Die Parallelen der Titel-Rivalen

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LASK und Wacker: Die Parallelen der Titel-Rivalen

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Mehr Spitzenspiel geht nicht.

Diesen Satz werden Fußball-Fans an diesem Wochenende, speziell am Sonntag, noch öfters hören. Den Anfang aus heimsicher Sicht macht das Duell LASK gegen Wacker.

Bereits am Freitag (20:30 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker) trifft der Tabellenzweite der Ersten Liga auf den Tabellenführer aus Innsbruck, der drei Zähler Vorsprung hat.

Die beiden Klubs gelten aktuell als die beiden Titelfavoriten, doch zum einen ist die Saison noch eine lange, zum anderen konnte St. Pölten nach vier Siegen in Folge schon fast zu den Oberösterreichern aufschließen.

Es wird noch viel Wasser die Donau bzw. den Inn hinunterfließen , ehe eine Entscheidung über den Aufstieg in die Bundesliga gefallen ist.

Doch für den Moment ist dieses Spiel der Hit der zweiten Liga. Dabei verbindet beide Klubs mehr als nur ein großer Name, wie LAOLA1 aufzeigt.



DIE ZUGPFERDE

Zu allererst das Offensichtliche: Egal ob LASK oder Wacker Innsbruck, die Bundesliga würde wohl beide Klubs mit Handkuss wieder im Oberhaus begrüßen. Schließlich sind sie auch die Zugpferde der zweithöchsten Spielklasse. Der LASK führt die Zuschauer-Tabelle mit im Schnitt 4.272 Besuchern an, Wacker liegt auf Rang zwei mit 3.941. Hier haben die Linzer insofern den Vorteil, als dass sie Austria Salzburg bereits zu Gast hatten und die Violetten mithalfen, um für eine Kulisse von fast 10.000 Zuschauern zu sorgen. Es sind zwei Landeshauptstädte, die nach Bundesliga-Fußball lechzen. Das Potenzial ist groß. Während es für die Tiroler erst zwei Jahre her ist, als sie den Gang in die Zweitklassigkeit antreten mussten, würden die Linzer bei einem Aufstieg nach fünf Jahren wieder oben mit dabei sein. Einzig wünscht man sich friedliche Fans: Das war im Frühjahr beim letzten Duell in Linz leider nicht der Fall, als unter anderem Leuchtraketen aus dem Gäste-Sektor gefeuert wurden. Dieses Mal soll es nur am Feld heiß hergehen. Es wird ein Erste-Liga-Schlager mit Bundesliga-Feeling.

 



DAS PRESSING

Sowohl der LASK als auch Wacker suchen ganz klar den Weg nach vorne, vor allem bei den Innsbruckern hat sich das in dieser Spielzeit bereits bemerkbar gemacht. 29 Tore sind mit Abstand Top-Wert. Sowohl Oliver Glasner (kam von Erzrivale Ried) als auch sein Trainer-Pendant Klaus Schmidt (kam von Erzrivale Austria Salzburg) setzen auf Pressing. Glasner ist in seiner noch jungen Trainer-Karriere mit nichts anderem in Berührung gekommen, lernte zwei Jahre unter Roger Schmidt und wechselte dann nach Ried, wo er wie nun in Linz die "Salzburger Schule" umsetzt. Dementsprechend wurde die Mannschaft zusammengestellt. Die Oberösterreicher spielen regelmäßig im 4-4-2, die Innsbrucker fahren mit einem 4-4-1-1 gut. In der offensiveren Viererkette ist Christoph Freitag (fraglich wegen Fußverletzung) ein wesentlicher Part des erfolgreichen Pressings. Im ersten Duell siegte der LASK in einer ob der jungen Saison etwas holprigen Partie in Innsbruck 2:1. LASK-Abwehrchef Ione Cabrera erwartet nun einen Hit: "Ich denke, dass es ein offener Schlagabtausch werden kann, in dem beide Teams ihr Heil im Angriff suchen werden. Es wird ein attraktives Spiel."

