"Unbedingter Siegeswille muss beibehalten werden“

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Es war die Runde des LASK in der Ersten Liga.

Selbst konnte der Dritte einen Auswärtssieg bei der Vienna landen, das torlose Remis im Spitzenspiel zwischen Verfolger Altach und Tabellenführer WAC/St. Andrä nährte zudem die Hoffnungen auf den sofortigen Wiederaufstieg.

Die Linzer haben nach 23 Runden einen Punkt Rückstand auf die Vorarlberger und vier auf die Kärntner. Keine Frage, der Bundesliga-Absteiger mischt im Aufstiegsrennen wieder voll mit.

Und wie die Black Wings Linz im Eishockey-Halbfinale haben die Fußballer aus der Stahlstadt aktuell das Momentum auf ihrer Seite. Auch dank des „LASK-Minute“-Sieges auf der Hohen Warte.

„So ein Sieg ist das Schönste“

„Wenn du mit den Jungs so einen Sieg feiern kannst, das ist das Schönste“, strahlte Routinier und Anführer Hannes Aigner nach dem 2:1-Sieg der Schwarz-Weißen bei den Blau-Gelben.

Kein Wunder, lagen die Oberösterreicher doch bis Minute 85 mit 0:1 zurück. Der Tiroler selbst war maßgeblich am Sieg beteiligt.

Der Angreifer der Kategorie „Wühler“ glich erst per Elfmeter aus („In so einer Situation einen zu schießen, macht so richtig Spaß“) und legte Rafinhas abgefälschtes Siegtor auf, in dem er wie so oft ein Kopfballduell für sich entschied.

Kurz zuvor vergab Aigner selbst noch den Siegtreffer mit dem Haupt, ärgerte sich daraufhin am Boden liegend wie ein Kind – ein Zeichen für seinen Willen.

„Nie aufgeben, das ist das Wichtigste, auch wenn die Zeit knapp wird. Aber ich habe gewusst, dass wir die Chance noch bekommen“, meinte der Ersatz-Kapitän für den gesperrten Rene Aufhauser.

Die Folge des siegbringenden Treffers: Linzer Ekstase pur. Der gut besuchte Auswärtssektor war ohnehin ein Tollhaus, doch auch die Mannschaft lag sich mit der Betreuerbank in den Armen.

Erinnerungen an 2007

Nach dem Schlusspfiff wurde gar noch ein Kreis um Trainer Walter Schachner gebildet. Fans fühlten sich an den Brauch von Ex-Trainer Karl Daxbacher in der Aufstiegs-Saison 2007 erinnert.

„Für die Moral ist so ein Sieg einfach extrem wichtig“, weiß Aigner, der zwar von einer sehr guten Vorbereitung („Vor allem die Bedingungen in der Türkei waren top“), aber nicht von einem völlig neuen Spirit sprechen will.

„Im Herbst haben wir diesen auch schon gehabt, aber man braucht manchmal gewisse Situationen, dass alles in eine positive Richtung kippen lässt. Das war für uns vor allem das Altach-Spiel.“

Dieses konnten die Linzer zu Hause mit 3:2 gewinnen. Der brasilianische Neuzugang Rafinha traf bei seinem Debüt zwei Mal, auf der Hohen Warte sorgte er bereits für seinen dritten Treffer.

Hannes Aigner: "So ein Elfer macht so richtig Spaß"

Lob und Realismus

„Sie haben beide Qualitäten und bringen auch einen anderen Wind in den Angriff. Aber wir haben auch schon gute Angreifer hier gehabt wie Harry (Unverdorben) oder Flo (Templ). Mit Rexhe (Bytyci) sind wir vorne sehr gut besetzt, andere Spieler können Spiele auch entscheiden“, lobt Aigner.

Generell will der Angreifer, der beim Heimspiel gegen Hartberg kommenden Freitag seinen 31er feiert, seine Mannschaft auf der Erde wissen.

„Wir greifen an, wollen bis zum Schluss dabei sein. Aber: Wir haben zwei Spiele gewonnen, sonst gar nichts. Man muss am Boden bleiben. Ich will auch nicht auf die anderen Partien schauen, das ist mir egal, was die anderen machen. Wenn wir nicht gewinnen, sind wir sowieso weg vom Fenster.“

Schneid erfolgreich abgekauft

Auch die Partie gegen die Vienna war trotz Sieges ein Warnschuss, schließlich konnte der LASK im Gegensatz zur Altach-Partie spielerisch nicht überzeugen. Der Abstiegskandidat kaufte dem Titelaspiranten erfolgreich die Schneid ab.

Die Linzer kamen also nicht nur ob der späten Tore zu einem glücklichen Sieg, hatte man doch nur kaum zwingende Chancen.

„Die Vienna hat sehr viele Fouls begangen, dadurch wurde der Spielfluss total zerstört. Ich möchte ihnen aber nichts vorwerfen. Wenn sie diese Spielweise so haben wollen, ist das kein Problem, dann müssen wir uns eben mehr wehren“, so Aigner, der mit einer Wiederholung dieser Gangart gegen Hartberg rechnet.

Da kommt den Linzern zumindest die Größe des Platzes auf der Gugl wieder entgegen. Aigner kennt aber das entscheidende Rezept: „Der unbedingte Siegeswille muss beibehalten werden, so dass wir vorne dabei bleiben.“

Der Anfang ist gemacht. Zwei Siege in Folge zum Frühjahrsauftakt hat es für den Traditionsklub zuletzt vor vier Jahren gegeben – damals noch in der Bundesliga.

Dort, wo der LASK wieder hin will. Und schenkt man den Worten von Präsident Peter-Michael Reichel Glauben, dann soll es auch finanziell keine Probleme geben.

Sportlich gesehen, ist man in jedem Fall mittendrin, statt nur dabei.

 

Bernhard Kastler

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