Aus der Sekundentraum

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"Es tut weh, das Finale zu verpassen"

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"Euphorie und Trauer liegen eng beieinander."

LASK-Trainer Walter Schachner brachte es nach dem 1:1 gegen Grödig auf den Punkt.

Am Montag träumten die Linzer noch vom Erste-Liga-Finale gegen WAC/St. Andrä am 36. Spieltag.

Nach dem 35. am Freitag war klar: Die Kärntner steigen in die Bundesliga auf.

"Ich kann diese Leistung noch nicht einordnen", war der 55-Jährige sichtlich ratlos.

Schachner trauerte Enspiel in Kärnten nach

Seine Mannschaft führte 1:0, spielte mehr als eine Hälfte in Überzahl und kassierte dennoch den Ausgleich.

Wie so oft in dieser Saison vergaben die Schwarz-Weißen noch einen Vorsprung.

"Unser Defensivverhalten war nicht gut genug", musste Schachner eingestehen, der vor allem dem Endspiel in Kärnten nachtrauerte.

"Es tut weh, dieses Finale zu verpassen. Wenn du das dann verlierst, okay. Aber so...", starrte der Steirer in den Linzer Abendhimmel.

Aluminium-Festspiele auf der Gugl

Goalie Thomas Mandl gestand ein: "Grödig hat verdient einen Punkt geholt."

Da waren sich alle einig. Die Salzburger trafen schließlich drei Mal Aluminium, sogar beim Ausgleich durch Viana prallte der Ball von der Stange ins Tor.

Aigner traf zwar für den LASK regelkonform zum zwischenzeitlichen 2:0, doch es wurde auf Abseits entschieden.

Kaum ein Linzer war darüber maßlos verärgert, sie wussten, dass dies nicht der Grund für die gefühlte Niederlage war.

LASK-Fans fallen negativ auf

Eine Niederlage ganz gewiss war das Verhalten jener LASK-Fans, die bei ihrem Platzsturm nach Spielende mit "Reichel-Raus"-Spruchband Richtung "Sky"-Interviewwand liefen.

Sie schmissen sie um und gefährdeten neben dem "Sky"-Reporter auch Rene Aufhauser, der gerade ein Interview gab. Der eigene Kapitän (!) in Gefahr sagt wohl alles.

Beide Protagonisten nahmen es gelassen, der "Sky"-Reporter äußerte aber nicht zu Unrecht Richtung unentschlossener Polizei sarkastisch: "Gut, dass war ja nicht herbeizusehen."

Proteste seien nachvollziehbar, aber hier wurde natürlich eine Grenze überschritten - da waren sich auch alle einig.

Spannung vor Lizenzentscheid

Was sich Präsident Reichel, der noch vor dem Spiel optimistisch lächelte, dachte? Wohl, dass ihm das wieder Geld kosten würde. Das er dringend braucht.

Denn der LASK hat natürlich noch ein Finale: Am Dienstag entscheidet das Protestkomitee über den offenen Lizenzentscheid.

Neben allen weiterhin offenen Personalentscheidungen - inklusive Trainerfrage (Schachner: "Bin gerne in Linz") - ist ob der fixen Budgetreduzierung wohl nur eines klar:

So schnell kommt der LASK dem Aufstieg wohl nicht mehr nahe.


Bernhard Kastler

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