 



DIE MISCHUNG

Die macht's bekanntlich aus und das ist bei beiden Teams auch der Fall. Die Mischung aus jüngeren, talentierten Spielern - gemäß dem Erste-Liga-Motto "Heute für morgen" - sowie den Routiniers. Der LASK hat sich im Sommer aber vor allem um Bundesliga-erfahrene Spieler umgesehen und ist mit Rene Gartler, Thomas Fröschl, Manuel Kerhe, Christian Ramsebner, Reinhold Ranftl und Ione Cabrera fündig geworden. Mario Reiter rückte auf und dem jungen Nikola Dovedan kommt der neue Stil ob Liefering-Vergangenheit entgegen. Dogan Erdogan (19) mischte im Mittelfeld mit, ihn bremste ein Mittelfußbruch. Bei Wacker bringen allen voran Thomas Pichlmann, Andreas Hölzl und Alexander Hauser Routine mit. Das IV-Duo Sebastian Siller/Christoph Deutschmann hat ebenfalls BL-Erfahrung, Deutschmann fehlt allerdings in Linz. Christoph Freitag (25) passt perfekt ins System wie Armin Hamzic (19) oder die Neuzugänge Michael Lercher (19) und der Deutsche Alexander Riemann (23). Traditionell macht sich über eine lange Saison ein breiter Kader bezahlt, da dürfte der LASK besser aufgestellt sein. Schmidt in der "Sportzeitung": "Beim Ausfall von Micic wurde mir mulmig. Und nach dem Ausfall von Säumel wurde mir schlecht. Aber bis dato können wir es kompensieren." Zuletzt merkte man aber fehlende Power beim 1:1 gegen den FAC: "Wir müssen schauen, wie wir die beiden englischen Wochen verkraften. Im Moment wirken die Burschen ein bisschen angezählt."

 



DIE GOALGETTER

Nicht zuletzt geht es darum, wer mehr Tore schießt und da haben sowohl LASK als auch Wacker im Sommer jeweils einen Coup gelandet. Die Linzer verpflichteten Rene Gartler vom deutschen Zweitligisten Sandhausen und die Tiroler holten Thomas Pichlmann aus Italien zurück nach Österreich. Letzterer führt die Torschützenliste mit elf Toren klar an, Gartler hat bislang sechs Mal ins Volle getroffen und rangiert noch hinter Julian Wießmeier (A. Lustenau), Patrick Eler (A. Klagenfurt) und Sergi Arimany (Kapfenberg), die jeweils sieben Mal trafen, auf Rang fünf. Das Titelrennen hängt aber wohl maßgeblich von diesen beiden Protagonisten und ihrer Torlaune ab. Gartler erzielte bislang ein Drittel aller LASK-Tore, Pichlmann hat einen prozentual gesehen besseren Schnitt (11 von 29). Vor einem Jahr war dies noch das große Manko der Innsbrucker (Letzter!), die vergangene Saison beinahe abgestiegen sind. Die Linzer scheiterten als Aufsteiger am SV Mattersburg. Nun können die Athletiker zu Innsbruck aufschließen oder Wacker sichert sich mit einem Sechs-Punkte-Vorsprung einen mentalen Vorteil.

 



DIE MACHER

Sie ziehen die Fäden im Hintergrund. Auf der einen Seite: Jürgen Werner. Der Spielerberater (Agentur "Stars&Friends") bekleidet eigentlich keine hochoffizielle Funktion beim Verein, sitzt aber bei wichtigen Pressekonferenzen am Podium, wie etwa bei der Präsentation von Trainer Oliver Glasner. Er ist externer Berater und der Archtitekt des "LASK neu", konzipierte 2013 das Modell "Freunde des LASK" und beendete auf diese Weise die mühsame Ära Reichel. Zehn Kaderspieler gehören seinem Klientel an, darunter die Stürmer Gartler und Fröschl. Die Arbeit dahinter ist dem ehemaligen Spieler und Klub-Manager,vor allem ein persönliches Anliegen: "Linz braucht wieder einen starken Klub. Das, was die Rieder zusammenbringen, muss doch auch hier möglich sein", sagte er vor zwei Jahren. Ähnlich verhält es sich bei Ali Hörtnagl und dem FC Wacker. Der Tiroler ("Wir sind nicht Titelfavorit, wir wollen nur oben mitspielen") spielte jahrelang in Innsbruck und war nach seiner aktiven Karriere ebenfalls erfolgreich. Bei Rapid war die Reibung mit Peter Pacult unübersehbar, doch der Verein profitierte davon mit dem bislang letzten Meistertitel. Nach seinen Engagements in Fürth und Erfurt kehrte er nun im Sommer nach Innsbruck zurück. Beide Protagonisten verfügen über ein enormes Netzwerk - davon sollten beide Klubs langfristig profitieren. Nicht auszuschließen, dass der eine dem anderen Klub 2017 in die Bundesliga folgt.

 

Bernhard Kastler

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