SKN setzt verhalten zum Gipfelsturm an

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„So schön wie die Sonne lacht, soll die Saison werden.“

Bei strahlendem Wetter war es für SKN-Obmann Gottfried Tröstl nicht schwer, eine passende Metapher für seine Wünsche zu finden.

Dabei stand der Medientag zum Saisonauftakt der St. Pöltener unter einem ganz anderen Motto: Gipfelsturm.

Der Erstligist hatte in die auf 594 Meter Höhe liegende Ochsenberghütte auf der Rudolfshöhe geladen, um seine Ziele für die kommende Spielzeit zu definieren.

„Nicht zum Aufstieg verpflichtet“

„Wir wollen zum Gipfel, aber wir sind nicht die einzigen, die das wollen“, stellte Trainer Martin Scherb gleich zu Beginn klar und spricht damit die schwierige Ausgangsposition in der „Heute für Morgen“ Ersten Liga an.

Mit Altach gibt es nämlich dem gemeinsamen Einvernehmen nach einen Titelkandidaten, „für den der zweite Platz schon kein Erfolg ist“, wie der 43-Jährige festhält. Sein Verein, der zweifellos über das schönste Stadion in der zweithöchsten Spielklasse verfügt, sei hingegen „nicht zum Aufstieg verpflichtet“.

Daneben strebt der SV Mattersburg nach der direkten Rückkehr in die Bundesliga und ist, sofern der Großteil seines Bundesliga-Kaders gehalten werden kann, dafür auch prädestiniert. Die im Umbruch befindliche Austria Lustenau hat der SKN-Coach selbstverständlich ebenso auf der Liste.

Neue Gesichter beim SKN

Geben sich die St. Pöltner damit schon vorab der Konkurrenz geschlagen? „Wir schauen nicht auf die anderen, wir schauen auf uns“, entgegnete Scherb und betonte, dass es zunächst einmal wichtig ist, „ein Team zu formen“.

Mit Patrick Kostner (KSV), Cem Tosun (Altach), Dominik Hofbauer (Rapid, zuletzt Wiener Neustadt), Tomasz Wisio (RB Leipzig), Michael Huber (Hartberg), Gary Noel (Schwechat), Dalibor Stojanovic (Austria Salzburg) und Philipp Koglbauer (AKA St. Pölten) gilt es schließlich zahlreiche Neuzugänge zu integrieren.

„Die Situation ist für viele neu, aber ich glaube, dass eine gute und gesunde Mischung gefunden wurde und wir eine schlagkräftige Truppe beisammen haben“, zeigte sich Tröstl mit der Arbeit seines Sport-Managers Christoph Brunnauer zufrieden.

Zahlreiche neue Gesichter sind beim SKN zu finden

Wer ist der fehlende Stürmer?

Abgeschlossen ist das Treiben des 44-Jährigen allerdings erst in der kommenden Woche, wenn ein Stoßstürmer den Kader noch ergänzt.

„Der ist budgetmäßig eingeplant“, versicherte Brunnauer, dass dem Wunsch seines Trainers entsprochen wird. Mit Neo-Abwehrchef Wisio, Schaltstelle Jano und dem noch unbekannten zentralen Angreifer verfügt Scherb dann über drei „Säulen“, die das Spiel des SKN tragen sollen.

Die offensive Spielausrichtung wird sich gegenüber der abgelaufenen Saison nicht ändern, die Behandlung seiner Schützlinge gegebenenfalls schon: „In der Analyse der letzten Saison haben wir eingesehen, dass wir es manchen Spielern zu lange zu gut gehen haben lassen.“ Druck von Seiten des Trainerteams sei zu lange ausgeblieben, schwächere Leistung vermehrt toleriert worden.

Erste Etappe ist das Ziel

Der Einbruch nach der Winterpause und ein Rückstand von letztlich 21 Punkten auf Meister Grödig haben in der niederösterreichischen Landeshauptstadt ihre Spuren hinterlassen. Die schlechten Erinnerungen an die verkorkste Rückrunde mit nur 17 Punkten könnten allerdings schnell ausgelöscht sein.

„Wir wollen gut starten, gut in den Schritt kommen und gleich zeigen, welche Qualität wir im Kader haben“, verdeutlichte Scherb die Relevanz eines guten Saisonstarts, auf dem auch der Fokus liegt:

„Wir schauen jetzt, um in der Bergsteigersprache weiter zu sprechen, auf unsere erste Etappe. Und das heißt, jetzt einmal die Mannschaft zu finden, die am 12./13. Juli die erste Cup-Partie bestreiten wird.“

Schließlich wollen die „Wölfe“ nicht schon wieder in der ersten Runde die Segel streichen. Oder, um dem neuen St. Pöltner Jargon treu zu bleiben, schon an der Talstation wieder umkehren.

Christian Eberle

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