans sind mit Herzblut dabei, da bin ich zuversichtlich."

Beeindruckt ist er vor allem von den Stadien. "Die sind schon bombastisch, alle acht. Das ist noch besser als in Österreich und der Schweiz."

EM-Organisatoren und Tourismusverband haben sich in Polen zusammengeschlossen, um mit einem gemeinsamen Angebot auch diejenigen zu erreichen, die aus Sorge vor Sprachproblemen noch zögern, nach Polen zu fahren.

Der "PolishPass"

Der "PolishPass" verbindet Unterkunft, Transport und Versicherung. Die Paket-Rundumlösung soll Planung und Aufenthalt erleichtern - das gilt übrigens auch für die Bewegung innerhalb der Stadt, denn auch die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist im "PolishPass" eingeschlossen.

Appetit auf Polen auch über den Fußball hinaus soll der "PolishGuide" in mehreren Sprachen machen, in dem Sehenswürdigkeiten vorgestellt und Tipps zu Veranstaltungen über die EM hinaus gegeben werden.

Bereits seit Ende 2011 ist der virtuelle Reiseführer im Internet, im März soll er auch als Mobil-App verfügbar sein.

Das Thema Sicherheit

Schon jetzt spielt das Thema Sicherheit bei den Planern eine große Rolle. Anfang März sind erste Übungen von Polizei, Militär und Rettungsdiensten zu verschiedenen Szenarien geplant - über die Details schweigen sich Innenminister Jacek Cichocki und die Polizeiführung allerdings aus.

Fest steht bereits, dass mehr als 9.000 Polizisten im direkten EM-Einsatz sein werden. An Spieltagen wird der Luftraum über den jeweiligen EM-Gastgeberstädten gesperrt und auch Jagdflieger stehen für alle Fälle bereit.

Dass die für ihre Brutalität bekannten polnischen Hooligans das Fußballfest trüben könnten, glaubt Fanbotschafter Gassler nicht. "Die polnischen Fans, die in die Vorbereitungen eingebunden sind, wollen das Image der polnischen Fußballfans verbessern", sagt er.

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