"Der LASK gehört nach oben"

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"Auch in Parndorf wird gute Arbeit geleistet"

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Der SC/ESV Parndorf 1919 ist mit der Relegation bestens vertraut.

Vor zehn Jahren scheiterte man gegen Gratkorn an der Auswärtstorregel, 2010 reichte es gegen den WAC nicht, denn der siegte nach einem 0:1 im Rückspiel zu Hause mit 4:1. Eine Saison darauf blieb die Vienna zwei Mal erfolgreich und durfte den Klassenerhalt feiern.

In der vergangenen Spielzeit hat es dann erstmals mit dem Aufstieg per Relegation geklappt. Mit dem 2:1 im Hinspiel sowie einem 1:0 setzten sich die Burgenländer gegen BW Linz durch.

Ein Jahr später kämpft man nun wiederum um den Verbleib in der zweithöchsten Spielklasse. Der Gegner kommt wieder aus Linz, heißt aber LASK. Der konnte im Hinspiel ein 1:0 verbuchen.

„Es wird ganz schwer“, schließt Trainer Paul Hafner im LAOLA1-Gespräch nicht die Augen vor der Realität. Die Oberösterreicher haben nun am Donnerstag (ab 19:08 Uhr im LIVE-Ticker) alle Trümpfe in der Hand, zur Freude tausender Fans nach zwei Jahren Absenz wieder in den Profi-Fußball zurückzukehren.

„Beim LASK spürt man den Willen“

Freilich wird sich Parndorf aber nicht so einfach geschlagen geben. Zumal man auch vergangenes Jahr 1:0 auf der Gugl gewinnen konnte. Das würde nun Verlängerung bedeuten. „Mit dem könnte ich schon einmal leben“, sagt Hafner, der aber den LASK stärker als BW Linz 2013 einschätzt.

„Da steckt schon Qualität dahinter, wobei auch bei Blau-Weiß Spieler am Werk waren wie etwa Philipp Huspek (Anm.: Grödig). Beim LASK hat man aber zudem diesen unbedingten Willen gespürt.“

Seine Mannschaft hat indes nicht ihren besten Montag erwischt. „Wir haben in der ersten Hälfte zu viel zugelassen und auch die Bälle nicht behaupten können. Als wir das Spiel kontrollieren konnten, gab es die Rote Karte, dann hat das der LASK mit der spielerischen Stärke clever heruntergespielt.“

Der Sieg der Gäste wäre verdient gewesen, trotzdem ist das Gegentor kurz vor Schluss bitter: „Es war nach einer Standard-Situation, so einen Treffer hätte man vermeiden können. Ein Spiel zu Null wäre sehr wichtig gewesen.“

Prutsch fehlt auch im Rückspiel

Hafner tobte mehrmals während den 90 Minuten an der Seitenlinie und kickte die eine oder andere Getränkeflasche, mit etwas Abstand fällt seine Analyse freilich ruhiger aus.

„In der Offensive haben sich meine Spieler im 1:1 nicht durchgesetzt, so kann man auch nicht zu Chancen kommen. Markic etwa ist es einmal gelungen, dann gab es einen gefährlichen Stanglpass. Die LASK-Defensive hat das aber auch sehr routiniert gemacht, das muss man so sagen.“

Hafner, der mit Jürgen Prutsch einen wichtigen Kreativspieler ob eines Muskelfasereinrisses auch am Donnerstag nicht bringen kann, wird nicht viel ändern. Der rotgesperrte Jusits könnte mit Baumeister ersetzt werden. Die Marschroute für das Rückspiel in Linz ist in jedem Fall klar.

„Wir müssen volles Risiko nehmen, können da nicht zuwarten. Natürlich soll die Defensive aber nicht vernachlässigt werden. Wir haben im Frühjahr auswärts gute Leistungen gezeigt und vier Siege erzielt. Wir müssen so wie vor kurzer Zeit in Mattersburg (4:2) auftreten“, schildert Hafner.

Gespräche in beide Richtungen

Auch die Standards müssten besser gespielt werden, bessere Zuspiele auf die Kopfballspieler wie 2,02m-Mann Horvath. Sollte es mit dem Klassenerhalt nichts werden, wird die Welt im 4.357-Seelen-Dorf aber sicher auch nicht untergehen.

„Wir haben natürlich über alles schon gesprochen, aber erst wenn feststeht, wo wir kommende Saison spielen werden, wird es dann konkret. Unser Obmann hat mir schon versichert, dass wir auch im Fall der Fälle eine schlagkräftige Mannschaft haben werden – mit guten jungen Spielern. In Parndorf will man in der Regionalliga vorne mitmischen.“

Die Tiefe scheint gegeben, denn die Amateure haben sich etwa den Meistertitel in der Burgenland-Liga gesichert – haben sich also schon für die dritte Liga qualifiziert.

LASK ist ein Kultklub

Dass die Mehrheit der Fußball-Nation die Athletiker anstatt Parndorf im Profi-Fußball haben will, kann Hafner nachvollziehen: „Ich verstehe die Leute natürlich. Der LASK ist ein Kultklub und der gehört auch wieder nach oben. Nichtsdestoweniger wird in Parndorf gute Arbeit geleistet.“

Das zeigte das Frühjahr, als man fast noch nach 36 Runden den Klassenerhalt schaffte. Im Winter sah es diesbezüglich nicht so gut aus. Freilich sei das Halb-Profitum auch ein gewisser Nachteil.

„Viele der Spieler gehen arbeiten und in einer englischen Runde macht sich das bemerkbar. Da spielt einer am Dienstag, kommt in der Nacht aus Pasching (Liefering spielte dort, Anm.) heim und muss wieder um 6 Uhr auf. So hatten wir leider auch ein paar Muskelverletzungen.“

Der LASK hingegen spielt mit einer Profi-Mannschaft in der Regionalliga. Parndorf will das so beibehalten, auch wenn der Außenseiter weiß, dass das sehr schwierig wird.


Bernhard Kastler

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