Wo BW Linz und LASK Verbesserungs-Potenzial sehen

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Nicht nur die Stimmung war beim ersten Linzer Derby seit neun Jahren ansehnlich.

Auch die 90 Minuten auf dem Platz hatten es in sich: Chancen, Tore, spektakuläre Zweikämpfe. 

Das 1:1 brachte letztlich keinen Sieger, gemischte Gefühle waren auf beiden Seiten zu finden - trotz Punktgewinn auch beim blau-weißen Underdog.

„Wir können stolz sein“, meinte Goalie David Wimleitner. „Die Punkteteilung geht in Ordnung“, sagte Sportdirektor Gerald Perzy. „Wir haben die Führung zu leicht aus der Hand gegeben“, trauerte Kapitän Tino Wawra dem Sieg nach.

„Dann gewinnen wir“

Ähnlich sah es auch sein Trainer Thomas Weissenböck („Wir müssen uns spielerisch weiterentwickeln“), der vor wenigen Wochen noch die LASK Juniors zum Meistertitel geführt hatte.

„Wenn die Partie länger 1:0 für uns steht, dann gewinnen wir, zumal wir gegen Ende die bessere Mannschaft waren.“

Dem Underdog war nach dem Schlusspfiff aber auch bewusst, dass es ganz anders hätte kommen können. Schließlich entwickelte der LASK sein, in den ersten zwei Liga-Spielen entstandenes, Problem nahtlos fort: die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

„Ich bin nicht zufrieden, auch angefressen. Es ist sehr schade, weil wir die Chancen in der ersten Hälfte hatten und wir deswegen mit dem 1:1 nicht zufrieden sein können“, machte Hannes Aigner seinem Ärger Luft.

„Wieder zwei Punkte verschenkt“

Der LASK-Stürmer vergab wie schon gegen den FC Lustenau (1:1) und St. Pölten (2:0) gute Möglichkeiten, ein Tor wurde ihm zudem wegen Abseits aberkannt.

Sturm-Partner Harald Unverdorben konnte mit seinem Ausgleichstreffer nach Aigners Assist das schlimmste Szenario aus LASK-Sicht verhindern. Zufrieden war mit dem Remis aber keiner.

„Wir haben wieder zwei Punkte verschenkt, wir müssen zur Pause 3:0 führen. Leider klappt es momentan im Spiel nicht, was wir im Training üben“, musste sich Walter Schachner grämen.

Der LASK-Coach fügte aber mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wenn man auswärts unentschieden spielt und zu Hause gewinnt, wird man Meister.“

Diese Ambition hat Blau-Weiß freilich nicht, der Aufsteiger sieht sich aber noch lange nicht am Limit.

„Wir müssen uns weiterentwickeln, die Pass-Wege stimmen noch nicht hundertprozentig, und die Abstimmung fehlt noch ein wenig. Aber das ist bei zwei Wochen Vorbereitung kein Wunder. Das muss sich finden. Dann schauen wir, dass wir uns im Mittelfeld etablieren“, erklärte Weissenböck.

„Werden die Liga halten“

Sportdirektor Perzy sieht es ähnlich: „Es braucht noch ein wenig, denn es geht doch ein wenig anders zu in dieser Liga. Wir sind auf einem guten Weg. Die Dreier müssen wir zudem gegen andere Teams machen.“

Der Liga-Underdog wusste bislang zu überzeugen. Die Spieler sind felsenfest davon überzeugt, dass der Kampf gegen den Abstieg keinen blau-weißen Anstrich bekommt.

„Wir sind für diese Liga gerüstet und werden die Liga halten“, ist sich Wawra sicher.

Sicher ist auch, dass beide Klubs für die Realisierung ihrer Ziele noch zulegen müssen. In ihrem Interesse sollte das gleich am Freitag passieren, an dem die bereits vierte Runde dieser Saison stattfindet.

BW Linz muss zu WAC/St. Andrä, der LASK empfängt im Schlager Titel-Favorit Altach.„Das wird auf jeden Fall ein Spitzenspiel“, verspricht Schachner.

Sollte es ähnlich dem Derby werden, dann dürfen sich Fußball-Freunde freuen.

 

Bernhard Kastler

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