Mattersburg ist zurück!

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Mattersburg kehrt in die Bundesliga zurück

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Das Burgenland ist in der kommenden Saison wieder in der Fußball-Bundesliga vertreten.

Der SV Mattersburg fixierte am Dienstag vorzeitig den Aufstieg und ist damit nach zwei Erste-Liga-Saisonen ab Juli wieder im Oberhaus im Einsatz. Ivica Vastic hat das in der vergangenen Saison noch wankende Schiff auf Kurs gebracht und darf sich über den größten Erfolg in seiner Trainerkarriere freuen.

Mattersburgs so früh fixierter Aufstieg kam doch etwas überraschend zustande. Zur Saisonhalbzeit (5 Punkte hinter LASK) sowie in der Winterpause (1 Punkt hinter LASK) waren noch die Linzer der große Favorit gewesen.

Der Motor des LASK geriet im Frühjahr durch den großen Druck allerdings erheblich ins Stottern. Coach Karl Daxbacher musste gehen. Da auch unter Interimstrainer Martin Hiden die Trendwende ausblieb, war der Weg für die Burgenländer frei.

Erfolgreiche Transferperiode

Die Mattersburger zeichnete vor allem ihre Konstanz aus. Wenn es Schwächephasen gab, dann waren diese nur von kurzer Dauer. Zwischen der 14. und 16. Runde gab es dreimal keinen Sieg, in der 27. und 28. Runde setzte es zum einzigen Mal zwei Niederlagen in Folge.

Mitverantwortlich dafür war vor allem auch das "Goldene Händchen" in der Transferpolitik im Sommer. Mit Karim Onisiwo (23) und Michael Perlak (29) konnten die beiden Regionalliga-Stützen von Austria Salzburg genauso wie St. Pöltens Jano (28) verpflichtet werden. Das Trio schlug voll ein, belebte das Offensivspiel der Vastic-Truppe. Das war ein großer Schlüssel zum Erfolg.

Die Offensive wurde sehr zur Freude von Ex-Stürmer-Ass Vastic zum Trumpf, die Burgenländer erzielten bisher 62 Tore. Neben Onisiwo rückte im Frühjahr vor allem Markus Pink als Schütze in den Vordergrund.

Der 24-Jährige, der vor einigen Jahren schon 28 Mal für Austria Kärnten in der Bundesliga gespielt hatte, führt die Liga-Schützenliste mit 18 Toren vor seinem Clubkollegen (16) an. 13 seiner Treffer hat Pink im Jahr 2015 erzielt.

Der Erfolgs-Architekt

Einen großen Anteil am Erfolg hat sicher auch Vastic. Der Ex-Austria-Trainer hatte nach seiner Verpflichtung Ende Dezember 2013 noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht, mit dem Club gar lange um den Ligaverbleib bangen müssen.

Am Ende hatte es mit Rang sechs, nur fünf Punkte vor dem Neunten Parndorf, immerhin für den Klassenerhalt gereicht. Dass dem Ex-ÖFB-Teamspieler in der Folge das Vertrauen ausgesprochen wurde, war im Nachhinein gesehen die richtige Entscheidung.

Vor allem die Heimstätte Pappelstadion wurde zur Festung. Zwölf Siege bei nur drei Niederlagen und zwei Remis sind die beste Heimbilanz in der Liga. Das soll sich ab Sommer auch eine Liga höher nicht ändern.

Am Team festgehalten

Die Personen, die in Bundesligazeiten tragende Rollen spielten, sind in Mattersburg noch immer am Werk. Pucher ist nach wie vor Obmann, der ehemalige Langzeittrainer Franz Lederer arbeitet mittlerweile als Sportdirektor.

Coach Vastic dürfte Mattersburg erhalten bleiben, sein Vertrag ist offiziell aber vorerst nur bis Saisonende gültig. Die Latte liegt für die Burgenländer jedenfalls sehr hoch, haben die vergangenen Aufsteiger in ihrer Premierensaison doch jeweils überzeugen können.

Da könnte eventuell bereits eine Rasenheizung im Stadion eingebaut sein. Spätestens ab der übernächsten Saison ist diese, sehr zum Ärger von Obmann Martin Pucher, dessen Club noch nie ein Bundesligaspiel hatte absagen müssen, verpflichtend.

Mehr Zuseher für die Bundesliga

Die Burgenländer werden die Bundesliga jedenfalls bereichern. Die Zuschauerzahlen dürften nach zweijähriger Oberhaus-Abstinenz wohl steigen und den Ligaschnitt in die Höhe treiben, zumal mit Wiener Neustadt, Admira Wacker Mödling oder Grödig ein zuschauerschwaches Team absteigen wird.

Interessant wird, wie bundesligahungrig die burgenländischen Fans sind. In der Anfangsphase der Mattersburger Bundesliga-Zeit waren bis zu 17.000 Fans ins Pappelstadion gepilgert. In der Abstiegssaison war das Interesse deutlich geringer, der Schnitt lag aber immer noch bei 4.600 Besuchern.

Der SVM hatte sich nach dem Aufstieg 2003 von einem Dorfclub zu einer fixen Bundesliga-Größe hinaufgearbeitet und sich bis 2013 zehn Saisonen im Oberhaus gehalten. Der Abstieg verlief dann äußerst unglücklich. Obwohl sie als Siebenter in die letzte Runde gegangen waren, war Mattersburg am Ende Letzter. Von diesem Schock erholten sich die Burgenländer lange nicht.

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