Bleibt Walter Schachner LASK-Trainer?

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„Ich habe schon Derbys in Turin, Wien und Graz verloren. Das ist natürlich keine angenehme Situation, aber das Leben geht weiter.“

Aber wie geht es für Walter Schachner weiter?

Der Trainer des LASK weiß, dass die Aufstiegschance nach der bitteren 1:2-Heimniederlage im Linzer Derby gegen den Erzrivalen Blau-Weiß nur noch eine „theoretische“ ist.

„Muss mit dem Präsidenten sprechen“

Sein Vertrag läuft nach dieser Saison aus.

„Man muss mit dem Präsidenten sprechen und schauen, ob der LASK überhaupt will, dass ich bleibe“, erklärt der 55-Jährige gegenüber LAOLA1.

Selbst ist Schachner für alles offen, weiß aber auch, in welcher Position er sich befindet: „Es gibt halt nicht so viele Trainer-Jobs in Österreich, die frei sind.“

Für den Steirer kommt es auf die Konzeption an, das Umfeld und die Strukturen.

„Es geht darum, welche Ideen man hat. Will man kommende Saison wieder um den Aufstieg mitspielen oder verjüngt man die Mannschaft und plant auf zwei Jahre? Das sind die zwei Möglichkeiten. Ich bin gesprächsbereit“, so Schachner.

Am Geld scheitert es nicht

Der 64-fache Internationale scheint die zweite Variante zu favorisieren, will sich offenkundig vermehrt um die jüngeren Spieler kümmern.

„Ich habe in meiner Trainer-Karriere an die zwölf, 13 Teamspieler herausgebracht, da waren auch fünf, sechs Junge dabei. Das liegt mir natürlich schon, es muss nur das Ziel ausgegeben sein“, erklärt Schachner, der im Derby Sebastian Wimmer in der Innenverteidigung sein Profi-Debüt ermöglichte („Er hat eine Talentprobe abgegeben“).

Am Geld sollte es bei Schachner jedenfalls nicht scheitern.

„Ich bin kein teurer Trainer, weil ich das Trainer-Geschäft liebe. Ich will auf dem Platz stehen und was beibringen, das freut mich am meisten. Das ist für mich das Wichtigste und das mache ich so lange ich kann und hoffentlich noch länger.“

Reichel nicht zugegen

Nun wartet der Coach auf einen Termin mit dem Boss.

Die Frage lautet, ob der LASK  nach dem verpassten Aufstieg Schachner, dem wegen seines eingebrannten 4-4-2-Systems fehlende taktische Flexibilität vorgeworfen wird, weiterhin die Treue hält?

Präsident Peter-Michael Reichel hatte sich beim Derby auf der VIP-Tribüne verschanzt, für die Medien war er nicht zu sprechen.

Sein Trainer und Sportchef in Personalunion geht davon aus, diese oder nächste Woche mit dem umtriebigen Klubchef, der als Tennis-Veranstalter am Sonntag seinen neu erworbenen WTA-Event in Barcelona zu Ende gehen sah, zu sprechen.

Viele Verträge laufen aus

Schließlich geht es auch um die Zukunft der Spieler. Kapitän Rene Aufhausers Vertrag läuft etwa aus, zeigt sich aber gesprächsbereit (siehe hier). Auch bei anderen wird die Zukunft zu besprechen sein.

Von den aktuellen Stammelf-Kandidaten laufen die Kontrakte von Schellander, Hart, Winkler (noch ein gut bezahlter Bundesliga-Vertrag), Hamdemir, Schröger, Varga, Kaufmann und Kogler aus.

Top-Scorer Hannes Aigner (2014), die Goalies Thomas Mandl (2013) und Pavao Pervan (2013), die Stürmer Harald Unverdorben und Florian Templ (jeweils 2013), die Verteidiger Sebastian Wimmer und Shawn Barry (2013) sowie die Mittelfeldspieler Marco Koller (2014) und Florian Metz (2013) haben noch Vertrag.

Letzterer versucht nach seiner schwerwiegenden Knieverletzung (Knorpel) seine Karriere zu retten und will in der Schlussphase der Sommervorbereitung einsteigen: „Es schaut gut aus.“

Vieles unklar

Das gilt auch im Hinblick auf den schwarz-weißen Shootingstar dieser Saison, Innenverteidiger Kevin Wimmer. Da hat der LASK eine Option auf eine Verlängerung von zwei Jahren und wird sie wohl ziehen, will man einmal Geld lukrieren.

Wie es mit den Brasilianern weiter geht, weiß nur der Präsident. Sportchef Schachner: „Ob die Brasilianer bleiben, weiß ich nicht.“

Schachner, der in den verbleibenden Spielen dieser Saison schon Richtung nächster Spielzeit etwas unternehmen will, weiß aber, dass es für einen erneuten Angriff auf den Titel auch Routiniers braucht: „Wenn du vorne mitspielen willst, brauchst du auch wieder den einen oder anderen.“

Ob Schachner selbst bleibt, ist völlig offen. Ein Verbleib wie eine Trennung wären keine Überrschung. Also alles unklar beim LASK.

 

Bernhard Kastler

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