"Extreme Selbstüberschätzung"

Aufmacherbild
 

"Irgendwann muss es dann tuschen"

Aufmacherbild
 

„Das war eine katastrophale Leistung von uns.“

Das Resümee von Joachim Standfest nach dem blamablen Cup-Aus seines Kapfenberger SV gegen die Wiener Viktoria fiel deutlich aus.

Die Niederlage im Elfmeterschießen fügt sich nahtlos in den enttäuschenden Saisonstart des aktuell Achten der Ersten Liga.

Trotz aller Weisheiten über „eigene Gesetze“ des Pokalbewerbs bleibt zu vermerken, dass die Fehler der Stahlstädter gegen den Viertligisten sich mit denen der Meisterschaft decken.

Fehlende Effizienz

„Es ist unverständlich, dass wir immer noch keine Effizienz drinnen haben. Es wird immer noch am Fünfer aufgespielt. Das kann einfach nicht sein. Das ist extreme Selbstüberschätzung“, übt Verteidiger Standfest Kritik am Offensiv-Verbund.

Mit elf Toren aus zehn Liga-Spielen liegt der Bundesliga-Absteiger tatsächlich am unteren Ende dieser Statistik, lediglich Hartberg war noch seltener erfolgreich.

„Das Problem, dass wir die Spielanteile haben, die Chancen aber nicht nutzen, begleitet uns schon seit drei, vier Spielen. Das war gegen Austria Lustenau so, gegen Altach und gegen Grödig auch“, kennt auch Trainer Thomas von Heesen die Probleme seines Teams nur zu gut.

Rezepte, diese zu beseitigen, hat der Deutsche allerdings nicht parat: „Als Trainer kannst du da nur draußen stehen und die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Die Mannschaft muss sich selber fordern, diese Tore zu machen.“

Rückschlag nach Fortschritten

Die vom 43-Jährigen angesprochenen letzten Partien zählen allerdings zu den besseren dieser Spielzeit.

Nach einem katastrophalen 0:5 zu Meisterschaftsbeginn konnte dem nunmehrigen Tabellenführer Austria Lustenau beim zweiten Wiedersehen ein 0:0 abgetrotzt werden, gegen Altach remisierte man ebenso und Grödig wurde sogar mit 1:0 besiegt.

„Wir haben die letzten Runden gegen Top-Mannschaften sehr gut gespielt, haben jetzt immer kleine Schritte vorwärts gemacht“, gibt auch Mittelfeld-Stratege David Sencar zu verstehen, dass man eigentlich auf dem richtigen Weg sei.

Tore als Lösung

Die Cup-Pleite gegen die Viktoria ruft indes wieder Erinnerungen an die ersten Runden der Meisterschaft hervor, in denen mangelnde Eingespieltheit und katastrophale Individualfehler die Defensive verunsicherten.

„Es ist wichtig, dass die Mannschaft wieder Selbstvertrauen bekommt, denn das fehlt uns im Moment ein wenig“, hofft deshalb Miguel Angel Ramos, einer von knapp 20 Neuzugängen beim KSV.

Der spanische Stürmer hat es mit seinen Kollegen selbst in der Hand, mit Toren für das geforderte Vertrauen zu sorgen. „Jeder muss sich an der Nase nehmen“, drückt es Sencar aus.

Schönes Spiel alleine ist zu wenig, die Problemlösung Zielstrebigkeit bekannt, wie Standfest abschließend festhält: „Ich kann es nur immer wieder ansprechen. Irgendwann muss es dann tuschen, damit es alle verstehen.“


Christian Eberle/Harald Prantl

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen