Gefühlter Sieg hält FAC-Lauf am Leben

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"Als Stürmer lebt man für solche Momente!"

FAC-Stürmer Lukas Mössner, einer der wenigen Floridsdorfer mit Bundesliga-Erfahrung, konnte die Freude über seinen späten Ausgleichstreffer gegen Kapfenberg kaum verbergen.

In jenem Moment, als ihn die über 1600 Fans, die sich zum zweiten Erste-Liga-Heimspiel des Aufsteigers in der Hopfengasse eingefunden hatten, feierten, war es ihm deshalb völlig egal, dass er in den 86. Minuten vor seinem Treffer zum 2:2 nicht glänzen konnte – "es war kein gutes Spiel von mir."

Kapfenberg zog davon

Doch die eigene Leistung stellte der 30-Jährige ohnehin hinten an. "Das Tor ist nicht für mich wichtig, sondern für die Mannschaft." Diese hatte, dank einer nicht für möglich gehaltenen Aufholjagd in den Schlussminuten, den eigenen Erfolgslauf noch einmal am Leben gehalten. Auch nach vier Spielen stehen die Floridsdorfer ungeschlagen auf dem vierten Tabellen-Platz. Danach sah es lange Zeit aber ganz und gar nicht aus.

Zwar nahm der FAC das Selbstvertrauen und den Schwung aus den jüngsten Begegnungen mit in die englische Woche. Ebenso schnell wie die Elf von Coach Hans Kleer die Kontrolle übernahm, ließ sie die Begegnung jedoch wieder entgleiten. "Wir haben den Ball gut zirkulieren lassen, waren aber nicht konsequent genug", ortete Kleer die Gründe.

Kapfenberg entpuppte sich als die cleverere, erfahrenere Mannschaft, ging in Halbzeit eins in Führung (Ronivaldo, 32.), baute diese in Halbzeit zwei auf 2:0 aus (Wendler, 55.). Die Begegnung schien entschieden. "Wir hatten das Spiel in der Hand", wusste Trainer Kurt Russ.

Kapfenberg läuft dem ersten Saison-Sieg weiterhin hinterher

Mit "Wut" im Bauch

Der KSV, der kurz vor dem ersten Saison-Sieg stand, hatte die Rechnung eben aber ohne Mössner und auch ohne Arvedin Terzic gemacht. Der zur Pause eingewechselte Mittelfeld-Spieler hatte an diesem Abend noch etwas vor.

"Ich war kurz sauer, dass ich nicht von Beginn an gespielt habe", sagte der 25-Jährige nach dem Spiel und klang dabei gar nicht mehr sauer. "Heute war es scheinbar gut, so wie es war", scherzte Terzic, der in der 82. Minute das Comeback der Blau-Weißen einleitete.

Dieses war wiederrum der Kapfenberger Leid. "Wir hätten das 3:0 oder gar das 4:0 machen müssen", haderte ein sichtlich enttäuschter KSV-Kapitän Manfred Gollner. "Das darf uns nicht passieren, so etwas tut weh!"

KSV tritt auf der Stelle

Von einem verpatzten Saisonstart wagte der 23-Jährige trotz dreier Punkteteilungen und einer Niederlage noch nicht zu sprechen. Man habe schließlich in jedem Spiel um den Sieg mitgespielt. Aber: "Nur mit Unentschieden kommen wir nicht weiter."

Auch sein Trainer blieb gelassen. "Wir dürfen nicht glauben, dass alles schlecht ist", betonte Russ, der an diesem Abend erstmals in dieser Saison verlorenen Punkten nachtrauerte. Dass die Mannschaft, die über den Sommer an einigen Positionen verändert wurde, noch Zeit braucht, glaubt der 49-Jährige nicht. Man werde weiter hart arbeiten – "bis das Glück zurückkommt."

Dieses hat jedoch auch weiterhin Aufsteiger FAC gepachtet. Mössner bestätigte: "Dass mir der Ball so vor die Füße fällt, ist in der Tat glücklich."

Warum es bei den Wienern aktuell läuft, liege, da waren sich beide Torschützen einig, ausschließlich am FAC selbst. "Wir arbeiten unter der Woche gut und halten zusammen, vom Trainer bis zum Masseur", erklärte beispielsweise Terzic. Das Gefühl unterschätzt zu werden, hätte die Kleer-Elf aber bislang nicht gehabt. "Dafür arbeiten die Vereine und Trainer zu professionell", unterstrich Mössner.

Folgt die Fortsetzung?

Das Team steht derweil vor seiner nächsten Bewährungsprobe. Bereits am Freitag gastiert man auf dem Innsbrucker Tivoli, wo der Bundesliga-Absteiger seinen Fehlstart ausmerzen will. Die körperlichen Belastungen der ersten "englischen Woche" waren dem FAC bereits gegen die Kapfenberger anzumerken.

Die Doppelbelastung spielte aber nach dem späten Ausgleich in den Köpfen der Spieler noch keine Rolle. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen", sehnten Terzic und Mössner bereits den Freitag herbei.

Gegen die Steirer verpasste man an diesem Abend zwar den "Dreier", enttäuscht war man beim FAC aber selbstredend nicht. "Ein Punkt für uns, zwei weniger für einen Konkurrenten", erklärte der Stürmer warum das 2:2 dennoch ein gefühlter Sieg war.

Auf dem Tivoli könne der FAC-Lauf dann aber gerne mit einem "richtigen" Sieg seine Fortsetzung finden.

 

Kevin Bell

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