"Wollen unser Spiel durchsetzen"

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Ein Auftakt nach Maß wäre als Beschreibung wohl eine Untertreibung.

Wenn ein Aufsteiger gegen einen Bundesliga-Absteiger zum Start der neuen Erste-Liga-Saison 3:0 gewinnt, dann war das doch etwas mehr.

Der FC Liefering hat dem Mitfavoriten für den Aufstieg gleich im ersten Spiel der neuen Spielzeit die Grenzen aufgezeigt, der SV Mattersburg legte damit in der Red-Bull-Arena einen klassischen Fehlstart hin.

"So kann man in dieser Liga nicht bestehen. Ich denke, die Mannschaft hat den Warnschuss verstanden", erklärte SVM-Coach Alfred Tatar nach der Partie im ORF-Interview.

Liefering bleibt bescheiden

Sein Pendant Peter Zeidler hielt fest: "Es gilt, ganz bescheiden zu bleiben und nun nicht zu viel hinein zu interpretieren."

Eine andere Interpretation sei allerdings erlaubt, eine die schon vor dem Start in die neue Saison feststand: Wie auch die Aufsteiger der vergangenen Jahre, wird Liefering mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

Das hat weniger damit zu tun, dass die Salzburger die Regionalliga West klar für sich entschieden haben. Schon mehr, wie sie sich etwa gegen den LASK in den Relegationsspielen präsentiert haben.

Relegation als Vorwarnung

Gegen den Mitte-Meister, der immerhin den Sensations-Cupsieger Pasching hinter sich ließ, gewann das Farmteam von Red Bull Salzburg das Hinspiel 2:0 und setzte auswärts mit einem 3:0 noch einen drauf.

"Wir sind sehr stolz, was wir gemeinsam geschafft haben, vor allem mit den beiden Siegen gegen den LASK", blickt Zeidler im Gespräch mit LAOLA1 gerne noch einmal auf die beiden Duelle im Juni zurück.

Damals hatten die Salzburger den Oberösterreichern mit ihrem intensiven Pressing den Nerv gezogen und ließen sie bis auf eine nervöse erste Hälfte kaum zur Entfaltung kommen.

Die Daxbacher-Elf wurde vor allem im Hinspiel zu hohen Bällen gezwungen, was bei einer gegnerischen Innenverteidigung mit den Routiniers Rene Aufhauser (Zeidler: "Hoffe, er bleibt noch lange") und Andreas Schrott de facto nicht erfolgreich sein kann.

Liefering hat den Linzern ihre Art aufgezwungen, auf erfolgreiche Weise.

Grödig als Vorbereitung

So soll das auch in der Ersten Liga weitergehen. Zeidler konnte sich in der Vorsaison mit der zweithöchsten Spielklasse bereits intensiv beschäftigen.

"Ich war öfter in Grödig, das unweit von meinem Wohnort liegt, und konnte so die Liga kennenlernen", erklärt der 50-Jährige, der während eines Spiels ob seiner Leidenschaft ebenfalls an seine Grenze geht.

Der Deutsche, der bei Hoffenheim drei Jahre unter dem heutigen Salzburg- und Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick Co-Trainer war, weiß um die Stärke der neuen Gegner, aber auch um die des eigenen Teams.

Durchgängigkeit in Salzburg

„Wir wollen unser Spiel durchsetzen, haben unsere Prinzipien formuliert und wissen, wie wir erfolgreich sein können", hält Zeidler fest.

Soll unter anderem heißen: Pressing tief in der gegnerischen Hälfte, Balleroberung und ab geht die Post. Damit ist auch die Durchgängigkeit zum Spiel der großen "Bullen" gegeben.

Dafür haben die Lieferinger auch die entsprechenden Spieler, die sich freilich für weiter oben präsentieren wollen.

"Wir wollen auf diesem hohen Niveau unseren Jungs eine Plattform bieten", schildert Zeidler, der mit Andre Ramalho einen Spieler bereits zu den Profis brachte.

Künstler Kovacec

Der Trainer durfte sich aber neben neuen Akademiespielern und Talenten auch über einen "älteren" Neuzugang freuen.

Ivan Kovacec kam von "Schwesternklub" Pasching. Der Linksaußen machte sich in der vergangenen Saison bei den Herren Trimmel (Rapid), Klein (Salzburg) und Koch (Austria) einen Namen.

Der 25-Jährige spielte die Rechtsverteidiger bei den Duellen auf dem Weg zum Cup-Sieg schwindlig, so dass auch etwa Rapid Interesse an dem Kroaten hatte.

„Man könnte sagen, was will Ivan mit 25 Jahren hier, wo mit jungen Spielern um die 18 und 20 Jahre propagiert wird? Aber Ivan hat erst ein Jahr unter Profi-Bedingungen hinter sich. Er kommt über den zweiten Bildungsweg zu uns, er ist ein besonderer Spieler, ein Künstler, der Tore erzielen und auflegen kann", skizziert Zeidler.

Auftrag: Weiterentwicklung

Gegen Mattersburg traf der Linksfuß gleich bei seinem Debüt. Und erfolgreich soll es nun auswärts gegen Horn weitergehen.

Ein Ziel in Form eines Platzes gibt es nicht, doch was gewünscht wird, liegt auf der Hand.

"Es geht darum, dass wir junge Spieler gut ausbilden und so hoch wie möglich spielen lässt. Wir werden uns daran messen lassen, wie junge Spieler wie Thomas Dähne, Stefan Lainer, Sandro Djuric oder Robert Völkl sich weiterentwickeln. Das ist unser Auftrag."

Peter Zeidler ist auf dem besten Wege, ihn zu erfüllen.

 

Bernhard Kastler

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