Hartberg verschärft Wacker-Krise

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Vierte Niederlage in Folge für Wacker Innsbruck

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Die 15. Runde der Ersten Liga ist am Montagabend mit einer Überraschung eröffnet worden.

Schlusslicht TSV Hartberg setzte sich auswärts gegen Wacker Innsbruck verdient 2:0 (1:0) durch.

Tore der Ex-Innsbrucker Bright Edomwonyi (14./Elfmeter) und Alexander Fröschl (79.) fixierten den Sieg der Steirer und gleichzeitig die vierte Wacker-Niederlage in Serie.

Die Innsbrucker präsentierten sich im heimischen Tivoli-Stadion schwach, hatten jedoch beim 0:1 auch Pech. Der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Helmut Trattnig nach Zweikampf zwischen Sebastian Siller und Edomwonyi war umstritten.

Kurioser Elfer, verdienter Sieg

Zudem parierte Wacker-Goalie Julian Weiskopf den Versuch von David Sencar, bewegte sich dabei aber nach Ansicht des Schiriteams bereits vor dem Schuss zu weit nach vorne.

Der Elfer wurde wiederholt, Edomwonyi schoss eiskalt zum 1:0 ein. Im Finish marschierte Fröschl durch die Wacker-Defensive und sorgte mit dem 2:0 für die Entscheidung (79.) und den ersten Hartberg-Sieg gegen Wacker in der Erstliga-Geschichte.

Wacker liegt in der Tabelle auf Rang fünf, der Rückstand auf Leader LASK beträgt zwölf Punkte. Hartberg ist zwar weiter Letzter, hat jedoch an Punkten mit Horn gleichgezogen.

Streiter: "Übernehme volle Verantwortung"

Nach dem Spiel herrscht Ratlosigkeit aufseiten der Gastgeber. "Ich habe nach wie vor viel Leidenschaft. Der Glaube im Team ist aber nicht da. Sollte es an mir liegen, kann man jederzeit mit mir reden. Ich übernehme die volle Verantwortung", nimmt Trainer Michael Streiter die Pleite auf seine Kappe.

Für viele Aktionen seiner Mannschaft fehlt dem 48-Jährigen das Verständnis. "Ich mache mir permanent Gedanken, was wir verändern können. Aber wenn sich am Platz dann gar nichts tut, ist mir das unerklärlich", so Streiter.

Besonders angesprochen auf die Gefahr durch Ex-Wacker-Stürmer Edomwonyi herrscht beim Coach Unverständnis: "Wir haben im Abschlusstraining besprochen, wie wir gegen ihn verteidigen müssen, aber dann kann er fünf Mal alleine auf das Tor laufen. Da ist man ratlos."

Jetzt muss Klartext gesprochen werden

Wie so oft in dieser Saison nach Niederlagen nimmt Streiter Routiniers wie Andreas Hölzl oder Jürgen Säumel in die Pflicht: "Es sind Spieler dabei, die Europa-League-Erfahrung haben, trotzdem muss man alles immer wieder von vorne besprechen. Das ist mühsam."

Die jüngste Bilanz des FC Wacker liest sich ernüchternd. In den vergangenen sechs Spielen gab es bei zwei Remis und vier Niederlagen ein Torverhältnis von 3:13. "Eine erbärmliche Darstellung", findet der Trainer.

Da Präsident Josef Gunsch schon nach der Niederlage in Floridsdorf zuletzt stinksauer war und eine Reaktion forderte, dürfte Streiter nun das Wasser bis zum Hals stehen.

"Ich weiß nicht, ob das Vertrauen des Präsidenten noch da ist. Nach vier Niederlagen ist es aber klar, dass man Klartext reden muss", glaubt der ehemalige Verteidiger.

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